Artikel vom 06. Dezember 2010

Klimagipfel in Cancún: Klimaforum10 lädt zum gemeinsamen Dialog ein

(6.12.2010) Unter dem Motto „The People’s Climate Summit“ lädt Klimaforum10 parallel zur 16. UN-Klimakonferenz Menschen aus aller Welt zum Dialog ein. In Workshops und Diskussionsrunden mit Experten, vermögen die Besucher ihre Ansichten zu klimabezogenen Fragestellungen aktiv miteinander zu teilen. Ebenso bietet Klimaforum10 dem Gast ein vielfältiges kulturelles Rahmenprogramm und diverse Ausstellungen.

Da keine Kooperation mit der UN-Klimakonferenz besteht, gestaltete sich die Anreise zum Klimaforum10 äußerst schwierig. So wählten die Veranstalter einen Austragungsort, der in einem ländlichen Waldgebiet rund 40 Kilometer abseits Cancuns liegt. Aufgrund organisatorischer Probleme, besteht weder eine direkte Transportverbindung zur Innenstadt von Cancun noch zum Konferenzgelände des Klimagipfels.

Während der Anreise stellt sich vielen Besuchern somit zunächst die Frage, weshalb die Veranstalter diesen Austragungsort wählten. Um einen tieferen Einblick in die Veranstaltung zu gewinnen und offene Fragen zu klären, erhielt ich die Möglichkeit zu einem Interview mit Kareen Kohn, dem Hauptorganisator von Klimaforum10.

Kareen bestätigte, dass speziell die Abgeschiedenheit des Veranstaltungsortes und die bestehenden Transportprobleme zahlreiche kritische Fragen zur Folge haben. Ebenso seien die erwarteten Besucherzahlen bislang nicht erfüllt worden. Gleichzeitig wies Kareen jedoch darauf hin, dass dieser Ort bewusst gewählt worden sei. So möchten die Veranstalter einen möglichst engen Bezug zur Natur schaffen und gegen die fortschreitende Urbanisierung sowie umweltschädliche Industrien in städtischen Räumen protestieren. Des Weiteren bietet Klimaforum10 seinen Besuchern und zahlreichen ehrenamtlichen Helfern ausschließlich vegetarische Kost an, die allesamt aus lokalen Produkten zubereitet wird.

Im Sinne des Umweltschutzes kritisiert Kareen zutiefst den Austragungsort des UN-Klimagipfels. So seien sowohl das Hauptgebäude der Konferenz (Moon Palace Hotel) als auch einige der offiziellen Partnerhotels auf küstennahen Mangrovenflächen errichtet worden. Artenreiche Naturräume fielen während der vergangenen Jahre großflächigen Hotelkomplexen mit teils weiträumigen Golfanlagen zum Opfer, so Kareen. Mit den sehr einfach gehaltenen Zeltbauten, möchten die Veranstalter von Klimaforum10 ihre Naturverbundenheit zusätzlich zum Ausdruck bringen.

Alles in allem präsentiert sich Klimaforum10 als eine sehr überschaubare Veranstaltung, die trotz – oder vor allem wegen – ihrer Makel äußerst familiär und freundlich wirkt. So fand ich während meiner Abreise zur nächstgelegenen Ortschaft lediglich im Kofferraum eines Minibusses Platz, was von allen Seiten mit einem freundlichen Lächeln aufgenommen wurde. 🙂

Sathish Samuel schildert seine Eindrücke wie folgt: „Klimaforum10 is simultaneously happening to COP16 and it is organised by smaller Civil Society Organisations with minimum budgets. The site itself is far apart from Cancun. No proper transport facilities and no proper guidance are provided. Stefan and I were able to reach the venue spending three hours on the road. There are only very few participants, but the sessions have been interesting.”

Stefan Ernst und Satish Samuel,
Kindernothilfe

Cancún: Klimadorf für Jung und Alt

(03.12.2010) Obwohl mehrere internationale Kinderhilfsorganisationen ihr Engagement auf dem Messegelände der Klimakonferenz präsentieren, haben nur sehr wenige Jugendliche den Weg nach Cancun gefunden. Wie die vergangenen Tage verdeutlichten, sind es jedoch genau diese jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die ein hohes Maß an Aufmerksamkeit unter den anwesenden Medienvertretern erzeugen.

Demgegenüber befindet sich am Rande der Innenstadt Cancuns das so genannte „Klimadorf“, wo Jung und Alt mehr über die Entstehung der Erde, den Klimawandel und mögliche Schutzmaßnahmen erfahren können. So erkunden täglich zahlreiche Kinder und Erwachsene mit großer Begeisterung den Erlebnisparcours des Klimadorfes.

Während ihres Besuchs erhalten sie beispielsweise einen Einblick in die Bedeutung der Mülltrennung. Spielerisch lernen sie, wie jedes Kind und jeder Erwachsene seinen Wasserverbrauch reduzieren kann.

Wie der Besuch des Klimadorfes zeigte, wird das unterhaltsame und zugleich lehrreiche Angebot äußerst positiv von der lokalen Bevölkerung angenommen. Problematisch für die internationalen Konferenzbesucher ist jedoch die Tatsache, dass alle Informationen lediglich in spanischer Sprache verfügbar sind.

Sathish Samuel fasst seine Eindrücke folgendermaßen zusammen: „We had the opportunity of visiting the Climate Village which is really an interesting place. Many children from local communities visited. The exhibits were educative to the children as well as adults on climate change issues. The problem was everything was in Spanish and hence the non-Spanish speaking people were finding it difficult to understand.“

Stefan Ernst und Satish Samuel,
Kindernothilfe