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	<title>Kindernothilfe Blog</title>
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	<description>50 Jahre Kindernothilfe</description>
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		<title>Peru einmal anders</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 15:40:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Aiyub</dc:creator>
				<category><![CDATA[auf und davon]]></category>
		<category><![CDATA[wir]]></category>

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		<description><![CDATA[Dr. Ilse Kreiner aus Perchtoldsdorf/Österreich verbrachte insgesamt sechs Monate im Kindernothilfe-Projekt in Peru, wo sie den Kindern Nachhilfe in Englisch erteilte, Workshops organisierte und Familienbesuche zur Kontaktpflege mit den Eltern machte. In ihren Bericht schildert sie ihre Erlebnisse.
&#8220;Maria Elena sitzt mir gegenüber, in ihren Augen glänzen Tränen. Sie ist 46 Jahre alt und sieht aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a rel="attachment wp-att-2917" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2914/kreinerknh18383_1280x825_1280x825_0x72"><img class="alignleft size-full wp-image-2917" title="kreinerKNH18383_1280x825_1280x825_0x72" src="http://blog.kindernothilfe.org/de/wp-content/uploads/2012/01/kreinerKNH18383_1280x825_1280x825_0x72.jpg" alt="" width="800" height="515" /></a>Dr. Ilse Kreiner aus Perchtoldsdorf/Österreich verbrachte insgesamt sechs Monate im Kindernothilfe-Projekt in Peru, wo sie den Kindern Nachhilfe in Englisch erteilte, Workshops organisierte und Familienbesuche zur Kontaktpflege mit den Eltern machte. In ihren Bericht schildert sie ihre Erlebnisse.</strong></p>
<p>&#8220;Maria Elena sitzt mir gegenüber, in ihren Augen glänzen Tränen. Sie ist 46 Jahre alt und sieht aus wie 70. Niemals werde ich ihr Gesicht vergessen, als sie mir von ihrem Leben erzählt. Es ist ein Leben voller Gewalt, Unwissenheit und Armut. Schon als Kind wurde sie von ihrem Vater verprügelt, später von ihrem Herrn, der das Hausmädchen wie eine Leibeigene behandelte, danach und bis heute von ihrem Ehemann. Die Schule hat sie praktisch nie besucht. Die war zu teuer und außerdem: Wozu? Sie war ja doch nur ein Mädchen. Maria Elena spricht leise. In ihrer Stimme ist keine Anklage, kein Aufbegehren. Nur Resignation. Sie hat nicht die Kraft, nicht die Mittel, ihr Leben zu ändern. Aber sie hofft, daß ihre Kinder die Chance erhalten, einmal ein besseres Leben zu führen.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-2922" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2914/cajamarca152663"><img class="alignleft size-full wp-image-2922" title="cajamarca152663" src="http://blog.kindernothilfe.org/de/wp-content/uploads/2012/01/cajamarca152663.jpg" alt="" width="600" height="400" /></a>Wir sind hier in Cajamarca, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Norden Perus. Die Stadt liegt auf 2.800 m Seehöhe, die ca. 100.000 Einwohner leben im Talkessel, rund um ein hübsches, kolonial anmutendes Stadtzentrum und auf den Hängen der umliegenden Hügel. Es gibt eine Vielzahl von Restaurants, Bars und Diskotheken. Für Sportliche gibt&#8217;s etliche Fitnesscenter und eine sehr große Sportanlage, die sogar zwei Tennisplätze aufweist. In Cajamarca lässt es sich gut leben, zumindest wenn man ein ausreichendes Einkommen hat. Durch den Bergbau könnte es eine sehr reiche Provinz sein. Doch wie so häufig spürt die Mehrheit der Bevölkerung nichts von diesem Reichtum.</p>
<p>Der in Cajamarca ansässige Projektpartner der Kindernothilfe IINCAP „Jorge Basadre&#8221; (Instituto de INvestigación y CApacitación Profesional) versucht, armen Familien eine Chance zu geben. Durch Fortbildungskurse verschiedener Art und durch Mikrokredite an die Eltern hilft er, die wirtschaftlichen Verhältnisse zu verbessern. Im Gegenzug verpflichten sich die Eltern, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Falls sich Kinderarbeit nicht vermeiden lässt, so wird darauf geachtet, daß die Kinder mindestens 14 Jahre alt sind und der Besuch der Schule nicht beeinträchtigt wird.</p>
<p>Im Januar 2010 hatte ich das Glück, als Freiwillige für IINCAP zu arbeiten. Ich bin 56 Jahre alt, Betriebswirtin und Organisatorin und habe mir mit diesem Einsatz einen Lebenstraum erfüllt. Ich wurde von meinen IINCAP-Kollegen, den Kindern und deren Eltern ohne jeden Vorbehalt akzeptiert, und ich war fasziniert von der Freundlichkeit der Menschen. Fast drei Monate später bei meiner Abreise war klar: ich komme wieder!</p>
<p><a rel="attachment wp-att-2925" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2914/kreinerknh18385_1280x825_1280x825_0x21"><img class="alignleft size-full wp-image-2925" title="kreinerKNH18385_1280x825_1280x825_0x21" src="http://blog.kindernothilfe.org/de/wp-content/uploads/2012/01/kreinerKNH18385_1280x825_1280x825_0x21.jpg" alt="" width="800" height="515" /></a>Im Oktober 2010 war es dann erneut soweit. Diesmal teilte man mir sofort meine Aufgaben zu: Workshops für die Kinder halten, Familienbesuche machen zur Kontaktpflege mit den Eltern, ja und dann natürlich Nachhilfekurse in Englisch halten. In den Workshops werden anhand von Fallstudien Themen wie Rechte der Kinder, Gewalt in der Familie oder ethische Werte behandelt. Aufgrund ihrer gemachten schlechten Erfahrungen haben viele Kinder Angst, ihre Meinung zu sagen. Oder sie können nicht glauben, dass sich jemand dafür interessiert. Umso schöner war es zu erleben, wie die meisten nach und nach ihre Angst verloren, Selbstbewusstsein entwickelt und einige sogar frei vor der Gruppe gesprochen haben.</p>
<p>Der Englischkurs hingegen war für mich bei meinem ersten Aufenthalt Stress pur: Gruppen von bis zu 30 Kindern im Alter von 7 bis 15 Jahren und keinerlei Arbeitsmittel. Beim zweiten Aufenthalt habe ich dann CDs, Arbeitsbücher und Worksheets mit Bildern zum Malen für die Kleinen und lustigen Geschichten für die Großen mitgebracht. Wegen ihrer schlimmen Erinnerungen an ihre Zeit beim Straßenverkauf, am Bau, in der Schmiede etc. haben die Kinder große Konzentrationsprobleme. Trotzdem ist einiges an Wissen hängengeblieben und wir hatten alle Spaß bei der Arbeit. Laura und Marco, zwei „meiner&#8221; Schüler haben dann ihre Nachprüfung in Englisch bestanden. Ich war richtig stolz auf sie. Meine IINCAP-Kollegen sagen, dass viele Kinder in diesem Schuljahr bessere Noten haben als früher. Das macht mich glücklich und lässt mich Momente der Enttäuschung vergessen.</p>
<p>Ein wichtiger Teil der Arbeit von IINCAP ist es, den Eltern die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit von Schulbildung näher zubringen. Seit vielen Jahren erklären die Mitarbeiter es immer und immer wieder. Dann, eines Tages, sagte mir Gloria, ein zwölfjähriges Mädchen, sie könne an der letzten, für den Aufstieg entscheidenden Prüfung nicht teilnehmen, weil sie auf ihren kleinen Bruder aufpassen müsse. Ich war entsetzt, konnte es nicht fassen. Nach Jahren des ständigen Erklärens werden immer noch manchmal die Prioritäten anders gesetzt. Aber zumindest geht die Anzahl solcher Fälle zurück. Außerdem: Auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut&#8230;.Für Gloria gab es ein gutes Ende. Aufgrund einer Sondervereinbarung mit der Professorin durfte sie die Prüfung nachholen und war erfolgreich.</p>
<p>Die schönsten, gleichzeitig aber auch schwierigsten Momente während meines Aufenthalts in Cajamarca habe ich bei Familienbesuchen erlebt. Die Erzieher von IINCAP fungieren bei solchen Gesprächen als Zuhörer, Psychologen oder Berater, manchmal auch als Blitzableiter oder Grabsteine, wenn sich z.B. eine Frau über ihren Ehemann ausweinen will. Es war für mich nahezu unfassbar, mit welcher Selbstverständlichkeit ich in den Familien willkommen geheißen wurde, sie mich in die Gespräche einbezogen und um meine Meinung gefragt haben. Obwohl ich dabei manchmal an die Grenze meiner emotionalen Möglichkeiten gestoßen bin, bleiben diese Gespräche das Beeindruckendste, das ich während meines Aufenthaltes erlebt habe.</p>
<p>In den insgesamt sechs Monaten, die ich in Cajamarca verbringen durfte, habe ich nicht nur eine fremde Kultur und Lebensart kennen gelernt. Die Kinder und ihre Eltern haben mir auch geholfen, die wichtigen Dinge von den nur scheinbar wichtigen zu unterscheiden. Ich glaube, dass ich von ihnen mehr gelernt habe als sie von mir. Für diese Erfahrung bin ich den Mitarbeitern von IINCAP sehr dankbar.</p>
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		<title>Facebook verbindet Paten mit ehemaligen Patenkindern</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 12:28:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Aiyub</dc:creator>
				<category><![CDATA[wir]]></category>

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		<description><![CDATA[Patin Jenny Latz kommuniziert mit ihrem ehemaligen Patenkind aus Äthiopien via Facebook.
&#8220;Nunmehr betreue ich mein viertes Patenkind. Dabei lege ich stets großen Wert auf direkten Schriftverkehr mit dem jeweiligen Patenkind.
Bis vor 2 Jahren habe ich einen jungen Mann aus Kenia unterstützt, der über die Kindernothilfe nach Abschluss des College bei seinem Bachelor-Studium Computer Science finanziert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Patin Jenny Latz kommuniziert mit ihrem ehemaligen Patenkind aus Äthiopien via Facebook.</strong></p>
<p>&#8220;Nunmehr betreue ich mein viertes Patenkind. Dabei lege ich stets großen Wert auf direkten Schriftverkehr mit dem jeweiligen Patenkind.</p>
<p>Bis vor 2 Jahren habe ich einen jungen Mann aus Kenia unterstützt, der über die Kindernothilfe nach Abschluss des College bei seinem Bachelor-Studium Computer Science finanziert wurde. Nach dem Bachelor war dann Schluss mit der Förderung. Inzwischen hatte sich jedoch ein reger Email-Austausch zwischen mir und meinem Patenkind entwickelt, so dass ich ihn bei weiteren Entscheidungen beraten konnte. Er hatte einen Job bei Safari.com in Nairobi, um sich evt. ein weiteres Master-Studium selbst finanzieren zu können. </p>
<p>Als ich im Jahr 2010 mich aus geschäftlichen Gründen mit Facebook und dem Web 2.0 auseinander setzen musste, kam mir die Idee, über die FB-Suchfunktion mein ehemaliges Patenkind ausfindig zu machen. Und siehe da&#8230; er hatte ein Profil und freute sich riesig über meine Kontaktaufnahme!!! Seitdem nehmen wir gegenseitig Einblick in unsere Aktivitäten auf FB. Ab und zu, wenn ich neue Bilder einstelle, schickt er einen Kommentar und ich übersetze ihm einige deutsche Texte. Auch für mich ist es sehr interessant zu sehen, welche Community sich in Kenia von ehemaligen Absolventen des Starehe Boys Centre entwickelt und wie sehr es den jungen Leuten am Herzen liegt, die erhaltene Message in ihrem Leben weiter zu geben. Sprachlich ist es allerdings oft nicht ganz einfach für mich, den Mix aus English, Kenia-Dialekten und Jugendsprache nebst Abkürzungen zu verstehen <img src='http://blog.kindernothilfe.org/de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Vielleicht konnte ich mit diesem Bericht einigen anderen Paten eine kleine Anregung vermitteln, sich mit ihren Patenkindern hier über FB zu vernetzen.</p>
<p>Eine schöne Adventszeit wünscht Ihnen allen Jenny Latz&#8221;</p>
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		<title>Brasilienarbeit der Kindernothilfe wird neu justiert</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Oct 2011 07:06:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Aiyub</dc:creator>
				<category><![CDATA[wir]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie verändern sich die Aufgaben eines Werkes wie der Kindernothilfe in einem Schwellenland wie Brasilien, das, was seine makroökonomischen Hausnummern anbelangt, in den zurückliegenden Jahren durchaus mit relevanten Erfolgen aufwarten konnte und entsprechend auf internationaler Bühne zunehmend selbstbewusster auftritt?
Eine Woche lang diskutierten die drei Regionalkoordinatoren von Kindernothilfe-Brasilien, Raimunda da Silva aus Recife, Andréia Barreto aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a rel="attachment wp-att-2904" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2890/untitled-4"><img class="alignleft size-full wp-image-2904" title="untitled" src="http://blog.kindernothilfe.org/de/wp-content/uploads/2011/10/untitled.bmp" alt="" /></a>Wie verändern sich die Aufgaben eines Werkes wie der Kindernothilfe in einem Schwellenland wie Brasilien, das, was seine makroökonomischen Hausnummern anbelangt, in den zurückliegenden Jahren durchaus mit relevanten Erfolgen aufwarten konnte und entsprechend auf internationaler Bühne zunehmend selbstbewusster auftritt?</strong></p>
<p>Eine Woche lang diskutierten die drei Regionalkoordinatoren von Kindernothilfe-Brasilien, Raimunda da Silva aus Recife, Andréia Barreto aus Belo Horizonte und Sergio Soares aus Porto Alegre, in Duisburg mit dem Kindernothilfe-Vorstand und dem -Brasilien-Team über die Grundlagen für ein neues Strategiepapier, das den Leitfaden für die Programmentwicklung bis 2016 bilden soll.</p>
<p>Die Sozialwissenschaftlerin Cássia Vieira de Melo, ebenfalls aus Belo Horizonte, hatte dafür ein umfangreiches Analyse-Dokument zu den gravierendsten Kinderrechtsverletzungen und eklatantesten Armutsproblemen im größten Land Lateinamerikas verfasst.</p>
<p>Ein besonderes Augenmerk richteten die workshop-Teilnehmer auf die Situation von Kindern und Jugendlichen, die Opfer von sexueller Gewalt und sexueller Ausbeutung werden. Noch immer fehlt es in Brasilien an Strategien, staatlichem und gesellschaftlichem Engagement, um Kinder und Jugendliche wirkungsvoll zu schützen. Weitere Gruppen, denen in der kinderrechtsbasierten Länderstrategie Brasilien erhöhte Aufmerksamkeit zuteil werden wird, so eines der Zwischenergebnisse des Duisburger Treffens, sind Kinder aus indigenen Gemeinschaften und anderen ethnischen Minderheiten sowie Kinder mit Behinderungen.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-2895" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2890/p1060786-2"><img class="alignleft size-large wp-image-2895" title="P1060786" src="http://blog.kindernothilfe.org/de/wp-content/uploads/2011/10/P10607861-1024x768.jpg" alt="" width="344" height="258" /></a>Deutlich wurde auch, dass die Kindernothilfe das Engagement in ländlichen Regionen mit besonders gravierenden Armutsindikatoren, vor allem im Nordosten und Norden des Riesenlandes verstärken wird; dort haben sich, so der Kindernothilfe-Vorstandsvorsitzende Dr. Jürgen Thiesbonenkamp, „die Lebensbedingungen von Kindern in Armut und extremer Armut seit 30 Jahren nicht verändert“. Die Neuausrichtung der Kindernothilfe-Programm-Schwerpunkte in Brasilien geht daher zwangsläufig einher mit geographischen Verschiebungen innerhalb des Länderprogramms: Rückbau der Zahl der geförderten Projekte im Süden Brasiliens, Verstärkung des Engagements im Nordosten und Norden &#8211; sowie in denjenigen urbanen Ballungsräumen mit der höchsten Armuts- und Gewaltdichte gegen Kinder und Jugendliche.</p>
<p>„Wir werden uns in Brasilien auch weiterhin engagieren“, bekräftige der stellvertretende Kindernothilfe-Vorstandsvorsitzende Rolf-Robert Heringer, der innerhalb der Leitungsstruktur der Kindernothilfe auch die Verantwortung für die Brasilien-Arbeit trägt. „Wir lassen uns nicht täuschen von den Boom- und Glitzerbildern aus den Megacities, sondern schauen ganz genau dort hin, wo Kinder unverändert extremer Armut und extremen Rechtsverletzungen ausgesetzt sind.“</p>
<p>Ihre Fortsetzung wird die äußerst arbeitsintensive und fruchtbare „Duisburger brasilianische Woche“ in der ersten Jahreshälfte 2012 finden, dann, wenn in Brasilien der Weichenstell-Prozess für die neue Kindernothilfe-Länderstrategie abgeschlossen sein wird und die ersten kinderrechtsbasierten Projektaufnahmen angeschoben werden können.</p>
<p><strong>Jürgen Schübelin, Kindernothilfe-Referatsleiter Lateinamerika und Karibik</strong></p>
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		<title>Jugend-Klima-Gipfel 2011</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Oct 2011 07:05:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Aiyub</dc:creator>
				<category><![CDATA[bunt gemischt]]></category>

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		<description><![CDATA[Jens Stephan (16) aus Duisburg berichtet von der zweitägigen Veranstaltung in Berlin.
Seit ich den Film „An inconvenient truth“ von Al Gore gesehen habe, lässt mich das Thema Klimaschutz nicht mehr los. Ich habe für mich beschlossen, meinen eigenen Beitrag zum Klimaschutz zu geben. Auch wenn dieser Beitrag nicht von großer Bedeutung ist, will ich mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jens Stephan (16) aus Duisburg berichtet von der zweitägigen Veranstaltung in Berlin.</strong></p>
<p><a rel="attachment wp-att-2867" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2866/jimg_9271"><img class="size-large wp-image-2867 alignleft" title="jIMG_9271" src="http://blog.kindernothilfe.org/de/wp-content/uploads/2011/10/jIMG_9271-768x1024.jpg" alt="" width="348" height="465" /></a>Seit ich den Film „An inconvenient truth“ von Al Gore gesehen habe, lässt mich das Thema Klimaschutz nicht mehr los. Ich habe für mich beschlossen, meinen eigenen Beitrag zum Klimaschutz zu geben. Auch wenn dieser Beitrag nicht von großer Bedeutung ist, will ich mir und meinen Kindern später die Zukunft sichern. Doch auch den Menschen in den Entwicklungsländern, die einen nur verhältnismäßig kleinen CO2 Ausstoß verursachen und trotzdem durch die Folgen des Klimawandels besonders schwer zu leiden haben, sollte man aus meiner Sicht helfen.</p>
<p>Da ich mich außerhalb des Schulunterrichtes noch nicht wirklich intensiv mit dem Thema Klimaschutz auseinandergesetzt habe, sah ich den Klima-Gipfel als eine sehr gute Möglichkeit, dies zu tun. Außerdem bot der Gipfel auch ein gutes Diskussionsforum, um sich mit anderen Leuten auszutauschen, wozu ich in meinem Umfeld nur vereinzelt die Möglichkeit habe. Die Menschen vor Ort waren alle, trotz Altersunterschiede, sehr aufgeschlossen, was vor allem auch in dem ersten Workshop zur Klimagerechtigkeit deutlich wurde.</p>
<p><strong>Silent-Climate-Parade</strong></p>
<p>Dort wurde uns als erstes ein Input zu dem Thema gegeben und anschließend wurde heiß diskutiert. Leider war für die Diskussion nicht genügend Zeit eingeplant, denn wir fuhren von dort aus direkt zur Silent-Climate-Parade. Diese war meiner Meinung nach ein voller Erfolg, da sie eine äußerst positive Demonstration war. Jeder Teilnehmer hat einen Kopfhörer bekommen, über den zentral, von einem Elektroauto aus, welches mitgefahren ist, Musik und Kommandos übertragen wurden. Jeder war guter Dinge; selbst die Polizei. Ich habe auch bei den Passanten während des Flyer-Verteilens fast nur positive Stimmen gehört. Die einzigen, die sich beschwert haben, waren die Autofahrer, die nicht über den Kuhdamm, den wir für fast 3 Stunden blockiert haben, fahren konnten. Aber das war auch ein Bestandteil der Silent-Parade.</p>
<p>Am zweiten Tag des Klima-Gipfels standen unter anderem wieder Workshops auf dem Programm. Diesmal ging es um eine rhetorische Art, seine Reden möglichst mitreißend zu gestalten. Das sogenannte „public narrative“ wurde von Barak Obama in seinem Wahlkampf erfolgreich angewandt und soll uns nun helfen, die Menschen von dem Ziel „100% erneuerbar in 2050“ zu überzeugen. Ich habe viele neue Eindrücke, aber vor allem Motivation, an meinem täglichen Leben und Konsumverhalten etwas zu verändern, mit nach Hause genommen. Außerdem habe ich mir das Ziel gesetzt, mich in Zukunft auch in meiner Umgebung aktiv zu beteiligen.</p>
<p><strong>Jens Stephan</strong></p>
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		<title>Stolz auf das ehemalige Patenkind</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Sep 2011 07:08:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Aiyub</dc:creator>
				<category><![CDATA[paten sprechen]]></category>
		<category><![CDATA[wir]]></category>

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		<description><![CDATA[Neun Jahre lang hat Ehepaar Windheuser-Schwarz Tiliahun Bekele in Äthiopien unterstützt. Inzwischen ist er erwachsen, hat seine eigene Familie und wird jetzt als Dozent an der Universität arbeiten. Im August besuchte er seine Paten in Deutschland.
„Mit Freude möchten wir Ihnen sagen, dass im August diesen Jahres unser erstes Kindernothilfe-Patenkind bei uns zu Hause für knapp zwei Wochen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Neun Jahre lang hat Ehepaar Windheuser-Schwarz Tiliahun Bekele in Äthiopien unterstützt. Inzwischen ist er erwachsen, hat seine eigene Familie und wird jetzt als Dozent an der</strong> <strong>Universität arbeiten. Im August besuchte er seine Paten in Deutschland.</strong></p>
<p>„Mit Freude möchten wir Ihnen sagen, dass im August diesen Jahres unser erstes Kindernothilfe-Patenkind bei uns zu Hause für knapp zwei Wochen unser Gast war, nachdem mein Mann bereits zweimal ihn und seine Familie in Addis Abeba besucht hatte. Der inzwischen erwachsene und dreifache Familienvater Tilahun Bekele absolvierte im vergangenen Jahr im Rahmen eines Stipendiums ein Ergänzungsstudium in England und erhielt im August diesen Jahres seine Diplomierung – wir sind sehr stolz auf ihn. Er wird in Kürze seine Tätigkeit an der Universität seiner Heimatstadt in der Fakultät für wirtschaftliche und soziale Entwicklung aufnehmen – wir sind sehr stolz auf ihn.</p>
<p>Während seines Besuchs konnten wir ihm einige Eindrücke von unserem Land vermitteln – so besuchten wir den Kölner Dom, die Abtei Maria Laach und die märchenhafte Burg Eltz. Besondere Begeisterung rief bei Tilahun einr Fahrt mit einem Schaufeldampfer rund um die Loreley hervor – für ihn in seinem Leben die erste Fahrt mit einem Schiff.</p>
<p>Erstaunt und ergriffen war er bei einem Besuch in einer Pflegeeinrichtung für psychisch Kranke in unserem Ort, nachhaltig für ihn das Gebet in seiner Sprache am Bett eines Wachkomapatienten äthiopischer Herkunft, wir waren wiederholt dort und konnten auch mit der deutschen Ehefrau sprechen.</p>
<p>Ja – und der Sohn von Tilahun wurde auf den Namen meines Mannes Gerhard evangelisch-lutherisch getauft, im November wird der Patenjunge ein Jahr alt.</p>
<p>Tilahun hat auf unseren Wunsch nach seiner Rückkehr nach Äthiopien auch unsere derzeitige Patentochter besucht und unsere Grüße übermittelt. Er konnte mit der Leiterin sprechen und war von der Einrichtung sehr angetan.</p>
<p>Ich plane übrigens einen Besuch in Äthiopien im kommenden Jahr!“<br />
Ulla Windheuser-Schwarz</p>
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		<title>Chile: Wiederaufbau-Aktivist stirbt bei Flugzeugabsturz &#8211; Kindernothilfe und Partner trauern</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Sep 2011 08:50:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[wir]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit Freitagabend, 2. September, stehen die Menschen in Chile wie unter Schock: Beim Absturz einer Propeller-Maschine der chilenischen Luftwaffe vor der Steilküste der zum Juan-Fernández-Archipel gehörenden Robinson-Crusoe-Insel im Südpazifik kamen alle 21 Passagiere und Besatzungsmitglieder ums Leben. Unter den Verunglückten befindet sich auch der Unternehmer und Erdbeben-Wiederaufbau-Aktivist Felipe Cubillos, mit dem Kindernothilfe und ihre chilenische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2836" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a rel="attachment wp-att-2836" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2830/cubillos_felipe"><img class="size-full wp-image-2836" title="cubillos_felipe" src="http://blog.kindernothilfe.org/de/wp-content/uploads/2011/09/cubillos_felipe.jpg" alt="" width="150" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Felipe Cubillos</p></div>
<p>Seit Freitagabend, 2. September, stehen die Menschen in Chile wie unter Schock: Beim Absturz einer Propeller-Maschine der chilenischen Luftwaffe vor der Steilküste der zum Juan-Fernández-Archipel gehörenden Robinson-Crusoe-Insel im Südpazifik kamen alle 21 Passagiere und Besatzungsmitglieder ums Leben. Unter den Verunglückten befindet sich auch der Unternehmer und Erdbeben-Wiederaufbau-Aktivist Felipe Cubillos, mit dem Kindernothilfe und ihre chilenische Partnerorganisation ANIDE im vergangenen Jahr &#8211; nach der „terremoto“- und Tsunami-Katastrophe &#8211; bei der Neuerrichtung des völlig zerstörten Kindertagesstätten- und Stadtteilprojektes „El Pescador“ in Coronel-Lo Rojas (92042) intensiv zusammengearbeitet haben.</p>
<p>Cubillos und weitere fünf Mitarbeiter der von ihm nach dem Erdbeben vom 27. Februar 2010 gegründeten Stiftung „Desafío Levantemos Chile“ (Herausforderung Chile-gemeinsam-wieder-auf-die-Beine-zu-bringen) waren zusammen mit einem Team des Fernsehsenders TVN – „Televisión Nacional de Chile“ – sowie des „Consejo Nacional de Cultura y de las Artes“ (Nationaler Rat für Kultur und Künste) zum Juan-Fernández-Archipel geflogen, um dort die Fortschritte beim Wiederaufbau des nach dem Beben von Tsunami-Wellen zerstörten Dorfes San Juan Bautista zu begutachten und weitere Unterstützungsprojekte für die Menschen auf der rund 670 Kilometer vom chilenischen Festland entfernt gelegenen Inselgruppe zu initiieren.</p>
<p>Der Pilot der zweimotorigen Luftwaffenmaschine CASA C-212 hatte am Freitagabend, kurz vor 18 Uhr, chilenischer Zeit, zweimal vergeblich versucht, auf der nur 800 Meter langen Landebahn des Archipels aufzusetzen, war jedoch durch starke Böen abgedrängt worden und verlor danach offenbar die Kontrolle über das Flugzeug, das schließlich ins offene Meer stürzte. Trotz einer umfangreichen Rettungs- und Suchaktion durch die chilenische Luftwaffe und Marine &#8211; sowie die Bewohner des Juan-Fernández-Archipels &#8211; konnte niemand von den 21 Personen an Bord lebend geborgen werden.</p>
<div id="attachment_2849" class="wp-caption aligncenter" style="width: 1034px"><a rel="attachment wp-att-2848" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2830/chile-pescador"></a></dt>
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</dl>
</div>
<p><a rel="attachment wp-att-2849" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2830/chile-pescador-2"><img class="size-large wp-image-2849" title="Chile Pescador" src="http://blog.kindernothilfe.org/de/wp-content/uploads/2011/09/Chile-Pescador1-1024x683.jpg" alt="" width="1024" height="683" /></a></p>
<div class="mceTemp mceIEcenter">
<dl id="attachment_2849" class="wp-caption aligncenter" style="width: 1034px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a rel="attachment wp-att-2848" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2830/chile-pescador"></a><p class="wp-caption-text">Die zerstörte Kindertagesstätte El Pescador</p></div>
<dl></dl>
<dl></dl>
<p>Als am 27. Februar 2010 ein verheerendes Erdbeben, das mit einer Magnitude von 8,8 zu den sechs schwersten Katastrophen in der Geschichte der seismischen Forschung gehört, das Gebäude des seit Ende der neunziger Jahre von Kindernothilfe geförderten Stadtteil- und Kindertagesstätten-Projektes „El Pescador“ völlig zerstörte – und nur noch die Möglichkeit eines Totalabrisses blieb, bot Felipe Cubillos mit seiner Initiative „Levantemos Chile“ großzügig Hilfe an. Innerhalb weniger Monate gelang es mit vereinten Kräften und dem Engagement von Spendern aus Deutschland, Norwegen und Chile, für den „Pescador“ und die unter äußerst prekären Bedingungen vom Fischfang lebenden Familien aus Lo Rojas zumindest eine Teillösung zu entwickeln. Dank eines innovativen Container-Baukasten-Systems konnte ein halbes Jahr nach dem Erdbeben in einer ersten Phase der Kindergarten-Bereich des Projektes wieder in Gang gebracht werden.</p>
<p>„Wir haben damals, in den dramatischen Wochen nach dem Erdbeben, Felipe Cubillos kennen- und schätzen gelernt“, erinnert sich José Horacio Wood, Direktor des Kindernothilfe-Partners ANIDE, „dieser Mann brannte geradezu für die Aufgabe, Schulen und anderen Projekten mit Kindern aus Armenvierteln zu helfen, wieder auf die Beine zu kommen und erneut ein Dach über dem Kopf zu haben.“ Dabei war der Unternehmer und leidenschaftliche Hochseesegler eigentlich jemand, dem, was seine familiäre Herkunft anbelangt – sein Vater diente dem Pinochet-Regime als Außenminister –, soziales Engagement nicht gerade in die Wiege gelegt worden war.</p>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_2854" class="wp-caption aligncenter" style="width: 829px"><a rel="attachment wp-att-2854" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2830/pescador2"><img class="size-large wp-image-2854 " title="Pescador2" src="http://blog.kindernothilfe.org/de/wp-content/uploads/2011/09/Pescador2-1024x683.jpg" alt="" width="819" height="546" /></a><p class="wp-caption-text">Felipe Cubillos unterstützte den Wiederaufbau von El Pescador</p></div>
<p>Doch Felipe Cubillos hielt sich, wann immer er mit Ungerechtigkeiten konfrontiert wurde, nie zurück: In einer seiner letzten öffentlichen Äußerungen vor dem Flugzeugabsturz kritisierte er mit ätzender Schärfe die betrügerischen Praktiken einiger chilenischer Unternehmen, die vor allem Kunden mit kleinen und kleinsten Einkommen durch manipulierte Kreditverträge auspressen. Cubillos sah sich selbst stets als Brückenbauer in einem Land, in dem es praktisch keine Berührungspunkte zwischen den Lebenswelten der Reichen und denen der Armen gibt. „Die Kinder aus Lo Rojas, ihre Familien und das gesamte Team des Pescador-Projektes haben“, so José Horacio Wood, „diesem Mann, seiner Kreativität und seinem rastlosen Engagement sehr viel zu verdanken.“</p>
<p>Dieser Würdigung und diesem Dank für eine ungewöhnliche Partnerschaft schließen uns auch wir von der Kindernothilfe an.</p>
<p>Jürgen Schübelin, Referatsleiter Lateinamerika,  z.Zt. Santiago de Chile (03.09.2011)</p>
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		<title>Chile: Kreativ, frech und unglaublich mutig – Hunderttausende Schüler und Studenten demonstrieren für das Recht auf Bildung</title>
		<link>http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2789</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Aug 2011 10:17:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Aiyub</dc:creator>
				<category><![CDATA[wir]]></category>

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		<description><![CDATA[In Chile demonstrieren Hunderttausende Schüler und Studenten gegen das dortige Bildungssystem. Jürgen Schübelin, unser Referatsleiter für Lateinamerika, ist derzeit in der Hauptstadt Santiage de Chile. In seinem Bericht über die Proteste erklärt er auch, was Arbeit der Kindernothilfe und ihrer Partner mit der Bewegung zu tun hat.
Lang – lang – kurz, kurz, kurz: Das durch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a rel="attachment wp-att-2793" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2789/img_9858"></a><a rel="attachment wp-att-2796" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2789/img_9817"><img class="alignleft size-large wp-image-2796" title="IMG_9817" src="http://blog.kindernothilfe.org/de/wp-content/uploads/2011/08/IMG_9817-1024x803.jpg" alt="" width="524" height="411" /></a>In Chile demonstrieren Hunderttausende Schüler und Studenten gegen das dortige Bildungssystem. Jürgen Schübelin, unser Referatsleiter für Lateinamerika, ist derzeit in der Hauptstadt Santiage de Chile. In seinem Bericht über die Proteste erklärt er auch, was Arbeit der Kindernothilfe und ihrer Partner mit der Bewegung zu tun hat.</strong></p>
<p>Lang – lang – kurz, kurz, kurz: Das durch Mark und Bein gehende Stakkato der Trommeln, Töpfe, Trillerpfeifen und Autohupen ist so etwas wie die Hymne dieses Proteststurms, der Chile seit drei Monaten in Atem hält. Mit demselben legendären Kampfruf „Y va a caer!“ („Und er wird stürzen“) hatte sich die Mehrheit der Chilenen damals im Oktober 1988 Mut gemacht, um in einem Plebiszit das verhasste Pinochet-Regime zu besiegen. Jetzt nutzen die Kinder und Jugendlichen aus einer Generation, die die Terrorherrschaft der Militärs selbst nie erlebt hat, die fünf emblematischen Silben, um das unter der Diktatur installierte neoliberale Schul- und Bildungssystem in seinen Grundfesten zu erschüttern. Und mit ihm gleich die ganze rechtskonservative Regierung unter dem Unternehmer und Dollar-Milliardär Sebastian Piñera.</p>
<p><strong><a rel="attachment wp-att-2799" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2789/img_9793"><img class="alignleft size-medium wp-image-2799" title="IMG_9793" src="http://blog.kindernothilfe.org/de/wp-content/uploads/2011/08/IMG_9793-250x166.jpg" alt="" width="250" height="166" /></a>Kampf gegen ein kommerzialisiertes Schul- und Bildungssystem<br />
</strong>Über 150.000 Schüler und Studenten, unterstützt von Eltern, Lehrern, Hochschulprofessoren und Sympathisanten, zogen allein am 9. August in einem Sternmarsch durch Santiago. Im ganzen Land waren es weitere Hunderttausend. Vermutlich deutlich über eine halbe Million junger Menschen hat sich in Chile während der zurückliegenden Tage an den unterschiedlichsten Aktionen zum Einfordern des Grundrechts auf Bildung beteiligt; unter ihnen Mädchen und Jungen aus zahlreichen von der Kindernothilfe unterstützten Projekten samt ihrer Teams aus Erziehern, Sozialarbeitern und Pädagogen. Seit den Kundgebungen vor dem Plebiszit 1988 gegen Pinochet erlebte das Land keine vergleichbaren Protestaktionen mehr.</p>
<p>Der Kampf gilt einem durch und durch kommerzialisierten Schul- und Bildungssystem, das sich zu einem der lukrativsten Wirtschaftszweige des Andenlands entwickelt hat. In Chile bezahlen Eltern vom Kindergartenalter an aberwitzige Summen, um ihren Kindern eine angeblich privilegierte Bildung zu ermöglichen. Private Sekundarschulen verlangen umgerechnet 750 Euro oder mehr an Schulgeld pro Monat – dreimal soviel wie der gesetzliche Mindestlohn. Nach dem Abi pauken jährlich Zehntausende Schüler in teuren, privaten Akademien, um sich auf die Hochschulzulassungs-Prüfung PSU vorzubereiten. Wer danach studieren möchte und nicht aus einer wirklich wohlhabenden Familie stammt, kann das nur mit Hilfe von Krediten bewerkstelligen. Der Schuldenberg zum Studienende beläuft sich je nach Fach und Uni auf bis zu 40 Millionen Pesos, 60.000 Euro. Ein Albtraum und Mühlstein für jeden Berufseinsteiger.</p>
<p><strong><a rel="attachment wp-att-2800" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2789/img_9867"><img class="alignleft size-medium wp-image-2800" title="IMG_9867" src="http://blog.kindernothilfe.org/de/wp-content/uploads/2011/08/IMG_9867-250x166.jpg" alt="" width="250" height="166" /></a>Studiengebühren haben sich seit 2005 verdoppelt</strong><br />
Die konservative Tageszeitung „El Mercurio“ hat errechnet, dass sich die Studiengebühren an chilenischen Unis seit 2005 bis Mitte 2011 schlicht verdoppelt haben, während die Durchschnittseinkommen im Land im gleichen Zeitraum höchstens um 30 bis 35 Prozent gestiegen sind. Obwohl Universitäten und Privatschulen laut Gesetz eigentlich keine Gewinne erwirtschaften dürften, funktionieren die allseits bekannten Mechanismen zur Abzocke der Studierenden so simpel wie infam: Ganz oft sind die Eigentümer der zahlreichen Privatunis im Land gleichzeitig die Besitzer von Bau- oder Immobilienfirmen, die für die Miete oder Pacht der Gebäude und Infrastruktur der Hochschule völlig überzogenen Preise verlangen – und über eigens gegründete Dienstleistungs- und Service-Betriebe für Gebäudereinigung, Verwaltung, Mensa-Betrieb und windige Berateraufträge Rechnungen jenseits aller Marktbedingungen stellen. Und das alles ganz legal. Zahlreiche Politiker aus allen Lagern sind als Miteigentümer an dem Milliarden-Geschäft rund um die privaten chilenischen Sekundarschulen und Universitäten beteiligt.</p>
<p>An den Studienkrediten, für die höhere Zinsen verlangt werden als beispielsweise für Hypothekendarlehen, verdient die gesamte chilenische Finanzbranche. Das Geschäft läuft so geschmiert, dass seit Jahren sogar Kaufhausketten Jugendlichen Kredite anbieten, um die Studiengebühren zu finanzieren. Und selbst dort, wo sich der Staat über seine nationale Entwicklungsgesellschaft CORFO für die Darlehen an ausgewählte Studierende verbürgt, verdienen die Banken kräftigt über Gebühren und Zinsen mit. Am Ende sind es ganz oft die Eltern der Hochschulabsolventen, denen nichts anderen übrig bleibt, als bis zum Lebensende mitzuhelfen, die Schuldenlast ihrer Kinder abzutragen.</p>
<p><strong><a rel="attachment wp-att-2808" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2789/img_9858-2"><img class="alignleft size-large wp-image-2808" title="IMG_9858" src="http://blog.kindernothilfe.org/de/wp-content/uploads/2011/08/IMG_98581-1024x683.jpg" alt="" width="354" height="236" /></a>Bildung als Strategie zur Überwindung von Armut</strong><br />
Chile zeichnete sich in Lateinamerika bis Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts durch ein vorbildliches öffentliches Bildungssystem aus, in das der Staat erhebliche Ressourcen investierte. Seit den Zeiten der sozialreformerischen Regierung unter Pedro Aguirre Cerda (1938 – 1941) und der Verleihung des Literaturnobelpreis 1945 an eine Dorfschullehrerin, Gabriela Mistral, war es so etwas wie nationaler Konsens, dass das Engagement für Schulen und Bildung die wichtigste Strategie zur Überwindung von Armut und extremer Armut darstellt.</p>
<p>Die sogenannten neoliberalen Reformen des Pinochet-Regimes beendeten diese Politik mit einem Schlag: Die Entscheidungen, die öffentlichen Schulen an die Kommunen zu übergeben und gleichzeitig die entsprechenden Budgetmittel drastisch zurückzufahren sowie den Markt für Hunderte von Privatunis zu öffnen – und seien sie akademisch noch so schmalbrüstig aufgestellt –, veränderten das Gesicht der chilenischen Gesellschaft mehr als alle anderen Zäsuren, die die Militärs dem Land aufzwangen. Da es in Chile keinen kommunalen Finanzausgleich wie in Deutschland gibt, verkam das nunmehr kommunale Bildungssystem fast überall im Land in kürzester Zeit zu einer kümmerlichen Ansammlung von Rest-Schulen für Kinder aus Familien mit niedrigem Einkommen, extrem prekär ausgestattet, mit überforderten Lehrern und viel zu großen Klassen. Wer – wie auch immer – über die Möglichkeit verfügt, seinen Kindern den Besuch einer Privatschule zu ermöglichen, nimmt dafür extreme Opfer und hohe finanzielle Belastungen auf sich.</p>
<p><strong><a rel="attachment wp-att-2801" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2789/img_9878"><img class="alignleft size-large wp-image-2801" title="IMG_9878" src="http://blog.kindernothilfe.org/de/wp-content/uploads/2011/08/IMG_9878-1024x683.jpg" alt="" width="366" height="245" /></a>Schon 2006 gab es Schüleraufstände</strong><br />
Vor fünf Jahren begehrten erstmals die Sekundarschüler gegen dieses System auf und sorgten mit ihrer Bewegung der „Pingüinos“ (Pinguine – in Anspielung auf die Schuluniformen) für internationale Aufmerksamkeit und eine veritable Regierungskrise. Mit halbherzigen Versprechungen und einigen kosmetischen Reförmchen versuchte die damalige Mitte-Links-Koalition unter Michelle Bachelet, die Situation zu entschärfen. Der Protestturm, der seit drei Monaten über Chile fegt, ist hingegen von ganz anderem Kaliber. Hunderte von Schulen und Universitäten im ganzen Land werden seit Wochen von den Schülern und Studenten besetzt gehalten und erbittert gegen alle Räumungsversuche verteidigt. Nacht für Nacht belegt der Rhythmus des Töpfe, Pfannen und Trommeln in zahlreichen chilenischen Städten, welche Intensität die allgemeine Unzufriedenheit mittlerweile erreicht hat. Die Aktionsformen der Schüler und Studenten sind bunt, laut, äußerst kreativ, frech und – mit wenigen Ausnahmen – konsequent gewaltfrei. Als der inzwischen abgesetzte Bildungsminister Joaquin Lavín von der ehemaligen Pinochet-Partei UDI im Juli angesichts des Schüleraufstands nicht mehr weiterwusste und kurzerhand entschied, die Ferien vorzuverlegen, organisierten mehrere tausend Jugendliche aus Protest mitten im chilenischen Winter bei frostigen Temperaturen vor dem Präsidentenpalast eine lautstarke Strandparty in Badehosen und Bikinis, mit Sonnenschirmen, Liegestühlen, Beach-Volleyball und Eisverkäufern.</p>
<p><strong>Facebook und Twitter als wichtigste Informations- und Organisationsmedien</strong><br />
Wie bei den Aufständen in den arabischen Ländern sind auch in Chile Facebook und Twitter die wichtigsten Informations- und Organisations-Medien der Protestbewegung. Die Versuche der Piñera-Administration, sekundiert von den Hauptstadt-Tageszeitungen und den chilenischen Fernsehsendern, die allesamt regierungsnah und an den Interessen der großen Wirtschafts- und Finanzgruppen ausgerichtet sind, die Protestbewegung auseinander zu dividieren, klein zu reden oder in die Nähe von Terroristen zu stellen, hat in den zurückliegenden Tagen eher zu noch mehr Kohäsion und Entschlossenheit, nicht aufzugeben, beigetragen.</p>
<p><strong><a rel="attachment wp-att-2825" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2789/img_9963"><img class="alignleft size-large wp-image-2825" title="IMG_9963" src="http://blog.kindernothilfe.org/de/wp-content/uploads/2011/08/IMG_9963-1024x683.jpg" alt="" width="614" height="410" /></a>Bei der Regierung liegen die Nerven blank</strong><br />
Wer seit dem 4. August die äußerst brutalen Polizeieinsätze mit Schlagstöcken, Wasserwerfern, Tränengas und Massenverhaftungen gegen protestierende Schüler und Studenten in verschiedenen chilenischen Städten miterlebt hat, spürt, wie sehr bei der Regierung mittlerweile die Nerven blank liegen. 370 leere Hülsen von auf sie abgefeuerten Tränengas-Granaten haben an einem einzigen Tag allein die Studenten der Universidad de Chile am Hauptsitz ihrer Hochschule eingesammelt und auf der Straße zu einem improvisierten „Museum der Repression“ aufgereiht. Während der Bürgermeister von Santiago, Pablo Zalaquett, lautstark den Einsatz des Militärs gegen Schüler- und Studenten-Demonstrationen sowie Schnellgerichtsverfahren für festgenommene Jugendliche verlangt, wird immer deutlicher, wie profund sich die Systemkrise inzwischen manifestiert.</p>
<p>Die Forderungen der Schüler und Studenten, ihrer Lehrer und Unterstützer sind klar: Sie wollen, dass der Staat die Kommunalisierung der öffentlichen Schulen rückgängig macht und über sein Bildungsministerium wieder direkt Verantwortung übernimmt. Und es geht um ein gerechtes, nicht an kommerziellen Interessen ausgerichtetes System zur Bildungs- und Studienförderung mit staatlichen Stipendien und Darlehen, ähnlich dem früheren deutschen BAFöG – sowie um eine konsequente Kontrolle von Privatschulen und –Unis. Finanziert werden soll das deutlich stärkere Engagement des Fiskus bei der Umsetzung des Rechtes auf Bildung durch eine Verstaatlichung eines Teils der äußerst lukrativen, von ausländischen Konzernen betriebenen Kupferminen des Landes. Über all diese Elemente einer Bildungsreform sollen, so die Forderung der Protestbewegung, Chiles Bürger in einem Plebiszit abstimmen.</p>
<p>Während Präsident Piñera unerschütterlich erklärt: „Bildung ist ein Konsumgut, für das man bezahlen muss – wie für alles im Leben“, haben Abgeordnete der beiden Kammern des chilenischen Parlaments inzwischen die Initiative ergriffen und eine umfangreiche Delegation aus Vertretern der Protestbewegung zu ausführlichen Gesprächen in den Kongress nach Valparaiso eingeladen.</p>
<p><strong><a rel="attachment wp-att-2812" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2789/img_9927"><img class="alignleft size-medium wp-image-2812" title="IMG_9927" src="http://blog.kindernothilfe.org/de/wp-content/uploads/2011/08/IMG_9927-250x166.jpg" alt="" width="250" height="166" /></a>Die Kindernothilfe und ihr Partner haben Anteil an der Bewegung</strong><br />
Für José Horacio Wood, Direktor der chilenischen KNH-Partnerorganisation Fundación ANIDE, ist der atemberaubende Prozess, der sich in diesen Wochen in Chile vollzieht, auch das Ergebnis der jahrzehntelangen Arbeit von Nichtregierungsorganisationen wie Kindernothilfe und ANIDE:„Wir haben unseren kleinen Anteil zu dieser Bewegung beigetragen. Die Mädchen und Jungen in den Projekten lernen seit Jahren, trotz aller gesellschaftlichen Widerstände, was Kinderrechte sind – und welche zentrale Bedeutung gerade dem Recht auf Bildung zukommt.“ Die Generation, die jetzt das Heft in die Hand genommen hat, so Wood weiter, „ist unter den Bedingungen einer sehr prekären Demokratie aufgewachsen, aber vom Kindergarten an wurde diesen Jugendlichen Selbstbewusstsein und das Gespür, füreinander und für andere Verantwortung zu tragen, vermittelt.“ Sichtlich stolz sind der ANIDE-Direktor und sein Team darauf, dass Jugendliche aus zahlreichen von Kindernothilfe unterstützten Projekten in ihren Schulen zu Sprechern und Team-Leadern gewählt wurden: „Mitzuerleben, wie eine soziale Bewegung, bei der es um ein Kinder- und Menschenrecht geht, eine derartige Kraft entfaltet, das ist für uns alle eine unglaubliche Erfahrung.“</p>
<p><a rel="attachment wp-att-2813" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2789/img_9872"><img class="alignleft size-large wp-image-2813" title="IMG_9872" src="http://blog.kindernothilfe.org/de/wp-content/uploads/2011/08/IMG_9872-1024x683.jpg" alt="" width="645" height="430" /></a>Auf der Plaza Nuñoa, im Südosten Santiagos, hat auf die Minute genau, punkt 21 Uhr, wieder das allnächtliche Konzert der Töpfe, Pfannen, Trommeln, Trillerpfeifen und Autohupen begonnen. Lang – lang, kurz, kurz, kurz: „Y va a caer“, singen die Jugendlichen, „y va a caer – la educación de Pinochet“: „Es wird stürzen, das Bildungssystem von Pinochet.“</p>
<p>Text + Fotos: Jürgen Schübelin, zurzeit Santiago de Chile</p>
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		<title>Eine Nummer unter Hunderttausend &#8211; Bericht aus einem Flüchtlingslager</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jul 2011 11:51:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Aiyub</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dürre in Ostafrika]]></category>
		<category><![CDATA[wir]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit gut einer Woche befindet sich Medienkoordinatorin Judith Kühl mit dem Ärzteteam des Kindernothilfe-Partners humedica in Äthiopien. Es ist ein trauriges Bild, das sich ihr bietet. Menschen, die Hunger und Dürre zur Flucht getrieben haben. Eindringliche und erschütternde Eindrücke vom Schicksal dieser Menschen schildert sie in ihrem neuesten Bericht.
„Zusammengekauert hockt sie mitten in einem Flüchtlingscamp in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a rel="attachment wp-att-2772" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2770/humedicadscn1003klein"><img class="alignleft size-full wp-image-2772" title="humedicaDSCN1003klein" src="http://blog.kindernothilfe.org/de/wp-content/uploads/2011/07/humedicaDSCN1003klein.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a>Seit gut einer Woche befindet sich Medienkoordinatorin Judith Kühl mit dem Ärzteteam des Kindernothilfe-Partners humedica in Äthiopien. Es ist ein trauriges Bild, das sich ihr bietet. Menschen, die Hunger und Dürre zur Flucht getrieben haben. Eindringliche und erschütternde Eindrücke vom Schicksal dieser Menschen schildert sie in ihrem neuesten Bericht.</strong></p>
<p>„Zusammengekauert hockt sie mitten in einem Flüchtlingscamp in Dolo Addo. Fieberkrämpfe zucken durch ihren dehydrierten Körper. Nummer 880 670 hat Malaria. Mitten unter 20.000 anderen Flüchtlingen ist sie allein: keine Familie, die bei ihr ist, keine organisierte Hilfe von außen, kein Arzt vor Ort.</p>
<p>Die etwa 30-jährige Frau ist eine von vielen, die schwerkrank und vergessen leiden – nur eine Nummer von etwa 80.000 registrierten Flüchtlingen. Über 40.000 Flüchtlinge warten vor den Camps und hoffen auf eine Nummer. Die Zahl auf dem Armband verspricht  ilfe, doch sie fehlt. Es mangelt an Wasser, Nahrung und Medizin in allen der drei bereits gebauten Flüchtlingscamps um Dolo Addo. Nummer 883 164 ist ein Vater von drei Kindern, keines davon älter als fünf Jahre. Krank liegen die Kleinen unter einer Zeltplane im sandigen Boden auf einer durchnässten Pappe. Pausenlos husten sie. Auch sie haben eine Nummer, sind registriert, doch dann sterbend allein gelassen.</p>
<p><strong><a rel="attachment wp-att-2775" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2770/dsc_0194"><img class="alignleft size-medium wp-image-2775" title="DSC_0194" src="http://blog.kindernothilfe.org/de/wp-content/uploads/2011/07/DSC_0194-167x249.jpg" alt="" width="167" height="249" /></a>Sara spricht nicht mehr</strong><br />
Die elfjährige Sara hat keine Nummer. Sie reagiert nicht, als ihre Mutter um Hilfe für sie bittet. Starr blicken die Augen ins Leere, während ich direkt vor ihr stehe. Ein großes Mädchen, doch der Körper abgemagert und dürr. Ihre knochigen Oberarme sind so schmal, dass ich sie mühelos mit Daumen und Ringfinger umschließen kann. Mit letzter Kraft steht sie an ihre Mutter gelehnt. Apathisch kaut sie an dem Tuch, das ihren Oberkörper verhüllt. Sie quält der Hunger. Seit sieben Tagen hat sie nichts gegessen. Die Mutter bittet um sofortige Hilfe. Wenn nicht jetzt, kommt Hilfe zu spät für Sara, fürchtet sie.</p>
<p><strong>Frische Gräber abseits des Registrierungscamps</strong> <br />
Für einige kam jede Hilfe zu spät:  Sie sind verhungert oder an nicht behandelten Krankheiten gestorben. Im Sand liegen Skelette von toten Tieren, Kinder stolpern darüber, wenn sie durch umher rennen. Auch das Vieh geht zugrunde. Eine Großfamilie mit zehn Kindern lebt seit 20 Tagen im Camp. Sie sind acht Tage bis hierhin gelaufen. Die vierjährige Hamda schaut ängstlich auf das Geschehne vor dem Zelt der Familie. Sie nimmt aus dem verstaubten Busch vor sich einen dünnen Ast mit Dornen. Sie kaut daran. Die Dornen tun ihr sichtlich weh im Mund. Sie legt den Ast weg und greift wieder danach. Der Hunger bleibt groß. Viele Kinder leiden unter Fieber, Durchfall und Magen-Darmerkrankungen. Mütter zeigen mir ihre kranken Kinder und bitten um Hilfe. Die Kapazitäten vor Ort die Flüchtlingsströme aus Somalia zu versorgen, sind längt erschöpft. Neue Camps werden angelegt, Zelte aufgestellt, doch weiter reicht die Hilfe bis jetzt nicht. Fremde Unterstützung fehlt weitgehend.</p>
<p><strong><a rel="attachment wp-att-2782" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2770/fluchtlingslager-roller"><img class="alignleft size-full wp-image-2782" title="Flüchtlingslager - roller" src="http://blog.kindernothilfe.org/de/wp-content/uploads/2011/07/Flüchtlingslager-roller.bmp" alt="" /></a>Eine Mutter will ihr Kind abgeben, damit andere es durchbringen<br />
</strong>Vor dem Camp verkaufen Menschen die letzen verfügbaren Waren: Tomaten, Seife, aufgeschichtete Äste zum Bau von Hütten, ein paar Tüten Reis. Die Menschen wollen Geld, irgendwelche Mittel sich von ihrem schrecklichen Schicksal loszukaufen. Einige Kilometer von der Registrierung entfernt steht eine junge Mutter mit ihrer einjährigen Tochter an der Hauptstraße. Das Kind weint, während die Mutter Fremde auf dem Weg nach Dolo Addo anlächelt. Sie fuchtelt mit einem Geldschein in der Hand herum, nicht mehr wert als zwei oder drei Euro. Das ist der Preis, den sie zahlt, damit sie ihr Kind weggeben kann. Sie hat aufgehört zu hoffen, ihr Kind und sich durchzubringen.</p>
<p><strong>Hier wird jede Hilfe gebraucht</strong><br />
Jedes einzelne Schicksal hier erzählt von unvorstellbarem Leid. Es sind traurige Geschichten. Wenn ich sie aufschreibe, weiß ich nicht, ob die Kinder noch leben, von denen ich erzähle. Hier wird jede Hilfe gebraucht, damit neue Geschichten ein gutes Ende finden.  Während am 22.07.2011 das zweite humedica-Ärzteteam nach Äthiopien fliegen wird, werden wir in den nächsten Tagen eine erste Flugzeugladung mit Säuglings- und Kindernahrung in das Krisengebiet transportieren.</p>
<p><em>Unser Engagement geschieht in enger Kooperation mit Kindernothilfe e. V. und wird großzügig unterstützt von Sternstunden e. V., der Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks, sowie Bild hilft – Ein Herz für Kinder und Apotheker helfen e. V.</em></p>
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		<title>Demonstationen in Malawi: Mindestens 18 Tote</title>
		<link>http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2737</link>
		<comments>http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2737#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 22 Jul 2011 10:57:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
				<category><![CDATA[wir]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.kindernothilfe.org/de/?p=2737</guid>
		<description><![CDATA[In Malawi kam es in den vergangenen Tagen zu
schweren regierungskritischen Protesten, bei denen nach Zeitungsangaben über 18 Menschen zu Tode kamen. Unser Landeskoordinator in Malawi, Anderson M. Kamwendo, berichtet darüber in einer E-Mail: 
There were demonstrations in the major cities of Malawi yesterday.  Due to some reasons, including anger by people since they were told when they had [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a rel="attachment wp-att-2738" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2737/knh81119"><img class="alignleft size-medium wp-image-2738" title="KNH81119" src="http://blog.kindernothilfe.org/de/wp-content/uploads/2011/07/Foto-Anderson-250x166.jpg" alt="" width="250" height="166" /></a>In Malawi kam es in den vergangenen Tagen zu<br />
schweren regierungskritischen Protesten, bei denen nach Zeitungsangaben über 18 Menschen zu Tode kamen. Unser Landeskoordinator in Malawi, Anderson M. Kamwendo, berichtet darüber in einer E-Mail:</strong> </p>
<p>There were demonstrations in the major cities of Malawi yesterday.  Due to some reasons, including anger by people since they were told when they had already gathered to start the demonstrations that an injunction was obtained by someone to stop the demonstrations at 01 00 hours, and the brutal way in which some Police Officers especially in Lilongwe handled the matter, and general anti-president sentiments. Eventually the injunction was vacated the demonstrations started. It is believed that some people were killed, how many we do not know, and that some Police Stations were burned, cars burned and some shops looted.</p>
<p>Today I have been unable to go to town because some roads blocked angry mobs and Police Officers have been firing at people as they tried to clear the roads and disperse the crowds.</p>
<p>The demonstrations are related to the following concerns of the people which have gone unaddressed by the government:</p>
<ul>
<li>Increasing Fuel Shortages</li>
<li>High Food Prices</li>
<li>Increase in Taxes</li>
<li>40% Loss in Donor Funding (British, German, Netherlands) related to suppression of human rights, the deportation of the British Ambassador and poor governance.</li>
</ul>
<p><strong>Abuse of Human Rights:</strong></p>
<ul>
<li>A New Law giving the government the right to silence/ban the media if the media disagrees with the government</li>
<li>A New Law that forbids anyone to seek an injunction against the government</li>
<li>A New Law requiring those who would like to peacefully demonstrate to pay $15,000 for a permit</li>
<li>Civil Servants have not been paid in several months</li>
<li>Lack of Forex in the country due in part to artificially inflating the kwacha</li>
</ul>
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		<title>Dürre am Horn von Afrika: Warum Kinder und Frauen am meisten leiden</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jul 2011 11:56:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Aiyub</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dürre in Ostafrika]]></category>
		<category><![CDATA[wir]]></category>

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		<description><![CDATA[Unser äthiopischer Partner Rift Valley Children and Women Development Organisation erklärt, warum Kinder und Frauen besonders leiden.
Women (pregnant and lactating mothers), children, sick persons, elderly and people with disabilities are the most vulnerable groups of the society  to the hazard.  As the women are responsible for the sick, small children, and the elderly people who [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a rel="attachment wp-att-2732" href="http://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2723/29349-2"><img class="alignleft size-full wp-image-2732" title="29349" src="http://blog.kindernothilfe.org/de/wp-content/uploads/2011/07/293491.jpg" alt="" width="600" height="400" /></a>Unser äthiopischer Partner Rift Valley Children and Women Development Organisation erklärt, warum Kinder und Frauen besonders leiden.</strong></p>
<p>Women (pregnant and lactating mothers), children, sick persons, elderly and people with disabilities are the most vulnerable groups of the society  to the hazard.  As the women are responsible for the sick, small children, and the elderly people who need special care, the burden that falls on women is really tremendous. This is because, social norms provide responsibilities to females to take care of the children, sick persons, elderly and people with disabilities at household level.</p>
<p>Hence, there will be additional workloads and psychological problems as they cannot fulfill the requirements of the family members during such crises. Moreover, the challenges of mothers will be aggravated  as their male counter parts may migrate  and the risk of  having diseases high  since  mothers are with close contact and  take care of the sick members of the family.</p>
<p>Children and other weak sections of the society (people with disabilities, sick, elderly and others) will also be affected during drought. Moreover, livestock are losing weight and decreasing their productivity as a result of shortage of water and animal feed. During the normal times, all families are getting milk and other livestock products and fulfill their nutritional status. But when livestock are affected by drought like this time, it is not simple to get adequate livestock products that could support the family mainly the child and the elderly.</p>
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