Story-Time: Hassan

Hunderttausende Rohingya-Familien sind auf der Flucht vor Gewalt, Zerstörung und Tod. Mehr als die Hälfte sind Kinder. Ihr Ziel: das Nachbarland Bangladesch. Dort angekommen, erwarten sie überfüllte Flüchtlingscamps und chaotische Verhältnisse. Die Kindernothilfe engagiert sich vor Ort. Denn die verfolgten Rohingya erfahren im überforderten und bitterarmen Bangladesch wenig Unterstützung.

Karl Andersson von der Kindernothilfe-Partnerorganisation AMURT hat mit Menschen aus dem Lager gesprochen.

„Wenn wir zurückkehren, werden sie uns töten!“

Hassan (nicht sein richtiger Name) ist neun Jahre alt. Im September 2017 kam er mit seinen Eltern von Myanmar nach Bangladesch. Sein Vater Jubyeer war dort Fischer, und er hat sieben Geschwister. Hassan ist unterernährt – das hat sich auch auf sein körperliches Wachstum ausgewirkt: Auf seinen Beinen kann er kaum richtig stehen. Auch seine geistige Entwicklung ist nicht altersgerecht.

Er leidet sehr unter den Erinnerungen an die Gewalt in Myanmar. Selbst zwischen Kindern, die Ähnliches erlebt haben, fühlt er sich minderwertig. Hassan besucht das von der Kindernothilfe geförderte Kinderzentrum (Child Friendly Space). In Absprache mit seinen Eltern überwiesen die Mitarbeiter ihn in das nahegelegene Global Hospital.
Dort wird er wegen seiner körperlichen Beschwerden behandelt. Hassan Psyche ist sehr instabil: Kleine Probleme machen ihn schnell wütend. Im Kinderzentrum arbeitet deshalb ein Psychologe mit ihm. Inzwischen freut sich Hassan auf die Behandlung. Er weiß, dass Bangladesch nicht seine Heimat ist und dass er jederzeit nach Myanmar zurückgeschickt werden kann. Der Gedanke daran macht ihm Angst: „Wenn wir zurückkehren, werden sie uns töten!“ Wie seine Zukunft aussieht, weiß er nicht.

Dennoch denkt Hassan positiv: „Ich fühle mich gut, wenn ich ins CFS komme. Ich spiele gerne, zeichne Bilder und bekomme Früchte und Snacks. Ihr passt alle gut auf mich auf.“

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