Wie Kinder kaputt gemacht werden

Dr. Norbert Blüm, Arbeitsminister a.D. und Vorsitzender des Stiftungsrates der Kindernothilfestiftung, ist zurzeit für die Kindernothilfe in Peru unterwegs. In der nordperuanischen Stadt Chota hat er einen Steinbruch besucht, in dem Kinder unter schwierigsten Umständen harte Arbeit verrichten müssen.Man muss die Kindern im Steinbruch von La Cangana gesehen haben, um zu begreifen, wie Kinder kaputt gemacht werden, ihre Gesundheit und Zukunft zerstört wird. Für 5 Cent Lohn in der Stunde zertrümmern sie große Steinbrocken zu kleinen Schottersteinen. Nach der Schule ab in die Steinbrüche oberhalb der nordperuanischen Stadt Chota, das ist der Alltag von  Hunderten von Kindern. In diesen Steinbrüchen haben schon die meisten der Väter dieser Kinder gearbeitet, die jetzt mit Staublunge zu Hause liegen. So schafft sich die Ausbeutung ihren Generationen-Nachschub. Schulaufgaben, wenn die Kinder dazu überhaupt noch die Kraft haben, machen sie nachts.

Der Einfallsreichtum der Ausbeutung ist groß: Den Hammer müssen sich die Kinder selbst kaufen. Allein um ihn bezahlen zu können, sind schon mal sechs Wochen Arbeit notwendig. Die Acht- bis Vierzehnjährigen arbeiten auch deshalb, damit sie das Schulgeld  bezahlen, sich Schuluniform und Hefte leisten können. Die teuflische Logik dieses Systems ist, wenn du nicht in die Schule gehst, musst du auch nicht im Steinbruch arbeiten. Das ist eine neue, heimtückische Variante der Zukunftsvernichtung für Kinder.

Die Politik versagt. Sie kümmert sich nicht um die Kinder, die zerstört werden. Jeder Schlag mit dem Hammer auf die Steine von La Cangana ist ein Schlag in die Gesichter der Kinder von Chota. Wann erfüllen die Regierungen endlich die Verträge, die sie unterschrieben haben? Wann wacht endlich die internationale Arbeitsorganisation über die Einhaltung dieser Konventionen? Und wann kümmern sich die Gewerkschaften um Kinder in Not?

 Die Kinder von La Cangana rufen nach Hilfe, so wie die Kinder aus Tausenden anderer Steinbrüchen der Erde.

Dr. Norbert Blüm mit Kinderarbeitern im Steinbruch

Dr. Norbert Blüm mit Kinderarbeitern im Steinbruch

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2 Kommentare zu Wie Kinder kaputt gemacht werden

  1. martina

    Wäre doch super, wenn Herr Blüm sich mit den Herren der Politik in Peru auseinander setzen würde. Er kennt und findet sicherlich richtige Wege. Kennt sich aus in der Politik. Weiß welchen Weg man einschlagen kann.
    Vom hinfahren und gucken, wird es auch nicht besser.
    Wäre doch eine sehr gute Tat.

  2. dadman

    Sorry , Herr Blüm – Unrecht und Geldsüchtiges Verbrechen mit Kindern gibt es überall.Das perverse ist diese Vergewaltigung von Zukunft ,auch hier in Deutschland ,da wo es wohl keiner vermuten sollte.Alle wissen es hier vor unserer Haustür ,da wo man am ehesten helfen kann.Was dort passiert ist schlimm -egal wo , egal , egal ? ,egal? Nichts mehr als ein weiteres Stück in einem Puzzel von Gier und Verbrechen.
    Aber ich lebe hier und hier ist unsere bundesdeutsche Baustelle.Globalismus zeugt heute in Deutschland ganz klar seine Spuren.Armut erzeugt Gier nach Geld mit denen die genauso hilflos sind wie die Kinder im Steinbruch – nur ohne Staublunge mit Wunden die nicht so offensichtlich sind – mit kleinen kaputten Menschen , die verwertet , verwahrlost , ungebildet und allein gelassen werden.Bahnhof Zoo – das ist heute auch so.Jedes sechste Kind in Deutschland lebt in Armut.Wieviel Verantwortung , wieviel Möglichkeit gibt der Staat heute unseren Kindern.Bildungsniveau , traditionelle Werte , staatliche Verlässlichkeit und ein Höstmaß an qualitativer Bildung in jeder Bildungsstufe – Herr Blüm , vieleicht wenn es so weiter geht , finden wir hier in Deutschland Kinder im Steinbruch.
    H.L. PS. Ich bin kein Neo

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