Besuch aus Brasilien in der Geschäftsstelle

Von Jürgen Schübelin

(Duisburg, 28. Januar 2013) Entsetzen über die Brandkatastrophe in einer Disco in der südbrasilianischen Stadt Santa Maria, bei der am Wochenende mindestens 230 junge Menschen ums Leben gekommen waren, überschatteten am Montag den Besuch des brasilianischen Projektkoordinators Luciano Ramos in der Kindernothilfe-Geschäftsstelle.

Der Koordinator des Partnerprojektes „Raizes Locais“ in dem Favela-Bezirk Mangueirinha bei Rio de Janeiro kam zu Gesprächen mit dem Referat Lateinamerika und Karibik ins Haus. „Solche entsetzlichen Katastrophen machen uns immer wieder schmerzhaft bewusst“, so der 30-jährige brasilianische Historiker und Sozialwissenschaftler, „wie prekär es in Brasilien um die Sicherheitsbedingungen bei großen Veranstaltungen bestellt ist und wie wenig der Staat an dieser Stelle seiner Verantwortung gerecht wird.“

Bei den Gesprächen von Luciano Ramos mit dem Brasilien-Team in der Kindernothilfe-Geschäftsstelle ging es aber auch um aktuelle Situation in den Armenvierteln der Außenbezirke von Rio de Janeiro – 17 Monate vor der Fußballweltmeisterschaft – und die extremen Gewaltprobleme, denen sich das Projekt Raizes Locais gegenüberstehen sieht. In der Partnerschaft mit der Kindernothilfe engagiert sich das Raizes-Projektteam rund um Luciano Ramos mit viel Zivilcourage, Kreativität und durchaus vorzeigbaren Erfolgen um Jugendliche und Familien aus der Favela Mangueirinha. Die Mitarbeiter wollen die Menschen stärken, in den bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Drogenkriminellen und der Polizei nicht ständig unter die Räder zu geraten: „Das geht nur“, so Luciano Ramos, „wenn Kinder, Jugendliche und Erwachsene lernen, dass es möglich ist, im Umgang untereinander Konflikte ohne Gewalt zu lösen, und wenn sie immer wieder Erfolge erleben, um das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl zu stärken.“

Die Kindernothilfe fördert über das Projekt Raizes Locais in Mangueirinha, das zur Kommune Duque de Caxias gehört, seit Januar 2010 die Arbeit mit 205 Kindern und Jugendlichen sowie ihren Familien.

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