Artikel vom 01. Dezember 2016

Haiti: Interview mit Camina

161104-interview-camina-haiti(Port-à-Piment/Haiti) Anfang Oktober zieht Hurrikan Matthew über Haiti. Fast 14 Stunden wütet das Unwetter und hinterlässt vor allem im ländlichen Süden große Schäden. Wie kommen die Menschen – und besonders die Kinder – mittlerweile zurecht? Alinx Jean-Baptiste, der Landesdirektor für unsere Hilfsprojekte in Haiti, sprach fünf Wochen nach der Katastrophe mit der achtjährigen Camina aus Port-à-Piment.

Wie geht es Dir und Deiner Familie – jetzt fünf Wochen nach dem Hurrikan „Matthew“?
Camina: Es geht uns ein wenig besser als direkt nach dem Hurrikan. Unser Haus wurde stark beschädigt. Der Sturm hat das ganze Dach weggerissen und dann hat es tagelang geregnet. Aber jetzt hat meine Mutter endlich eine Plane bekommen, die wir über das Haus spannen konnten.

Wie sieht es denn in Port-à-Piment inzwischen aus? Liegen immer noch so viele Trümmer von Häusern und umgeknickten Bäumen herum?
Camina: Es wird lange dauern, bis Port-à-Piment wieder wie früher aussieht. Es ist immer noch alles voll von den Steinen und Überresten der beschädigten Häuser. Aber die vom Hurrikan umgerissenen  Bäume sind von der Straße verschwunden. Die Leute machen damit Holzkohle, um ein bisschen Geld zu verdienen.

Was machen Deine Freunde und du genau, wenn Ihr in das Kinderzentrum geht? Wie verbringst du den späten Nachmittag, wenn die Zeit im Kinderzentrum vorbei ist?
Camina: Im Kinderzentrum singen wir, tanzen, hören Geschichten und sagen Verse auf. In der Pause machen wir Seilspringen. Zum Glück gibt es dafür jetzt wieder genug Platz. Aber wir basteln auch zusammen: Gestern haben wir Papierblumen aus buntem Papier gemacht. Richtige Blumen gibt es in Port-à-Piment ja seit dem Hurrikan keine mehr. Nachmittags gehen wir nach Hause. Dann helfe ich meiner Mutter beim Saubermachen und Wegräumen der Trümmer.

portapimentweb

 

Hat die Schule inzwischen wieder begonnen?
Camina: Nein, dieser schreckliche Sturm hat unsere ganze Schule zerstört.

Haben Du und die anderen Kinder in Port-à-Piment genug zum Essen und Trinken?
Camina: Zum Glück gibt es im Kinderzentrum jeden Tag warmes Essen und genug zum Trinken. Alle Kinder, die dort hinkommen, werden versorgt.

Welche Hilfe gibt es denn sonst für die Menschen in Port-à-Piment?
Camina: Es gibt das Krankenhaus und die Kinderzentren.

Was können Menschen in anderen Ländern noch tun, um Euch zu helfen?
Camina: Es wäre so schön, wenn sie mithelfen könnten, dass es hier wieder so wird wie früher, vor dem Hurrikan.