Artikel vom Juni 2012

Pakistan wants to ban child work under 14 – is this progress sufficient?

Pakistan is set to propose 14 years as the minimum age of employment in the draft of the Prohibition of the Employment of Children Act: http://bit.ly/JPSmgm. We asked Zarina Jillani, Director of our local partner organisation Sparc, if this progress is sufficient. Here’s her answer:

The proposed amendment seeks to ban all child labor under 14 years of age as a step towards compliance with ILO Convention 138 (minimum age): This would be a step forward as the previous law allowed child labor in certain sectors, regulated them in other sectors and banned them in certain occupations and processes considered hazardous.

However, in view of Article 25 A, which makes education compulsory for all children between ages 5 to 16 years, it is in adequate and does not fulfill this fundamental right of children. There is a conflict there and the new amendment should therefore raise the age of child from 14 to 16 years.

With regard to child domestic labor (CDL) the decision not to include it in banned occupations is due lack of political will, rather than the inability to regulate CDL and non-availability of home surveys and staff to count and monitor child workers. The excuse for not including CDL into the list of banned occupations for lack of monitoring mechanism holds no ground because the question here is to prohibit the work of children in this occupation and not regulation of CDL. And it is not a question of penalizing parents but those who employ them.

A combination of banning child domestic labor and ensuring free and compulsory education for all children would be the best way forward.

I would like to add that other provinces are also considering a law on the same lines. It would be a pity if the new amendments do not cover one of the biggest informal sectors employing children and do not support the fundamental right to education.

Kindernothilfe setzt neue Akzente für ihre Arbeit in Bolivien

Gerade waren zwei Mitarbeiter aus dem Kindernothilfe-Büro Bolivien zu Besuch: Marcela Vallejos und Benedicto Rojas setzten gemeinsam mit Kollegen aus Duisburg neue Akzente für die Arbeit vor Ort. Jürgen Schübelin, Leiter des Referates Lateinamerika, berichtet.

Marcela Vallejos und Benedicto Rojas

Marcela Vallejos und Benedicto Rojas

Mit Kindern, ihren Familien und Gemeinden zusammen um bessere Lebenschancen und -perspektiven in den extrem armen Gebirgsdörfern des bolivianischen Altiplano zu kämpfen, das Engagement gegen ausbeuterische Kinderarbeit im Bergbau auszuweiten, Initiativen zur Einbeziehung und Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in ländlichen Regionen zu fördern – sowie den Einsatz gegen die zunehmende Gewalt gegen Kinder und ihren Schutz vor sexueller Ausbeutung zu verstärken – das sind für die kommenden fünf Jahre die Hauptherausforderungen für die Kindernothilfe-Arbeit in Bolivien: Sechs Tage lang berieten die Direktorin des KNH-Programms in dem Andenland, Marcela Vallejos und der Programmkoordinator aus dem Kindernothilfe-Büro in Cochabamba, Benedicto Rojas, in Duisburg mit dem Team des Lateinamerika- und Karibik-Referates (RLA) über die neue, aus der Perspektive der Kinderrechte entwickelte Länderstrategie für Bolivien.

Vorausgegangen war in den zurückliegenden Monaten die Erstellung einer gründlichen Situationsanalyse zu Armut und extremer Armut von Kindern in Bolivien – sowie zu den gravierendsten Kinderrechtsverletzungen in dem Andenland. An diesem Prozess hatten neben Fachleuten aus den Kindernothilfe-Partnerorganisationen, Experten von Hochschulen und staatlichen Institutionen sowie dem Team von Kindernothilfe-Bolivien auch Mädchen und Jungen aus den geförderten Projekten mitgewirkt, die in Interviews ihre Sichtweise, Prioritäten und Erwartungen einbrachten. Zusammengeführt werden konnten all diese Erkenntnisse im März diesen Jahres im Rahmen eines Workshops in Cochabamba, bei dem das Gerüst der neuen Länderstrategie für Bolivien erarbeitet wurde.

„Wir sind überzeugt“, so die KNH-Bolivien-Direktorin Marcela Vallejos im Gespräch mit den beiden Kindernothilfe-Vorstandsmitgliedern Dr. Jürgen Thiesbonenkamp und Rolf-Robert Heringer, „dass es gelingen wird, durch die Schwerpunktsetzung auf diese vier Themen einen noch wirkungsvolleren Beitrag zur Verbesserung der Rechte und Lebenssituation von mehreren tausend Kindern zu leisten“. Schon jetzt ist Bolivien für Kindernothilfe mit30 Projekten, fast 5000 geförderten Kindern und Jugendlichen – sowie einem Unterstützungsvolumen von 1,9 Millionen Euro in 2011 nach Brasilien vom Umfang her das zweitgrößte Länderprogramm in Südamerika.

Während der intensiven Arbeitswoche vor Pfingsten in Duisburg ging es für Marcela Vallejos und Benedicto Rojas aus dem Kindernothilfe-Büro in Cochabamba aber auch darum, zusammen mit den Teams aus den beiden KNH-Referaten Lateinamerika (RLA) und Projektbeantragung, Sektorfragen und Evaluierung (RPS) die Feinjustierung für die Erstellung des für Ende 2012 geplanten Projektes zur Eindämmung von sexueller und physischer Gewalt gegen Kinder, das dem Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit zur Kofinanzierung präsentiert werden soll, vorzunehmen – und ein großangelegtes Evaluierungsvorhaben vorzubereiten, mit dem Kindernothilfe Lernerfahrungen aus elf Jahren Förderung von Gemeinwesen- und Dorfentwicklungsprojekten in Quechua-sprechenden bolivianischen Hochanden-Gemeinden, bei denen Kinder und ihre Lebenswirklichkeiten im Mittelpunkt standen, systematisieren will: „Wir haben in diesen mehr als zehn Jahren immer wieder fasziniert miterlebt, wie Kinder an Selbstbewusstsein gewonnen haben und sich auch die Wahrnehmung der Erwachsenen gegenüber Kindern und Jugendlichen veränderte“, sagt Benedicto Rojas, der die in Bolivien von Kindernothilfe geförderten Gemeinwesenentwicklungs-Projekte von Anfang an begleitet hat, „jetzt geht es darum, zu überprüfen, ob diese Prozesse auch dauerhaft und nachhaltig sind.“

Obwohl es in dem Andenland während der vergangenen Jahre durchaus einige wichtige sozialpolitische Erfolge und auch Verbesserungen der Gesetzesgrundlagen für einen wirkungsvolleren Schutz von Kindern vor Ausbeutung und zur Sicherung ihrer Rechte gegeben hat, leidet Bolivien, so Marcela Vallejos in Duisburg, immer noch unter einer extrem fragilen Institutionalität: „Der Staat ist einfach unverändert viel zu schwach, um seiner Verantwortung gegenüber Kindern in Armut und extremer Armut in vollem Umfang gerecht zu werden.“ Der Beitrag, den Kindernothilfe, ihre Paten und Spender „für die Verbesserung der Lebensbedingungen und Zukunftschancen von Tausenden von Kindern in meinem Land leisten“, so die Direktorin des KNH-Bolivien-Programms in ihrem Abschlussgespräch mit Dr. Thiesbonenkamp, „ist einfach unverzichtbar, weil er Kinder und Jugendliche, aber auch ihre Familien und Gemeinden stärker macht, um eigene Initiativen und Selbsthilfekräfte zu entwickeln – sowie für ihre Rechte eintreten zu können.“

Jürgen Schübelin (Referatsleiter Lateinamerika und Karibik)

Email: juergen.schuebelin@knh.de