Haiti: „Lasst uns hoffen, dass daraus etwas Gutes wird!“

Als ich heute Morgen meinen Rechner anmache und meine E-Mails abrufe, nimmt die Liste der neuen Mails kein Ende. Was ich besonders beeindruckend finde: Menschen wollen nicht nur spenden, sondern sie überlegen sich auch, wie sie Andere davon begeistern könnten, bei der Hilfe für Haiti mitzumachen. Unternehmen, Künstler, Privatpersonen…..

Da sind zum Beispiel die Schüler vom Albert-Einstein-Gymnasium in Duisburg. Sie hatten vergangenen Samstag einen Tag der offenen Türe an ihrer Schule und haben ganz spontan für Haiti gesammelt. Vorige Tage standen sie dann in der Kindernothilfe-Zentrale und haben die Spendendosen vorbeigebracht:  2456,66 Euro haben sie gesammelt. Ich finde das toll! Danke für Euer Engagement.

Jemand, den sicher viele von Ihnen kennen: Der Gewinner der letzten Staffel bei DSDS:  Thomas Godoj. Er hatte schon vor Weihnachten eine seiner Jacken für die Kindernothilfe versteigert. Jetzt ließ er sich nicht lange bitten: Am 28. Januar gibt es ein Benefizkonzert von Thomas Godoj und der Neuen Philharmonie Westfalen im Ruhrfestspielhaus Recklinghausen. Tickets gibt es übrigens unter www.imvorverkauf.de

Bei all den Spenden ist es mir wichtig, auch an dieser Stelle zu betonen, was die Kindernothilfe mit den Spenden macht. Auf unserer Webseite liest man viel über die medizinische Notversorgung der Verletzten. Das hat im Fall einer Katastrophe wie der in Haiti immer erste Priorität und geschieht immer noch. Gerade sind weitere Ärzte von Humedica eingetroffen.  Nachdem man aufgrund des Nachbebens das Krankenhaus der Hoffnung evakuieren musste, hat der THW nun das Gebäude begutachtet und Ärzte sowie Patienten können wieder hinein.

Wichtig sind auch Wasser und Lebensmittel. Auch hier ist die Hilfe angelaufen, wenn auch immer noch und leider schleppend. Doch sauberes Wasser ist von immenser Bedeutung, gerade, wenn es um den Schutz vor Durchfall und anderen Infektionskrankheiten geht. Schmutziges Wasser und keine öffentlichen Toiletten sind meist Auslöser dessen.  

Wir als Kindernothilfe  haben natürlich vor allem die Kinder im Auge. Und zwar nicht nur diejenigen, die wir bereits vorher betreut haben. Viele Mädchen und Jungen haben in der Katastrophe ihre Eltern verloren und irren allein durch die Straßen von Port au Prince. Und so sind sie leichte Beute für Übergriffe von Kinderhändlern oder Missbrauch im Allgemeinen.  Unser Mitarbeiter vor Ort, Alinx Jean Baptiste, spricht von 50.000 bis 100.000 Kinder, die elternlos sein könnten. Eine unvorstellbare Zahl.

Um hier einen ersten Schritt zu gehen, hat die Kindernothilfe vor einigen Tagen auf dem Gelände des Projekts College Verena ein Kinderzeltlager errichtet. Im Prinzip handelt es sich hier um eine Bretterkonstruktion, über die man Bettlaken gegen die Sonne gespannt hat. Hier werden Drei – bis Sechsjährige behandelt und betreut. Die Mädchen und Jungen finden dort Schutz bekommen zu essen, ihre Wunden versorgt und durch zwei Psychologen betreut. Ein guter Anfang, den es jetzt auszubauen gilt.

Der Wiederaufbau in Haiti steht über allen Hilfsmaßnahmen und wird von allem am längsten dauern. Wir haben für diejenigen unter Ihnen, die sich langfristig für Haiti engagieren wollen, eine Patenschaft für Haiti eingerichtet, die sich speziell um diesen Wiederaufbau kümmert. Im Gegensatz zur Kinderpatenschaft kostet sie 25 Euro im Monat. Mehr Informationen finden Sie auf unserer Webseite.

Wir stehen jeden Tag im Kontakt mit unseren Mitarbeitern vor Ort und versuchen auch einzuschätzen, wie es Ihnen persönlich geht.  Jürgen Schüelin, Leiter des Referats Lateinamerika und Karibik, betreut gerade den Hilfstransport von Air Berlin und „Ein Herz für Kinder“ vor Ort und erzählt uns gestern am Telefon : „Ich freue mich zu sehen, dass unsere Partner und Mitarbeiter trotz allem so optimistisch sind.“ Man strahle hier Zuversicht trotz der dramatischen Lage aus. Das mache Hoffnung. „In einem Gespräch mit einem Journalisten sagte Kindernothilfe-Partner Alinx Jean Baptiste `Wir sind voller Hoffnung, dass aus dieser Situation etwas Gutes wird`.“

Ich würde uns allen wünschen, dass wir uns alle ein wenig von diesem Optimismus anstecken lassen.

Simone Orlik, Kindernothilfe,
pressestelle@knh.info

Eine Kommentar zu Haiti: „Lasst uns hoffen, dass daraus etwas Gutes wird!“

  1. WizardX

    Ihr leistet eine tolle Arbeit in Haiti – aber eine Frage hätte ich: gibt es Informationen zu den Kindern, die bisher im College Verena zur Schule gingen?

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