Kältewelle: Nothilfe für Andendörfer in Peru

Die Kältewelle in den peruanischen Hochanden stellt die Bauern vor existentielle Probleme.

Während Europa in den Sommermonaten eine extreme Hitzeperiode erlebte, litten ganze Andenregionen unter einem ungewöhnlich harten Winter – und hatten kaum Möglichkeiten, sich vor den wochenlangen Eisestemperaturen zu schützen. Staatliche Hilfen? Fehlanzeige. Die Folgen: Erkrankungen, fehlende Medikamente, Schulausfall. Wir haben ein Nothilfeprogramm gestartet, das vor allem die Kinder im Blick hat – sie leiden besonders unter der Kälte.

Jürgen Schübelin, Referatsleiter Lateinamerika und Karibik

Rund 3.500 Meter hoch liegen die Dörfer der Gemeinden Pampachiri, San Miguel de Chaccrampa und Tumay Huaraca in der peruanischen Hochandenprovinz Andahuaylas. Die Menschen dort sind niedrige Temperaturen gewohnt. Doch in diesem Winter fiel das Thermometer über Wochen auf bis zu minus acht Grad. Besonders nachts und in den frühen Morgenstunden war es klirrend kalt.

Die Witterung verschärft die Armut, in der die Bauernfamilien leben. Gerade unter Klein- und Grundschulkindern sind Mangelernährung und Blutarmut weit verbreitet. Derart geschwächt, hatten sie den Minustemperaturen wenig entgegenzusetzen. Dazu kommt, dass es in vielen Familien schlicht an warmer Kleidung fehlt. Auch bieten die Hütten und Behausungen mit ihren Strohdächern und Mauern aus Stein und Lehm keinen ausreichenden Schutz vor der Kälte. Öfen gibt es keine, allenfalls Feuerstellen zum Kochen. Die Schulräume sind ebenfalls ungeheizt.

Öfen gibt es in den einfachen Behausungen keine, allenfalls Feuerstellen zum Kochen.

Die Kältewelle hat zu einer massiven Zunahme von schweren Erkrankungen bei Kleinkindern geführt, bis hin zu Lungenentzündungen. Das ist umso gefährlicher, als die Gesundheitsversorgung in der Region zu wünschen übrig lässt. Angesichts dessen hat sich unser Partner „Paz y Esperanza“ entschieden, eine Humanitäre-Hilfe-Aktion im Umfang von knapp 10.000 Euro zu starten, bei der es darum geht, besonders die Kinder der betroffenen Gemeinden mit warmer Kleidung, Schuhen, aber auch mit Medikamenten und proteinreichen Lebensmitteln zu versorgen.

Diese Maßnahmen sind bereits angelaufen. Zusätzlich ist vorgesehen, mit den lokalen und regionalen Behörden einen Plan zur dauerhaften Ernährungssicherung zu entwickeln. Erneuerbare Energien und natürlichen Ressourcen sollen dabei helfen, die Felder der Bauern unter anderem vor Frost- und Hagelschäden zu schützen.

Kinder leiden am meisten unter der extremen Kälte, besonders nachts und am frühen Morgen. Es fehlt an Decken und warmer Kleidung.

 

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