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Kochalarm bei der Kindernothilfe

Der WDR-Kochalarm war heute, Donnerstag 23. Juli 2009, zu Gast bei der Kindernothilfe in Duisburg. Der Fernsehkoch Patrick Jabs stand mit dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Kindernothilfe, Rolf-Robert Heringer, am Herd und schwang mit ihm die Kochlöffel. Ziel der Aktion war es, eine gesunde Alternative zum täglichen schnellen Mittagessen zu bieten. Zehn hungrige Mitarbeiter aus allen Abteilungen durften das Ergebnis verspeisen und waren begeistert.

 

Patrick Jabs und Rolf-Robert Heringer beim Kochalarm. Foto: Krämer
Patrick Jabs und Rolf-Robert Heringer beim Kochalarm. Foto: Krämer

Schon um 9 Uhr begann der doch außergewöhnliche Vormittag in der Zentrale der Kindernothilfe. Da die Küche in unserer Duisburger Zentrale doch recht klein geraten ist, funktionierte das WDR-Team kurzerhand die „Oase“, ein Aufenthaltsraum für Mitarbeiter, in ein Kochstudio um. Auf mobilen Kochplatten und Tischen begannen Patrick Jabs und Rolf-Robert Heringer aus so ungewöhnlichen Zutaten wie Kokosmilch, Galgantwurzel, Udonnudeln oder auch Kaffirlimettenblättern ein exotisches Gericht zu kochen. Schon nach kurzer Zeit verbreitete sich im gesamten dreistöckigen Haus ein wunderbar würzig-süßer Duft, der allen Mitarbeitern das Wasser im Munde zusammenlaufen ließ. Wer zwischendurch einmal ins Kochstudio blickte, sah, wie die zwei Chefköche auf kleiner Fläche gekonnt mit Kochlöffeln, Messern und Töpfen hantierten. In Windeseile klopften sie Zitronengras weich und hackten Chilis, Pilze und Limetten klein. Alle Köstlichkeiten verarbeiteten sie zu einer asiatischen Suppe. Das Endprodukt trug den Namen „Tom Ka Gai“, sehr gelb und sehr scharf.

Die zehn glücklichen Mitarbeiter, die das kulinarische Kunstwerk verspeisen durften, waren alle begeistert. „Endlich mal eine tolle Alternative zum täglichen Einheitsbrei!“ Schade nur, dass Patrick Jabs nicht jeden Tag Zeit hat, uns etwas Gesundes zu kochen. Aber bestimmt werden wir noch einmal gemeinschaftlich ein Tom Ka Gai kochen, dann auch für die Kollegen, die heute nicht dabei sein konnten.

Wie Kinder kaputt gemacht werden

Dr. Norbert Blüm, Arbeitsminister a.D. und Vorsitzender des Stiftungsrates der Kindernothilfestiftung, ist zurzeit für die Kindernothilfe in Peru unterwegs. In der nordperuanischen Stadt Chota hat er einen Steinbruch besucht, in dem Kinder unter schwierigsten Umständen harte Arbeit verrichten müssen.Man muss die Kindern im Steinbruch von La Cangana gesehen haben, um zu begreifen, wie Kinder kaputt gemacht werden, ihre Gesundheit und Zukunft zerstört wird. Für 5 Cent Lohn in der Stunde zertrümmern sie große Steinbrocken zu kleinen Schottersteinen. Nach der Schule ab in die Steinbrüche oberhalb der nordperuanischen Stadt Chota, das ist der Alltag von  Hunderten von Kindern. In diesen Steinbrüchen haben schon die meisten der Väter dieser Kinder gearbeitet, die jetzt mit Staublunge zu Hause liegen. So schafft sich die Ausbeutung ihren Generationen-Nachschub. Schulaufgaben, wenn die Kinder dazu überhaupt noch die Kraft haben, machen sie nachts.

Der Einfallsreichtum der Ausbeutung ist groß: Den Hammer müssen sich die Kinder selbst kaufen. Allein um ihn bezahlen zu können, sind schon mal sechs Wochen Arbeit notwendig. Die Acht- bis Vierzehnjährigen arbeiten auch deshalb, damit sie das Schulgeld  bezahlen, sich Schuluniform und Hefte leisten können. Die teuflische Logik dieses Systems ist, wenn du nicht in die Schule gehst, musst du auch nicht im Steinbruch arbeiten. Das ist eine neue, heimtückische Variante der Zukunftsvernichtung für Kinder.

Die Politik versagt. Sie kümmert sich nicht um die Kinder, die zerstört werden. Jeder Schlag mit dem Hammer auf die Steine von La Cangana ist ein Schlag in die Gesichter der Kinder von Chota. Wann erfüllen die Regierungen endlich die Verträge, die sie unterschrieben haben? Wann wacht endlich die internationale Arbeitsorganisation über die Einhaltung dieser Konventionen? Und wann kümmern sich die Gewerkschaften um Kinder in Not?

 Die Kinder von La Cangana rufen nach Hilfe, so wie die Kinder aus Tausenden anderer Steinbrüchen der Erde.

Dr. Norbert Blüm mit Kinderarbeitern im Steinbruch

Dr. Norbert Blüm mit Kinderarbeitern im Steinbruch