Artikel mit dem Schlagwort Straßenkinder

Sambia: Happyend für Cheswe

Sambia: Slumkinder mit Perspektive – dank der Arbeit unserer Partnerorganisation

Kindernothilfe-Vorstand Christoph Dehn ist mit Sambia-Referent Jörg Lichtenberg auf Projektreise. Hier schildert er seine Eindrücke.

Garden, so recht will der Name nicht zu diesem braun-grauen Slumgebiet in Lusaka passen. Wir halten an einem kleinen Platz an, in dessen Mitte die Ruine eines Hauses steht; die blaue Farbe auf den Mauern weist es als ehemalige Polizeiwache aus. Was ist hier geschehen?

Unser Begleiter von der Kindernothilfe-Partnerorganisation Zambia Civic Education Association (ZCEA) erklärt uns, dass die Bewohner des Viertels vor kurzem die Wache gestürmt und zerstört haben. Ein Mann aus der Nachbarschaft war dort unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen.

In Sambia liegen Gewalt und Hoffnung dicht beieinander

Wenige Meter hinter der zerstören Wache öffnet sich die Tür zu einem winzigen fensterlosen Büro. Wir treffen Ketu und Daniel, die beiden jungen Mitarbeiter des Beratungsbüros, die sich hier für die Rechte und Belange der Kinder des Viertels einsetzen. Mittel der Kindernothilfe machen es möglich.

Sambia: Das Büro unserer Partnerorganisation in Lusaka

Ketu und Daniel nehmen uns mit zu einem Hausbesuch. So lernen wir Cheswe und ihre Mutter kennen. Cheswe, eine schüchterne 10-Jährige, wäre fast auf der Straße gelandet. Als ihr Vater ihre Mutter und die Geschwister verließ, gab es plötzlich kein Einkommen und kein Essen mehr für Cheswe. Cheswe Mutter verdiente zwar ein wenig Geld mit Wasch- und Putzarbeiten, aber das reichte nicht einmal für das Nötigste.

Ein Straßenkind weniger

Dann hörten sie vom Rechtsberatungs-Zentrum der ZCEA und vertrauten sich Ketu und Daniel an. Den beiden gelang es, den Vater ausfindig zu machen. Sie überzeugten ihn, seine Tochter Cheswe weiter zu versorgen.

Sambia: Ketu und Daniel haben Cheswes Vater ausfindig gemacht

Zunächst kam er einmal in der Woche in das Beratungszentrum und übergab dort eine Tasche mit Lebensmitteln an seine Ex-Frau und ihre Tochter. Bald war klar, der Vater ist zuverlässig. Jetzt liefert er die Lebensmittel wöchentlich direkt bei seiner Tochter ab.

Ein Happyend für Cheswe: Die Drittklässlerin darf weiter in die Schule gehen. Sie hat zu essen. Ein Leben als Straßenkind ist ihr erspart geblieben.