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3. Mai – ein Tag im Leben von Myanmar

Eines der mit Unterstützung der Kindernothilfe gebauten Häuser im Delta

Eines der mit Unterstützung der Kindernothilfe gebauten Häuser im Delta. Foto: Dietmar Roller

Es ist Sonntag, der 3. Mai, auf den Tag ein Jahr nach der noch immer unfassbaren Katastrophe, die der Zyklon „Nargis“ über das Land brachte.
Wir sind im Irrawady-Delta unterwegs: Dietmar Roller, der Auslandschef der Kindernothilfe und ich. Vor einigen Monaten wäre das noch unvorstellbar gewesen: zwei Ausländer unterwegs im Delta, das noch immer Sperrgebiet ist und nur mit Sondergenehmigung betreten und bereist werden darf. Wir haben sie organisiert durch den lokalen Partner Amurt, mit dem die Kindernothilfe unter anderem ihr Hausbauprogramm realisiert. Auf Spurensuche sind wir – die Spuren von Leid und Zerstörung sind auch ein Jahr danach unübersehbar: die Reste zerstörter Bambushütten, die getrockneten graubraunen Schlammmassen. Die nächste Regenzeit steht unmittelbar vor der Tür. Aber auch Spuren der Hoffnung werden wir finden, gerade auch an diesem für die Menschen im Delta so schweren Tag mit so schrecklichen Erinnerungen: der jungen Frau im Dorf Tawka Man zum Beispiel, die im Wasser stand, bis es ihr über den Mund gestiegen war und sie nach Tagen gerettet wurde. Es drängt sie nicht, ihre Gefühle zu schildern. Als sie es tut, sieht man die Tränen, auch bei vielen ihrer Mitbewohner im Dorf. Den ganzen Beitrag lesen »

Birma: Ein Jahr ist keine Zeit

Ruprecht Eser

Ruprecht Eser

Ich habe damals noch als ZDF-Korrespondent in London gelebt, als die ersten Bilder aus Birma/Myanmar kamen und ich wollte nicht glauben, was ich da sah. Irgendwie hatte Myanmar immer so geklungen wie eine Mischung aus Ende der Welt und Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Jetzt war es wie der Blick in eine Hölle aus Trauer und Leid: mit 215 km/h war der Zyklon Nargis über das flache Irrawaddy-Delta gefegt, zwölf Stunden lang in jener Nacht vom 2. auf den 3. Mai.
Ich wollte nicht glauben, was ich hörte, bis ich es sah in den Bildern, die die Welt erschütterten: wie Zehntausende in einer 5 Meter hohen Flutwelle ertranken, Hunderttausende obdachlos wurden und wochenlang vergeblich auf Hilfe warten mussten, weil die Militärjunta ausländische Hilfsorganisationen nicht ins Land ließ und später behinderte, vor allem bei den Hilfs- Aktivitäten im Delta.

Interview:  Ruprecht Eser live aus Birma (Deutschlandfunk)

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Wirklich die Welt verändern? Yes, we can

Mein alter Freund Hajo Friedrichs (der verstorbene „Tagesthemen“-Moderator) hat einmal den immer wieder zitierten Satz gesagt: „Man soll sich mit keiner Sache gemein machen, auch nicht mit einer guten.“
Nun hört ein Journalistenleben zwar nicht mit der Pensionierung auf, aber als ich letztes Jahr in London 65 wurde und zumindest mein ZDF-Leben beendet habe, da wollte ich genau das tun: mich mit einer guten Sache gemein machen, nicht nur Betrachter und Reporter, sondern auf neue und andere Weise dabei sein. Christina Rau schlug die Kindernothilfe vor und nun bin ich dabei und gehe als Neuling die ersten Schritte mit der Kindernothilfe und für sie.

Ende März, bei der 50-Jahr-Feier der Kindernothilfe, sprach die Bundeskanzlerin davon, dass weltweit 600 Millionen Kinder in Armut leben, 566.000 werden von der Kindernothilfe gefördert, in Asien, in Afrika, in Lateinamerika und anderswo.

Und jetzt, gerade jetzt, begegnet mir das Motto „Ich verändere die Welt.“ Und in jedem Moment des Krisenjahres 2009 konfrontiert uns die Kindernothilfe mit diesem Satz und erzwingt von uns allen schmerzliche Einsichten und Veränderung. Wir suchen eine globale Antwort auf die globale Krise und können gerade jetzt neue Nähe und Nachbarschaft lernen. Die Welt verändern, gerade jetzt? Den ganzen Beitrag lesen »