Artikel mit dem Schlagwort Aids

Swasiland: Auch nach dem Ende der Dürre hungern Menschen

Ende Juli besuchte Enock Dlamini, Direktor unserer swasiländischen Partnerorganisation ACAT, unsere Geschäftsstelle und berichtete über die aktuelle Situation nach der Dürre.

„Die verheerende Dürre vom vergangenen Jahr wurde durch den Zyklon Dineo im Februar gemildert, aber noch immer hungern Menschen“, berichtete Enock Dlamini. „Die Regierung hat ihre Soforthilfe Ende Juni gestoppt – wir aber kümmern uns nach wie vor um Kinder. Bei der Notversorgung mit Lebensmitteln werden die Belange der Kinder oft vergessen. So bekommen Familien z. B. als Soforthilfe einen Sack Mais. Sie essen dann tagelang nur Mais – das führt aber bei Kindern zu Mangelerscheinungen.“

ACAT hat in den Dürregebieten kleine Nachbarschaftskindergärten, sogenannte Neighbourhood Care Points (NCPs), mit Mais, Bohnen und Öl versorgt. Sie werden von Freiwilligen aus der Ortsgemeinde betrieben. 3.000 Kinder, meist Aidswaisen, konnte ACAT auf diese Weise mit einer Mahlzeit am Tag versorgen. Frauen aus der Umgebung bereiten hier abwechselnd das Essen zu, ehrenamtlich. „Für viele Waisen sind sie ein Mutterersatz, denn sie geben ihnen Essen und Liebe“, so Enock Dlamini. „Die Unterstützung der NCPs werden wir fortführen. Die bedürftigen Familien, die wir während der Dürrekatastrophe betreut haben, konnten wir mit den Entwicklungsprogrammen von ACAT vernetzen, so dass sie jetzt die Chance haben, aus der Armut herauszukommen.“

Der Mais in der Badewanne

Um die Lebensmittelknappheit vor allem in den niedrig gelegenen Landesteilen zu stoppen, leitet ACAT die Menschen an, kleine Gärten anzulegen. „Das geht selbst in der Stadt!“ Enock Dlamini zeigte Fotos von einer alten Badewanne, in der meterhoher Mais wächst, und von Autoreifen gefüllt mit Erde, die als Gemüsebeet dienen. Dunkelgrüne Regentonnen aus Plastik oder selbst gemauerte aus Beton fangen das Regenwasser auf, Abwässer vom Kochen eignen sich ebenfalls zum Bewässern.

Die Wetterprognosen für Swasiland machen Mut – Enock Dlamini: „Es soll besser werden als im vergangenen Jahr.“

Volontäre als Aidsaufklärer

Swasiland hat weltweit die höchste HIV-Infektionsrate (28,8 Prozent der 1,3 Millionen Einwohner), und die Menschen haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von gerade mal 49 Jahren. „Ich frage einen Jugendlichen nie: Lebst du bei einen Eltern?“, sagte Enock Dlamini. „Die Gefahr ist groß, dass die Eltern des Jugendlichen tot sind und er weinend zusammenbricht.“ ACAT schult freiwillige Helfer, die von Dorf zu Dorf gehen, die Bevölkerung über die Krankheit aufklären und zeigen, wie sie Erkrankte und ihre Angehörigen betreuen können.

Mehr zu unserer Arbeit in Swasiland