Story-Time: Amal

Hunderttausende Rohingya-Familien sind auf der Flucht vor Gewalt, Zerstörung und Tod. Mehr als die Hälfte sind Kinder. Ihr Ziel: das Nachbarland Bangladesch. Dort angekommen, erwarten sie überfüllte Flüchtlingscamps und chaotische Verhältnisse. Die Kindernothilfe engagiert sich vor Ort. Denn die verfolgten Rohingya erfahren im überforderten und bitterarmen Bangladesch wenig Unterstützung.

Karl Andersson von der Kindernothilfe-Partnerorganisation AMURT hat mit Menschen aus dem Lager gesprochen.

„Wenn ihr uns zurückschicken wollt, tötet uns besser hier.“

Amal (Name geändert) ist 35 Jahre alt. Ihre Familie führte in Myanmar ein gutes Leben: Sie lebten in einem schönen Haus mit drei Hektar Ackerland, zwei Stieren und zwei Kühen. Amal und ihr Mann haben sieben Kinder – sechs Töchter und einen Sohn. Ihre jüngste Tochter ist sieben Jahre alt. Obwohl Amal staatenlos ist, fühlt sie sich in Bangladesch wohler als in Myanmar, denn in ihrem früheren Wohnort hatten ihre Kinder keine Chance auf Bildung.

Im Flüchtlingscamp machen zwei ihrer Töchter heute eine Ausbildung. Ihre vier Kinder, die älter als elf Jahre sind, haben keine Aufgabe im Camp. Ihre Tochter Zahra (20) und ihr Sohn Karim (16 – Namen geändert) würden gerne arbeiten, um etwas für die Familie zu verdienen, doch dafür gibt es im Camp keine Möglichkeit. Die Familie hat Waren und Lebensmittel von nationalen und internationalen Agenturen bekommen. Der Reis, den sie hier zu essen bekommen, so sagen sie, ist nicht so gut wie der in ihrer Heimat.

Amal will mit ihrer Familie nicht nach Myanmar zurückkehren, solange ihre Sicherheit dort nicht gewährleistet ist: „Wenn ihr uns zurückschicken wollt, tötet uns besser hier, weil sie uns dort töten werden.“

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