„Wir sind von der Kindernothilfe-Arbeit überzeugt“

Deutsches Ehepaar unterstützt den Bau eines Schutzzentrums in Guatemala

Dr. Rainer und Regina Gerold haben ein Ziel: mit einer größeren Spende ein konkretes Projekt zu unterstützen, das Kindern hilft, sich aus dem Teufelskreis von Gewalt, Drogen und mangelnder Schulbildung zu befreien und das ihnen Mut gibt, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

„Wir haben das Projekt gefunden“, schreiben sie in ihrem Reisebericht über einen Projektbesuch in Guatemala: „Es ist der Bau eines Zentrums in San Andrés Itzapa in Guatemala. Bauherr ist ‚Coincidir‘, eine einheimische Hilfsorganisation für Kinder und Jugendliche in Not. Unterstützt wird sie von der Kindernothilfe, die seit Jahrzehnten in Guatemala aktiv ist und durch ein professionelles Controlling sicherstellt, dass unser Beitrag voll dem Projekt zugutekommt und nicht zweckentfremdet wird.

Am 29. November besuchen wir das jetzige Lokal von „Coincidir“ in San Andrés. In kleinen dunklen Zimmern drängeln sich Kinder, die unter Anleitung begeistert malen, musizieren, basteln und spielen. Es sind Kinder, die Gewalt erleiden, dem Drogenmilieu ausgesetzt sind, arbeiten müssen und zum Teil die Schule versäumt haben. Sie lernen, dass sie Rechte haben, sich wehren müssen und dass sie ihren Berufswunsch nur dann verwirklichen können, wenn sie regelmäßig zur Schule gehen. Unsere Diskussion mit den Kindern verläuft zunächst zögerlich, aber dann beteiligen sich immer mehr von ihnen, klagen an, äußern Wünsche und entwickeln Pläne für ihr Leben.

Nach einer guten Stunde fahren wir gemeinsam zu dem schön gelegenen Grundstück, auf dem das Schutzhaus errichtet wird. Die Grenzmauern stehen bereits, und an dem schon fortgeschrittenen Rohbau wird kräftig gearbeitet. Die Pläne entstanden in langen gemeinsamen Sitzungen der Architekten, der Betreuer und der Kinder selber. Die Räume werden weit und hell mit großen Fenstern sein, ein bewusster Kontrast zu der Enge, in der sich die Kinder sonst aufhalten. Auf dem großen Gelände soll ein Garten entstehen, Plätze zum Spielen und um die vorhandenen wunderschönen Avocado-Bäume ein kleiner Park. Die Kinder lassen die selbst gebastelten Drachen hoch in den Himmel steigen. Die kräftigsten Jungen ebnen mit Hacken den Boden, denn heute beginnt das San-Andrés-Fest. Die Kinder wollen Zelte errichten und zum ersten Mal dort übernachten.

Noch einmal bilden wir einen großen Kreis mit den Kindern, Saúl, dem Leiter des Zentrums, Alba Marina und Teresa von der Kindernothilfe in Guatemala und entwickeln angeregt von dem sichtbaren Fortschritt des Projektes Pläne für die Zukunft. Der Inhalt unserer großen Haribo-Tüte findet reißenden Absatz. Dabei ist allen klar, dass noch viel Arbeit geleistet werden und jeder nach Kräften helfen muss, das Ziel zu erreichen: ein Zentrum, in dem Kinder spielen können, Zuflucht und Unterstützung finden, damit sie einen Beruf erlernen und so die Armut überwinden und ein selbstbestimmtes Leben führen können. Der Besuch vor Ort hat uns überzeugt: Unsere Investition wird Früchte tragen.“

(Projekt 80064)

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