Artikel vom Januar 2019

Chile: Mittelschweres Beben

Vor knapp zwei Tagen, in der Nacht vom 19. auf den 20. Januar, ereignete sich im Norden Chiles ein mittelschweres Erdbeben. Unsere Projekte sind nicht betroffen. Jürgen Schübelin, unser Head of Latin America & Caribbean Department, befand sich zu diesem Zeitpunkt in der Hauptstadt Santiage de Chile. Hier ist sein Bericht.

Samstagnacht gegen 22:30 Uhr ereignete sich ein mittelschweres Erdbeben in der Region von Coquimbo, 460 Kilometer nördlich der Hauptstadt Santiago. Das Beben erreichte 6,7 auf der Richterskala und war in ganz Chile sowie den Nachbarländern deutlich zu spüren.

Infrastruktur teilweise schwer beschädigt

Bis jetzt berichtet der chilenische Katastrophenschutz von zwei Todesopfern – und mehreren Verletzten. In der am stärksten betroffenen Kommune Tongoy, einem beliebten und stark frequentierten Ferienort an der Pazifikküste, sowie den beiden großen Städten La Serena und Coquimbo fiel im Gefolge des Erdbebens der Strom und teilweise auch die Trinkwasserversorgung aus. Eine zunächst wegen einer möglichen Tsunami-Gefahr angeordnete Evakuierung des Küstenstreifens konnte von der chilenischen Katastrophenschutzbehörde ONEMI noch in der Nacht wieder zurückgenommen werden.

Die Regionalregierung von Coquimbo meldet erhebliche materielle Schäden an zahlreichen Gebäuden – unter anderem auch an der historischen Bausubstanz im Stadtkern von La Serena. Die Straßenverbindungen in mehrere Orte im Hinterland, aber auch die Nord-Süd-Achse „Panmericana“, sind durch herabstürzendes Geröll und Steinschlag blockiert.

Bevölkerung reagiert besonnen

Das seismologische Institut der Universidad de Chile registrierte in der Zwischenzeit bereits über 60 – teilweise erneut relativ starke – Nachbeben. Viele Menschen in der Region verbrachten die Nacht im Freien. Trotz des Stromausfalls und der relativ langen Dauer des Bebens reagierten die Menschen überwiegend besonnen. Die vorübergehende Evakuierung des Küstenstreifens bei La Serena geschah – trotz der vielen Feriengäste vor Ort (hier ist Sommerferienzeit und touristische Hauptsaison) – weitgehend ohne Panik.

Projektpartner der Kindernothilfe sind von dem Erdbeben nicht betroffen, da die Hauptstadt Santiago und auch Concepción im Süden Chiles diesmal keine Schäden verzeichnen. Chile gehört zu den weltweit am stärksten erdbebengefährdeten Ländern. Bei dem letzten schweren Erdbeben am 27. Februar 2010, das in der Maule-Region im Süden Chiles eine Magnitude von 8,8 auf der Richter-Skala erreichte, verloren 521 Menschen das Leben.  

Die Motoren des Wandels – ein Bericht aus Thailand

Woran denken Sie, wenn Sie diesen Titel lesen? Möglicherweise an digitale Innovation, technischen Fortschritt, oder – da wir uns im Feld der Entwicklungszusammenarbeit bewegen – an die Unterstützung von Bedürftigen durch Mikrofinanzkredite? Wenn Sie sich zur Überschrift passende Personen vorstellen – sind diese dann männlich? All diese Vermutungen, die ich hier voranstelle, basieren auf vielen Begegnungen und Gesprächen, die ich im Rahmen meiner Tätigkeit als Manager für Bildung und Öffentlichkeitsarbeit der Kindernothilfe geführt habe. Und sicherlich sind auch Kredite oder die Nutzung neuer digitaler Möglichkeiten wichtige Faktoren, die dazu beitragen, eine nachhaltig erfolgreiche Entwicklung zu gestalten. In meiner Geschichte möchte ich Ihnen aber erzählen, wer für mich die wahren Motoren des Wandels sind: Es sind Frauen. Frauen, die ich als Kolleginnen, als Ehrenamtliche und vor allem in unseren Projekten vor Ort kennengelernt habe. Den ganzen Beitrag lesen »