„Wenn ich nicht aufpasse, bleibt mir gar nichts mehr“

Unsere Mitarbeiterin Antje Weber ist derzeit auf den Philippinen, um unsere Soforthilfe zu unterstützen. In unserem Blog erzählt sie von ihren Erlebnissen dort.

Caesar inmitten der Trümmer, die der Taifun von seinem Haus übrig gelassen hat. Fotos: Kidlat de Guia

Caesar hat der Taifun hart getroffen. Der 62-jährige lebt mit seiner Frau, 3 Kindern und 4 Enkelkindern auf einem kleinen Hügel im Norden Cebus. Der Sturm hat das Haus zum Einsturz gebracht. Außer ein paar Habseligkeiten, 7 Ziegen, 2 Schweinen und ein paar Hühnern ist ihm nichts geblieben. Zum Glück ist die Familie wohlauf. Untergebracht sind sie in einem Flüchtlingslager. Nur Caesar hat sich eine Plane zwischen den Palmen gespannt und hält eisern die Stellung. „Wenn ich nicht aufpasse, verliere ich auch noch mein Vieh. Dann bliebe uns gar nichts mehr“, erläutert er uns im Gespräch.

Wir treffen viele Schicksale dieser Art auf unserer Fahrt in den Norden Cebus. Viele Familien haben alles verloren, der Wasserverbrauch ist zum Erliegen gekommen oder die Stromversorgung abgerissen. In Tabaytay erzählen uns die Kinder, dass das Dach ihrer Schule eingestürzt ist. Der Schulbetrieb ist somit nicht möglich. Auch müssen sie 10km bis zur nächsten Wasserstelle laufen, denn ihre Leitung ist zerborsten. Aber wir sehen auch viel Positives. Die Versorgung der Menschen mit Nahrungsmitteln ist unter anderem durch Verteilungen unseres Partners AMURT gesichert, die Straßen geräumt, einzelne Häuser sind bereits wieder aufgebaut. Verletzte oder gar Tote sieht man nicht. Fröhlich begrüßen uns die Einheimischen in ihren Dörfern, schildern uns offen die Ereignisse und ihre bisherigen Bemühungen.

Die heutigen Besuche und Gespräche zeigen: Es gibt viel zu tun in den Philippinen und wir werden die nächsten Tage nutzen, um gemeinsam mit unserem Partner AMURT die besonders von Hilfsmaßnahmen vernachlässigten Gebiete zu bereisen und Hilfe für Kinder und ihre Familien zu organiseren.

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