3. Mai – ein Tag im Leben von Myanmar

Eines der mit Unterstützung der Kindernothilfe gebauten Häuser im Delta

Eines der mit Unterstützung der Kindernothilfe gebauten Häuser im Delta. Foto: Dietmar Roller

Es ist Sonntag, der 3. Mai, auf den Tag ein Jahr nach der noch immer unfassbaren Katastrophe, die der Zyklon „Nargis“ über das Land brachte.
Wir sind im Irrawady-Delta unterwegs: Dietmar Roller, der Auslandschef der Kindernothilfe und ich. Vor einigen Monaten wäre das noch unvorstellbar gewesen: zwei Ausländer unterwegs im Delta, das noch immer Sperrgebiet ist und nur mit Sondergenehmigung betreten und bereist werden darf. Wir haben sie organisiert durch den lokalen Partner Amurt, mit dem die Kindernothilfe unter anderem ihr Hausbauprogramm realisiert. Auf Spurensuche sind wir – die Spuren von Leid und Zerstörung sind auch ein Jahr danach unübersehbar: die Reste zerstörter Bambushütten, die getrockneten graubraunen Schlammmassen. Die nächste Regenzeit steht unmittelbar vor der Tür. Aber auch Spuren der Hoffnung werden wir finden, gerade auch an diesem für die Menschen im Delta so schweren Tag mit so schrecklichen Erinnerungen: der jungen Frau im Dorf Tawka Man zum Beispiel, die im Wasser stand, bis es ihr über den Mund gestiegen war und sie nach Tagen gerettet wurde. Es drängt sie nicht, ihre Gefühle zu schildern. Als sie es tut, sieht man die Tränen, auch bei vielen ihrer Mitbewohner im Dorf.

Die fast 500 Häuser, die die Kindernothilfe im Delta bauen lässt, sind Zyklon-sicher und sollen Stürmen bis zu 200 km/h trotzen. Spuren der Hoffnung auch dort, wo Schulen von der Kindernothilfe gebaut werden: das Fundament zwei Meter über dem Erdboden und auch als Zykon-Shelter errichtet.

Kinderzentrum in Birma

Kinderzentrum in Birma

Als wir am Nachmittag ein Kinderzentrum in Kyon Chiu besuchen, da erzählten die Kindergärtnerinnen, dass auch die Drei- bis Fünfjährigen immer wieder nach Nargis fragen, gerade in diesen Tagen.
Dort, wo die Kindernothilfe Schulen, Häuser und Kinderzentren gebaut hat, empfangen uns die Menschen mit unglaublicher Gastfreundschaft und unendlicher Dankbarkeit für das, was Spenden und Spender aus Deutschland möglich gemacht haben. Wir werden bewirtet, begrüßt und bestaunt. In manchem Dorf sind wir die ersten Ausländer, die die Menschen je gesehen haben.

Und auch wenn das Land in seiner Armut und Abgeschiedenheit wie das Nordkorea Südostasiens erscheint, Hilfe und ausländische Hilfsorganisationen haben wenigstens einen kleinen Spalt in der Mauer aus Abwehr und Isolation geöffnet.

Der Weg ist das Ziel: Stunden um Stunden sind Dietmar Roller und ich im Jeep auf abenteuerlichen Schlaglochpisten unterwegs, die erste Nacht verbringen wir auf hartem Boden und mit großer Gastfreundschaft bei Dorfbewohnern, Wasser finden wir im Duschhaus der buddhistischen Mönche. Leid und Erinnerung können wir nicht teilen, aber Hoffnung bringen mit all den Wiederaufbau- und Zukunftsprojekten, bei denen alle im Dorf, in der Schule und im Kinderzentrum mithelfen. Und wenn Dietmar Roller ihnen dann sagt, dass das alles ohne ihre Mitarbeit nicht so gelungen wäre, dann kann unsere Freude ihr Stolz sein.

Später steigen wir aufs Boot, eine andere Transportmöglichkeit gibt es auf den Seitenarmen des Irrawaddy nicht. Gemächlich zieht das Land vorbei und das Staunen der „Boat People“, die an uns Fremden vorbeiziehen, ist wirklich nicht zu übersehen.

Wer sieht, wie sich die Uferlinie im Delta nur ein bis eineinhalb Meter aus dem Wasser erhebt, spürt schnell, wie groß die Bedrohung bleibt und wie nötig weitere Hilfe für Schutzbauten, Wasseraufbereitung und Hygiene ist.
Noch immer sind 54.000 Menschen im Delta „vermisst“ und jeder weiß, dass „vermisst“ tot heißt. Ein Drittel der geborgenen und der Vermissten sind Kinder und deshalb sind die Projekte vor allem Hoffnungszeichen für sie.

Auf dem Rückweg in die Millionenstadt (und ehemaligen Hauptstadt) Rangun lese ich ein Zitat des amerikanischen Historikers John F. Cady, der einmal gesagt hat: „Das Land umfängt seine Freunde mit einer Art von Zauber, den sie nicht durchbrechen können, selbst wenn sie es wollten.“ Es ist der Zauber, der von tapferen und trotz allem lebensmutigen Menschen und ihrer Würde ausgeht.

Das haben wir mitgenommen an diesem 3. Mai, dem schwersten Tag im Leben von Myanmar. Aber auch, dass eine Junta alter Generäle das Land weiter mit eiserner Faust regiert. Gerade deshalb bleibt Hilfe für die Menschen so wichtig, auch lange nach diesem Jahrestag.

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2 Kommentare zu 3. Mai – ein Tag im Leben von Myanmar

  1. pedaHodamex

    hi

    can anyone help me
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    thanks
    pedaHodamex

  2. Lindsayraikwarme

    China and Russia put the blame on some screwed up experiments of US for the earthquake that happened in Haiti.
    Chinese and Russian Military scientists, these reports say, are concurring with Canadian researcher, and former Asia-Pacific Bureau Chief of Forbes Magazine, Benjamin Fulford, who in a very disturbing video released from his Japanese offices to the American public, details how the United States attacked China by the firing of a 90 Million Volt Shockwave from the Americans High Frequency Active Auroral Research Program (HAARP) facilities in Alaska
    If we can recollect a previous news when US blamed Russia for the earthquake in Georgio. What do you guys think? Is it really possible to create an earthquake by humans?
    I came across this article about Haiti Earthquake in some blog it seems very interesting, but conspiracy theories have always been there.

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