Proteste in Haiti gefährden Projektarbeit

Schon im Sommer gab es erste Demonstrationen gegen die Veruntreuung von Geldern in Milliardenhöhe aus einem staatlichen Entwicklungsfonds, den Venezuela 2005 mit seinem Hilfsprogramm Petrocaribe ins Leben gerufen hatte

Schon im Sommer gab es erste Demonstrationen gegen die Veruntreuung von Geldern

Haiti ist in Aufruhr: Seit mehr als einer Woche demonstrieren die Menschen gegen den amtierenden Präsidenten Jovenel Moïse. Sie werfen ihm vor, Korruptionsermittlungen gegen die Regierung seines Vorgängers und Ziehvaters Michel Martelly zu behindern. Die wütenden Proteste haben bereits mindestens elf Menschenleben gefordert. Auch unsere Projekte sind unmittelbar davon betroffen. Ein Lagebericht von Jürgen Schübelin, unserem Head of Latin America & Caribbean Department Den ganzen Beitrag lesen »

Gewalt in Chile: Polizei ermordet jungen Mapuche

Camilo Catrillanca ist das jüngste Opfer der Polizeigewalt gegen Mapuche in Chile. Das Bild zeigt ihn bei einem Seminar unseres Partners ANIDE im Jahr 2011.

Camilo Catrillanca ist das jüngste Opfer der Polizeigewalt gegen Mapuche in Chile. Das Bild zeigt ihn bei einem Seminar unseres Partners ANIDE im Jahr 2011.

Am 14. November erschoss eine Spezialeinheit der chilenischen Militärpolizei den 24-jährigen Camilo Catrillanca. Er gehörte der ethnischen Minderheit der Mapuche an und engagierte sich schon als Jugendlicher gegen die Unterdrückung der Mapuche-Gemeinden und den Verlust ihres Landes an Großgrundbesitzer. Seine Ermordung löste in ganz Chile eine Welle von Protesten aus. Der Chef der Regionalverwaltung der Region Araukanien, in der Camilo Catrillanca lebte, musste nach Falschaussagen bereits zurücktreten. Demonstranten fordern nun auch den Rücktritt von Innenminster Andrés Chadwick. Bewirkt Catrillancas Tod endlich ein Umdenken in Chile? Den ganzen Beitrag lesen »

Deutsch-Afrikanischer Wirtschaftsgipfel: Motor für Entwicklung?

Zwei der Teilnehmer des Afrika-Gipfels in Berlin: die Präsidenten von Ruanda und Südafrika, Paul Kagame (re.) und Matamela Cyril Ramaphosa

Zwei der Teilnehmer des Afrika-Gipfels in Berlin: die Präsidenten von Ruanda und Südafrika, Paul Kagame (re.) und Matamela Cyril Ramaphosa

Eine Art Marshallplan für Afrika – offiziell „Compact with Africa“ genannt – soll deutschen Firmen Investitionen in ausgewählten afrikanischen Ländern schmackhaft machen, um so deren nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung zu fördern. Heute trafen sich deshalb in Berlin Spitzenvertreter der Wirtschaft und Politik aus Deutschland und den beteiligten afrikanischen Staaten. Die Frage ist: Wer profitiert von der vor gut einem Jahr aus der Taufe gehobenen Wirtschaftspartnerschaft mehr: die Menschen vor Ort oder die ausländischen Unternehmen? Den ganzen Beitrag lesen »

Tausende auf der Flucht aus Mittelamerika – Kindernothilfe besorgt: Kinder und Jugendliche ohne Schutz auf dem Weg in die USA

Ein Junge sitzt in einem Bus am Fenster. (Quelle: Bastian Strauch)

Honduras schickt Busse, um die Flüchtlinge zurückzuholen.

Seit Tagen berichten die Medien über Tausende von Flüchtlingen, die Richtung US-Grenze durch Mexiko ziehen. Nach UN-Angaben sollen es mittlerweile 7.000 Menschen sein. Sie fliehen vor Armut, Gewalt und Perspektivlosigkeit aus ihren Heimatländern Honduras, El Salvador und Guatemala. Die Kindernothilfe-Partner in Honduras und Guatemala sind besorgt.

Text: Lukas Leßmann, Kindernothilfe Honduras und PAMI (Kindernothilfe-Partner aus Guatemala)

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Nach Tsunami und Erdbeben: Trauma- und Bildungs-Workshops für Pädagoginnen

Unsere Partnerorganisation AMURT Indonesien bietet ab sofort im krisengebeutelten Palu-Distrikt Workshops und psychosoziale Unterstützung für 600 Grundschullehrerinnen und Kindergärtnerinnen an. Der Pilotworkshop stieß auf so großes Interesse, dass Offizielle des Bildungsministeriums im Palu-Distrikt spontan eine Ausweitung der Schulungen arrangierten.

Text: Lukas Leßmann, Karl Andersson/AMURT

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Kinderhandel in Peru: Gemeinsam gegen „trata“!

Plakat gegen die Ausbeutung von Frauen. (Quelle: Jürgen Schübelin)

„Schluss mit der Gewalt gegen Frauen!“ Kinder und Jugendliche von Barranquita haben alle Wände ihrer Schule mit selbst gemalten Plakaten behängt.

Weltweit zwölf Millionen Menschen wurden 2016 Opfer einer sogenannten trata – einer Entführung mit dem Ziel, sie kommerziell sexuell auszubeuten. Die meisten waren minderjährig. In Peru kämpft der Kindernothilfe-Partner Paz y Esperanza gegen das organisierte Verbrechen.

Text und Fotos: Jürgen Schübelin, Referatsleiter Lateinamerika und Karibik, Kontakt: redaktion@kindernothilfe.de

Die Einladung war einfach unwiderstehlich: Direkt ins Studio, zu Cuéntamelo todo („Erzähl mir alles“) mit tollen Fernsehstars. Einmal Show- Ambiente schnuppern und dazu eine Reise nach Lima, in die Hauptstadt! Wochenlang hatte ihr Freund ihr vorgeschwärmt, wie toll das wäre, wenn sie mitkommen würde. Nur erzählen dürfe sie niemandem von dem Plan, vor allem nicht zu Hause, weil dann alle nur neidisch sein würden. Am Ende war es dann ganz einfach: Er wartete vor der Schule in Moyobamba auf sie. Am Omnibusbahnhof, stiegen sie in den Überlandbus. Aber in Lima kamen sie nie an. Das Mädchen war zu diesem Zeitpunkt zwölf Jahre alt, ihr angeblicher Freund, der Mann, der sie entführte, 24.

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Kältewelle: Nothilfe für Andendörfer in Peru

Die Kältewelle in den peruanischen Hochanden stellt die Bauern vor existentielle Probleme.

Während Europa in den Sommermonaten eine extreme Hitzeperiode erlebte, litten ganze Andenregionen unter einem ungewöhnlich harten Winter – und hatten kaum Möglichkeiten, sich vor den wochenlangen Eisestemperaturen zu schützen. Staatliche Hilfen? Fehlanzeige. Die Folgen: Erkrankungen, fehlende Medikamente, Schulausfall. Wir haben ein Nothilfeprogramm gestartet, das vor allem die Kinder im Blick hat – sie leiden besonders unter der Kälte.

Jürgen Schübelin, Referatsleiter Lateinamerika und Karibik Den ganzen Beitrag lesen »

Story-Time: Amal

Hunderttausende Rohingya-Familien sind auf der Flucht vor Gewalt, Zerstörung und Tod. Mehr als die Hälfte sind Kinder. Ihr Ziel: das Nachbarland Bangladesch. Dort angekommen, erwarten sie überfüllte Flüchtlingscamps und chaotische Verhältnisse. Die Kindernothilfe engagiert sich vor Ort. Denn die verfolgten Rohingya erfahren im überforderten und bitterarmen Bangladesch wenig Unterstützung.

Karl Andersson von der Kindernothilfe-Partnerorganisation AMURT hat mit Menschen aus dem Lager gesprochen.

„Wenn ihr uns zurückschicken wollt, tötet uns besser hier.“

Amal (Name geändert) ist 35 Jahre alt. Ihre Familie führte in Myanmar ein gutes Leben: Sie lebten in einem schönen Haus mit drei Hektar Ackerland, zwei Stieren und zwei Kühen. Amal und ihr Mann haben sieben Kinder – sechs Töchter und einen Sohn. Ihre jüngste Tochter ist sieben Jahre alt. Obwohl Amal staatenlos ist, fühlt sie sich in Bangladesch wohler als in Myanmar, denn in ihrem früheren Wohnort hatten ihre Kinder keine Chance auf Bildung.

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Story-Time: Hassan

Hunderttausende Rohingya-Familien sind auf der Flucht vor Gewalt, Zerstörung und Tod. Mehr als die Hälfte sind Kinder. Ihr Ziel: das Nachbarland Bangladesch. Dort angekommen, erwarten sie überfüllte Flüchtlingscamps und chaotische Verhältnisse. Die Kindernothilfe engagiert sich vor Ort. Denn die verfolgten Rohingya erfahren im überforderten und bitterarmen Bangladesch wenig Unterstützung.

Karl Andersson von der Kindernothilfe-Partnerorganisation AMURT hat mit Menschen aus dem Lager gesprochen.

„Wenn wir zurückkehren, werden sie uns töten!“

Hassan (nicht sein richtiger Name) ist neun Jahre alt. Im September 2017 kam er mit seinen Eltern von Myanmar nach Bangladesch. Sein Vater Jubyeer war dort Fischer, und er hat sieben Geschwister. Hassan ist unterernährt – das hat sich auch auf sein körperliches Wachstum ausgewirkt: Auf seinen Beinen kann er kaum richtig stehen. Auch seine geistige Entwicklung ist nicht altersgerecht.

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Story-Time: Yasser

Hunderttausende Rohingya-Familien sind auf der Flucht vor Gewalt, Zerstörung und Tod. Mehr als die Hälfte sind Kinder. Ihr Ziel: das Nachbarland Bangladesch. Dort angekommen, erwarten sie überfüllte Flüchtlingscamps und chaotische Verhältnisse. Die Kindernothilfe engagiert sich vor Ort. Denn die verfolgten Rohingya erfahren im überforderten und bitterarmen Bangladesch wenig Unterstützung.

Karl Andersson von der Kindernothilfe-Partnerorganisation AMURT hat mit Menschen aus dem Lager gesprochen.

„Ich weiß nicht, wann wir aus diesem Gefängnis entlassen werden“

Yasser (Name geändert) ist 28 Jahre alt und kommt aus Myanmar. Er wurde vor fünf Jahren wegen eines angeblich illegalen Besuchs in Bangladesch verhaftet. Damals war er für die Behandlung seines kranken Vaters ins Nachbarland gekommen, da es in Myanmar keine geeignete Einrichtung gab. Nach der Behandlung kehrte er zurück. Als die Behörde erfuhr, dass Yassir Bangladesch ohne legale Erlaubnis besucht hatte, wurde er verhaftet. Fünf Jahre Haft lautete seine Strafe, nach bereits drei Jahren wurde er wegen gutem Benehmen entlassen.

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