Artikel vom 29. August 2013

Brasilien: Verheerende Überschwemmungen im Süden des Landes

Von unseren Kollegen aus dem KNH-Brasil SUL-Büro erhielten wir heute weitere Informationen zu der Naturkatastrophe. Aufgrund der heftigen Regenfälle in den vergangenen Tagen führen die Flüsse Hochwasser, insbesondere der Rio dos Sinos. Besonders betroffen sind die beiden nördlich von Porto Alegre gelegenen Städte Novo Hamburgo und Sao Leopoldo. In beiden Städten unterstützt die Kindernothilfe Projekte.

In Novo Hamburgo wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Die Schulen sind vorübergehend geschlossen. Die städtischen Wasserwerke haben die Trinkwasserversorgung eingestellt. Mit Unterstützung aus Sao Leopoldo wird die Notversorgung über Trinkwasserlastwagen gewährleistet. Die Versorgung der Krankenhäuser, Gesundheitsposten und Kindergärten ist gesichert. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, den Wasserverbrauch auf das Notwendigste zu beschränken. Besonders betroffen sind die unmittelbar am Rio dos Sinos grenzenden Viertel von Canudos, Lombo Grande und Santo Afonso. In den genannten Vierteln leben viele Menschen unterhalb der Armutsgrenze, die sich vor allem mit dem Sammeln von recycelbarem Material ihren Lebensunterhalt verdienen. Die vom Wasser mitgerissenen Materialien erschweren die Rettungsaktionen per Boot, da sich immer wieder Gegenstände in den Außenbootmotoren verfangen.

Die von uns unterstützte Tagesstätte „Escola de Educação Infantil da Paz“ des Trägers ABEFI bestätigt, dass ca. 8.000 Menschen vorübergehend ihre Wohnungen verlassen mussten, um in den drei großen von der Stadt bereitgestellten Notunterkünften unterzukommen. Auch die Tagesstätte bietet Hilfsmaßnahmen an:

• Die Kleinkinder werden in den verschiedenen Gebäudekomplexen betreut, während sich die Eltern/Familien um Schadensbegrenzung kümmern
• Räumlichkeiten dienen als Notunterkünfte
• Verteilung von warmen Mahlzeiten
• Lagerraum für Spenden und Materialien, die von städtischem Hilfspersonal weiter verteilt werden.

Der Verantwortliche der Wasserwerke von Novo Hamburgo rechnet ab heute mit einem Rückgang des Hochwassers. Sobald die Hochwassergrenze von acht Metern unterschritten wird, kann die reguläre Trinkwasserversorgung wieder aufgenommen werden.

In Sao Leopoldo hat sich gestern ein Krisenstab konstituiert. Dort sind vor allem die Gemeinden Sao Geraldo, Independencia und Rio dos Sinos vom Hochwasser betroffen. Auch in Sao Leopoldo wurde der Schulbetrieb vorübergehend eingestellt mit der Option, ihn am Freitag wieder aufzunehmen. 500 Familien sind bisher von den Überschwemmungen direkt betroffen.

Über die drei von der Kindernothilfe unterstützten Projekte liegen uns bisher keine Informationen vor. Insgesamt hat es den Anschein, dass die örtlichen Verantwortlichen die Situation im Griff haben. Mit dem Rückgang des Hochwassers und der Rückkehr der Familien in ihr Zuhause werden weitere Unterstützungsmaßnahmen erforderlich werden.

Sobald wir weitere Informationen haben, werden wir sie hier veröffentlichen.