Artikel vom Dezember 2010

Klimagipfel in Cancún: Letzte Eindrücke von Satish Samuel, Koordinator aus Indien

(10.12.2010) While visiting Cancun Messe, I had the opportunity to attend the Side Event “Bearers of future responsibility: Engaging Children and Youth in building climate change resilience” which was organized by Save the Children, Plan International and UNICEF.

 The aim of this event was to draw from the work on child-led/child centered adaptation programming, specifically that the voice of children is necessary to achieve community-led adaptation to bring integrated and effective climate change resilience. 

I was glad to witness that four children from Indonesia, Mexico, Belize and Haiti shared their experiences with the audience. Mrs. Mary Robinson and Mr. Evan have been the guest speakers.

By the organizers, three questions were raised:

  1.  How can inter-governmental justice considerations shape political decisions made today on climate adaptation and mitigation?
  2. What can leaders at national and community level do to empower children and young people to influence climate policy decisions and actions?
  3. What can we do to make the most vulnerable children – the poorest and least likely to have access to services – more resilient to disasters?

The guest speakers addressed the gathering saying children are using radio as communicating method. There should be a children centered approach while addressing this issue. Children are good in networking and hence they should be made to raise their voice. The children’s voices should be made heard by the politicians at least in Durban. 

The children shared their experiences as follows: 

Master Walter from Belize said that environmental education plays a major role among the children at schools. He also mentioned that children will do as the leaders do and hence the leaders should give the lead to the children on the issue. 

Miss Wendodyum from Mexico shared that in her country animals are vanishing because forests have been destroyed. In this context, animals do not find place to live hence people are not able to see many of them. She also challenged the negotiators that youth and children are willing to work with adults. But are you willing to work with us, she asked. 

Miss Marina from Indonesia shared that children are trying to raise funds from their pocket money to initiate few activities addressing the issue of climate change. Children are planting trees, particularly mangroves. Consciousness has been created on using plastic bags and now children are using non-plastic bags. Besides, they are insisting their communities to use the same. Youth and children are influencing their parents to support them in addressing this issue. 

Miss Coralien from Haiti explained that she is 14 years old and she has experienced hurricanes every year. She could not feel any difference between the seasons and the government is cutting down more and more trees. Fertile soil is washed away due to this factor. Butterflies are disappearing and pollution has become a big problem. Forests do not exist anymore. She also shared that many organizations come to Haiti when disasters occur. But do they come to make business or do they really intend to help the people out of these disasters, Miss Coralien asked.

 Mrs. Helena Molin from the organization “Values” summarized that through communication the climate justice issue should be addressed. She also asked whether schools are safe for children and if communities are taking care of this aspect.

 Mr. Evan expressed that there is a need to have time for children to interact with the negotiators. He also suggested that one child should be allowed to sit with every 6 or 7 ministers during official meetings. All delegations should include one youth in the team.

Then the floor was open to questions and comments from the audience and I explained that Kindernothilfe wanted to bring four Indian children to COP16. Moreover, I stated that we did not get the permission due to the strict rules and regulations of UNFCCC. I requested the organizations to take it up with UNFCCC and steps to be taken that UNFCCC to be flexible with their rules to create an opportunity for children to participate in the next COP17 at Durban. A huge applause by the audience welcomed my suggestion: “When you talk about the children, the children who are really affected should be heard.”

Finally, Ms. Emila McElvenney from Save the Children said that General Secretary, UNFCCC should be requested to provide accessibility for children at future negotiations.

“CHILDREN RAISE YOUR VOICES – BEFORE AND AFTER COPs”

Sathish Reginald Samuel,
Kindernothilfe India Coordinator

Cancún: Der Klimagipfel – eine kritische Beobachtung

Seit Beginn der Klimakonferenz stößt insbesondere die räumliche Trennung zwischen dem Hauptverhandlungsort und dem Messegelände auf Kritik unter den Besuchern. Lediglich letztere Räumlichkeiten ermöglichen den Vertretern staatlicher und nichtstaatlicher Organisation ihr Engagement zu präsentieren sowie gemeinsam zu diskutieren.

Durch das zögerliche Eintreffen vieler Konferenzteilnehmer, füllten sich die Informationsstände auf dem Messegelände während der ersten Woche allerdings nur langsam. Kurzfristige Absagen haben zur Folge, dass ungenutzte Informationsstände seit Beginn der zweiten Konferenzhälfte anderen Teilnehmern zur Verfügung gestellt werden.

Aufgrund der im Vorfeld starken Teilnehmerbeschränkung, wirkt das Messegelände oftmals leblos und leer. So waren speziell während des vergangenen Wochenendes viele Informationsstände vollkommen verwaist. Auch einige Veranstaltungen der einzelnen Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen stoßen auf unerwartet geringe Resonanz.

Außerdem sind seit Beginn der Veranstaltung zahlreiche Logistikprobleme zu beobachten. Viele Aufbauarbeiten konnten nicht rechtzeitig abgeschlossen werden und halten teilweise in der zweiten Konferenzwoche an.

Auf Kritik stößt zudem der mangelnde Informationsfluss hinsichtlich des bisherigen Verhandlungsverlaufs. So sind auf dem Messegelände keinerlei Informationsmaterialen verfügbar, in denen Zwischenergebnisse zusammengefasst werden. Fernsehübertragungen aus den Konferenzsälen bleiben ungenutzt, da alle TV-Geräte auf Durchgangswegen aufgebaut worden sind und keine Sitzgelegenheiten zum längeren Verweilen bieten. Während seines Aufenthaltes auf dem Messegelände ist der Besucher somit in der Regel auf eigene Internetrecherchen angewiesen.

Während Klimaforum10 trotz seiner zuvor beschriebenen Makel einen sympathischen Charakter erhält, wirkt der UN-Klimagipfel zunehmend steril und oberflächlich. So finden alle Veranstaltungen in stark klimatisierten Räumlichkeiten statt. Ebenfalls extrem abgekühlte Großbusse bleiben bei laufenden Motoren bis zu 20 Minuten unbewegt und befördern teils weniger als fünf Passagiere. Doch wie würden die Konferenzteilnehmer reagieren, blieben beispielsweise alle Räumlichkeiten und Transportmittel im Sinne des Umweltschutzes unklimatisiert?

Stefan Ernst,
Kindernothilfe

Haiti: Das Christkind unterm Mangobaum

Jürgen Schübelin, zurzeit Port-au-Prince

Die Weihnachtsfeiern der restavèk-Kinder aus dem mouvman vin plis moun (MVM), der von der belgischen Ordensschwester Soeur Marthe Vanrompay vor elf Jahren gegründeten „Bewegung, um mehr Mensch zu sein“, waren bisher in Port-au-Prince legendär. Über 1.200 Mädchen und Jungen (resteravèc), die das ganze Jahr über von morgens bis abends für fremde Familien, unter deren Dach sie mit leben, schuften, die gesamte Hausarbeit erledigen, auf deren Kinder aufpassen, Demütigungen, Schläge und Schlimmeres ertragen müssen – bei diesen Weihnachtsfeiern von Soeur Marthe und ihrem Team kamen sie alle für einen Tag  zusammen, wurden liebevoll bewirtet, präsentierten stolz ihre Kunsthandwerksarbeiten und die bei MVM gelernten Lieder, Gedichte, Theaterstücke, in denen es fast immer um das Thema Kinderrechte ging. Im vergangenen Jahr war sogar ein Vertreter der Erzdiözese Port-au-Prince dabei, um die Mädchen und Jungen zu begrüßen und ihnen frohe Weihnachten zu wünschen.

Das Erdbeben vom 12. Januar hat die Tradition dieser Feste brutal beendet
Sechs Wochen lang suchten Soeur Marthe und ihre moniteurs im Oktober und November in ganz Port-au-Prince nach einem Saal, um mit allen MVM-Kindern Weihnachten zu feiern. Ohne Erfolg: Die allermeisten Räumlichkeiten dieser Art sind eingestürzt und für die wenigen, die dem Beben standgehalten haben, werden atemberaubende Mieten verlangt. 3.500 Euro für das Recht, drei Stunden lang einen schäbigen Saal im Unterschoss eines Hotels zu nutzen, „das konnten wir aus ethischen Gründen nicht akzeptieren“, sagt Soeur Marthe.

Doch das mouvman vin plis moun hätte nicht diesen Ruf, wäre Marthe, Renise, Ronald und den anderen moniteurs nichts eingefallen. „Dann haben wir eben kurzerhand entschieden, alle Kinder zu uns nach Hause einzuladen“, lächelt die Ordensfrau verschmitzt. Nach Hause, das ist der Sitz von MVM und die Wohnung der beiden Schwestern vom Immaculée Coeur de Marie (ICM) in Carrefour Feuilles, einem alten Viertel mit großen Bäumen südwestlich der Stadtmitte von Port-au-Prince.

Weihnachten mit über 1.200 Kinder in einem nicht besonders großen Haus
Wie soll denn das gehen? Eben wie so vieles in diesen Monaten nach dem Erdbeben: Mit haitianischer Kreativität und jede Menge Organisationstalent! An zwei Tagen hintereinander kommen die Kinder nach einem präzisen Zeitplan, aufgeteilt in Gruppen, mit ihren moniteurs, wie Madame Jacques oder Madame Muscadin, die sie das ganze Jahr über beim improvisierten Schulunterricht unter Bäumen, auf den Treppenstufen an der Place Jérémie oder zwischen den Häuserruinen oben in den Bidonvilles von Decayette, begleiten und betreuen, in den Garten der ICM-Schwestern – alle zu Fuß, mindestens ein bis zwei Stunden unterwegs, immer 50 bis 100 gleichzeitig. Sie werden herzlich empfangen und auf die bunte Mischung aus lauter unterschiedlichen Stühlen, Bänken und sonstigen Sitzgelegenheiten unter den alten Mangobäumen verteilt. Die Größeren nehmen auf einer mit Zeitungen ausgelegten Steintreppe Platz.

Das ganze Anwesen ist liebevoll geschmückt – mit einer Ausstellung sämtlicher Applikationsarbeiten auf kleinen, rechteckigen Sackleine-Stückchen, die die Kinder das Jahr über hergestellt haben. Alle penibel mit Vor- und Nachnamen und dem Hinweis auf die Gruppe, zu der die Mädchen und Jungen gehören, versehen. An den Bäumen und Mauern hängen bunte Kindernothilfe-Luftballons mit dem Motto zum 50-jährigen KNH-Jubiläum „Ich verändere die Welt“. In der Mitte ein kleiner Tisch mit einer Art Adventskranz, vier Kerzen und einer schön geschnitzten haitianischen Marienstatue. Davor in einer aus den Falten des Tischtuchs geformten Krippe das Jesus-Kind.

Die Mädchen und Jungen singen inbrünstig haitianische Weihnachtslieder:

„Noèl, Noèl, pòv ayisyen; 
Nape mouri kon fèy bwa kap tonbe; 
Noèl, Noèl pòv peyizan; 
gwoupe n’ansann anba drapo Jezi.“

– zu Deutsch: Ihr Menschen in Haiti, es ist Weihnachten;
Wir sterben wie trockene Blätter, die von den Bäumen fallen;
Ihr Menschen auf dem Land; es ist Weihnachten;
Kommt zusammen unter das Banner von Jesus…

Soeur Marthe und Ronald Valmé aus dem Kernteam der 18 Straßensozialarbeitern, die die über die Armenviertel von Carrefour Feuilles, Croix-de-Prét, Canapé-vert, Sansfil und Croix-des-Misions verteilt lebenden 1.200 Restavèk-Kinder aus der MVM-Bewegung mit ihren moniteurs begleiten, sprechen ganz offen von den furchtbaren Erfahrungen dieses Jahres, dem Erdbeben und seinen 250.000 Toten, der Situation in den Zeltstädten und wie schwer das Leben gerade für die Restavèk-Kinder geworden ist. Aber sie beglückwünschen die Mädchen und Jungen auch dafür, trotz allem weiter zu den täglichen MVM-Unterrichtsstunden unter freiem Himmel gekommen zu sein, mit so viel Engagement zu lernen, füreinander einzustehen, sich gegenseitig zu helfen – und an die eigene Würde zu glauben. „Dieser kleine Jesus in der Krippe“, sagt Marthe, „das ist ein Kind wie ihr.“ Er hätte auch in einer haitianischen Zeltstadt geboren werden können.

Dann gibt es für die Kinder einen mit einem gelben Pulver angerührten Saft, eine Blätterteigtasche samt Serviette – und die Geschenke. Für jedes Kind ein Beutelchen: T-Shirts für die Jungs, hübsche, weiße Röckchen mit Gummiband für die Mädchen, Wäsche für alle – und einen kleinen Karton mit Seife, auch für alle. „Bitte denkt daran“, erinnert Renise, gelernte Lehrerin und Sozialarbeiterin, „nur, wer sich die Hände immer mit Seife wäscht und gekochtes Wasser trinkt, kann sich vor Cholera schützen.“ Die Kinder nicken. Mit der Cholera-Epidemie und den notwendigen Maßnahmen, um zu verhindern, krank zu werden, beschäftigen sie sich zusammen mit ihren moniteurs seit Wochen.

Die Kinder sagen danke. Und sie meinen es ernst. Niemand sonst wird ihnen etwas zu Weihnachten schenken. Dann singen sie noch einmal:

„Noèl la se pou tout malere; 
Kap mal manje kap mal dòmi; 
Anba tout mizè enjistis; 
Panse anvan w fete.“
 

Zu Deutsch: Weihnachten, das ist für alle Armen;
Für die, die nicht genug zu essen und keinen Platz zum Schlafen haben;
Alle, die unter Ungerechtigkeit leiden;
Lasst uns vor dem Fest an all diese Menschen denken…

Als die Mädchen und Jungen aufstehen, ordnen sie die Stuhlreihen und verabschieden sich höflich. Während sie auf die Straße hinausgehen, trifft schon die nächste Gruppe ein. Renise und Ronald rühren mit dem gelben Pulver einen weiteren Bottich Saft an. Es ist genug für alle da. Für 1.200 Kinder.

Anmerkung: Das mouvemanvinplismoun (MVM) ist der derzeit größte Partner der Kindernothilfe für die Arbeit mit Restavèk-Kindern in Haiti. Ab dem kommenden Jahr wird die Kindernothilfe in Kooperation mit MVM auch ein Berufseinstiegs- und Ausbildungsprogramm mit 13- bis 17-jährigen Jugendlichen fördern, die für sich um eine Perspektive kämpfen, um nicht mehr völlig rechtlos und ohne jegliche Bezahlung fremden Familien den Haushalt führen zu müssen. Die Vereinten Nationen schätzen, dass in Haiti rund 250.000 Mädchen und Jungen dieser uralten Form ausbeuterischer Kinderarbeit ausgesetzt sind.

Klimagipfel in Cancún: Klimaforum10 lädt zum gemeinsamen Dialog ein

(6.12.2010) Unter dem Motto „The People’s Climate Summit“ lädt Klimaforum10 parallel zur 16. UN-Klimakonferenz Menschen aus aller Welt zum Dialog ein. In Workshops und Diskussionsrunden mit Experten, vermögen die Besucher ihre Ansichten zu klimabezogenen Fragestellungen aktiv miteinander zu teilen. Ebenso bietet Klimaforum10 dem Gast ein vielfältiges kulturelles Rahmenprogramm und diverse Ausstellungen.

Da keine Kooperation mit der UN-Klimakonferenz besteht, gestaltete sich die Anreise zum Klimaforum10 äußerst schwierig. So wählten die Veranstalter einen Austragungsort, der in einem ländlichen Waldgebiet rund 40 Kilometer abseits Cancuns liegt. Aufgrund organisatorischer Probleme, besteht weder eine direkte Transportverbindung zur Innenstadt von Cancun noch zum Konferenzgelände des Klimagipfels.

Während der Anreise stellt sich vielen Besuchern somit zunächst die Frage, weshalb die Veranstalter diesen Austragungsort wählten. Um einen tieferen Einblick in die Veranstaltung zu gewinnen und offene Fragen zu klären, erhielt ich die Möglichkeit zu einem Interview mit Kareen Kohn, dem Hauptorganisator von Klimaforum10.

Kareen bestätigte, dass speziell die Abgeschiedenheit des Veranstaltungsortes und die bestehenden Transportprobleme zahlreiche kritische Fragen zur Folge haben. Ebenso seien die erwarteten Besucherzahlen bislang nicht erfüllt worden. Gleichzeitig wies Kareen jedoch darauf hin, dass dieser Ort bewusst gewählt worden sei. So möchten die Veranstalter einen möglichst engen Bezug zur Natur schaffen und gegen die fortschreitende Urbanisierung sowie umweltschädliche Industrien in städtischen Räumen protestieren. Des Weiteren bietet Klimaforum10 seinen Besuchern und zahlreichen ehrenamtlichen Helfern ausschließlich vegetarische Kost an, die allesamt aus lokalen Produkten zubereitet wird.

Im Sinne des Umweltschutzes kritisiert Kareen zutiefst den Austragungsort des UN-Klimagipfels. So seien sowohl das Hauptgebäude der Konferenz (Moon Palace Hotel) als auch einige der offiziellen Partnerhotels auf küstennahen Mangrovenflächen errichtet worden. Artenreiche Naturräume fielen während der vergangenen Jahre großflächigen Hotelkomplexen mit teils weiträumigen Golfanlagen zum Opfer, so Kareen. Mit den sehr einfach gehaltenen Zeltbauten, möchten die Veranstalter von Klimaforum10 ihre Naturverbundenheit zusätzlich zum Ausdruck bringen.

Alles in allem präsentiert sich Klimaforum10 als eine sehr überschaubare Veranstaltung, die trotz – oder vor allem wegen – ihrer Makel äußerst familiär und freundlich wirkt. So fand ich während meiner Abreise zur nächstgelegenen Ortschaft lediglich im Kofferraum eines Minibusses Platz, was von allen Seiten mit einem freundlichen Lächeln aufgenommen wurde. 🙂

Sathish Samuel schildert seine Eindrücke wie folgt: „Klimaforum10 is simultaneously happening to COP16 and it is organised by smaller Civil Society Organisations with minimum budgets. The site itself is far apart from Cancun. No proper transport facilities and no proper guidance are provided. Stefan and I were able to reach the venue spending three hours on the road. There are only very few participants, but the sessions have been interesting.”

Stefan Ernst und Satish Samuel,
Kindernothilfe

Cancún: Klimadorf für Jung und Alt

(03.12.2010) Obwohl mehrere internationale Kinderhilfsorganisationen ihr Engagement auf dem Messegelände der Klimakonferenz präsentieren, haben nur sehr wenige Jugendliche den Weg nach Cancun gefunden. Wie die vergangenen Tage verdeutlichten, sind es jedoch genau diese jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die ein hohes Maß an Aufmerksamkeit unter den anwesenden Medienvertretern erzeugen.

Demgegenüber befindet sich am Rande der Innenstadt Cancuns das so genannte „Klimadorf“, wo Jung und Alt mehr über die Entstehung der Erde, den Klimawandel und mögliche Schutzmaßnahmen erfahren können. So erkunden täglich zahlreiche Kinder und Erwachsene mit großer Begeisterung den Erlebnisparcours des Klimadorfes.

Während ihres Besuchs erhalten sie beispielsweise einen Einblick in die Bedeutung der Mülltrennung. Spielerisch lernen sie, wie jedes Kind und jeder Erwachsene seinen Wasserverbrauch reduzieren kann.

Wie der Besuch des Klimadorfes zeigte, wird das unterhaltsame und zugleich lehrreiche Angebot äußerst positiv von der lokalen Bevölkerung angenommen. Problematisch für die internationalen Konferenzbesucher ist jedoch die Tatsache, dass alle Informationen lediglich in spanischer Sprache verfügbar sind.

Sathish Samuel fasst seine Eindrücke folgendermaßen zusammen: „We had the opportunity of visiting the Climate Village which is really an interesting place. Many children from local communities visited. The exhibits were educative to the children as well as adults on climate change issues. The problem was everything was in Spanish and hence the non-Spanish speaking people were finding it difficult to understand.“

Stefan Ernst und Satish Samuel,
Kindernothilfe

Satish Samuel, Kindernothilfe Indien, berichtet aus Cancún

(2nd december 2010) After a very hectic journey for two days, we finally arrived at Cancun on 27th night. On 28th we registered ourselves in the COP16. The events are being held in different venues. Most of the side events and stalls are at Cancun Messe, the government meetings are being held at Moon Palace Hotel about 20 minutes drive from Cancun Messe. The inauguration took place at Moon Palace Hotel, but only the government dignitaries were allowed apart from few NGO representatives who had the additional pass.

On third day we were able to make an inroad into COP16. Both myself and Stefan met different people and explained about our work with children and were able to get permission to exhibit the posters what we have brought from India (RCPDS has developed five different posters in English on Climate Change issue). Even though the officials agreed to our request and gave permission to put up a small stall but insisted that we should put the logo of ‘SPAR’ the ‘Observer Status organization’. We had to download the logo of SPAR from website, took the printout of 150 logos, cut and paste in all the posters. After completing this only we were allowed to put the posters on the wall and exhibit the same. The learning from this experience is KNH should try to get the Observer Status for the future!!  If we are planning of taking any children to COPs in future, we should have our own registration as Observer.

In the main event place, we hardly come across any children, which is pathetic. Children are mostly affected by the issue but they are not recognized by the authorities.

We have to wait and see any changes come across in this regard in the days to come.

We met one Ms. Meghana, Consultant to the Ministry of Environment Affairs, India on the first day. We were told by her that the Environment Minister, Mr. Jayaram Ramesh would be participating in the COP16 from 04th December.

In COP16, the participation of Civil Society Organisations’ representatives are to the minimum. Over all the number of participants are less compare to COP15 held at Copenhagen.

Since the government delegation meetings are being held at Moon Palace Hotel, the interaction between GOs and CSOs are minimized.

There are several side events are being held at the same time and we have to look out for the interesting deliberations to participate. Hope to do it in the days to come.

Our KNH partners, Dr. William Stanley of IRDWSI and Dr. Sasi Prabha of CeFHA also participating in COP16.

Many regards,
Satish Samuel, KNH India

Klimagipfel in Cancún: „Mädchen sagen ‚wir können unseren Planet schützen“

Während meines heutigen Besuchs des Messegeländes hatte ich die Möglichkeit mehr über das Engagement einer 15-köpfigen Mädchenjugendgruppe zu erfahren, deren Mitglieder aus Amerika (Honduras, Costa Rica, USA und Kanada), Afrika (Kenia und Sambia) Australien und Europa (Dänemark und Frankreich) angereist sind.

Unter dem Motto „Mädchen weltweit sagen ‚wir können unseren Planet schützen’“ fordern die 18 bis 25-jährigen Jugendlichen der „World Association of Girl Guides and Girl Scouts“ weltweit mehr Aufmerksamkeit für ihren Einsatz zum Umweltschutz. So planen sie für den kommenden Donnerstag zwei Veranstaltungen, in denen sie ihren bisherigen und zukünftigen Einsatz vorstellen und mit einem internationalen Publikum diskutieren möchten.

Megan (22) aus Kanada hebt hervor: „Wir Mädchen und junge Frauen haben viele Ideen wie wir unseren Planet schützen können. Doch dafür benötigen wir die Unterstützung von Erwachsenen. Deshalb sind wir hier.“

 Für die 15 Teilnehmerinnen ist die Klimakonferenz die erste Gelegenheit einander persönlich kennen zu lernen und ihre Erfahrungen detailliert auszutauschen. Nachdem sie auf nationaler Ebene als Repräsentanten ausgewählt worden waren, nutzten sie das Internet um einander per E-Mail und Chat vorzustellen und ihren gemeinsamen Aufenthalt in Cancun zu koordinieren.

 Obwohl sie allesamt das gleiche Ziel verfolgen, stellten sie bereits einige Unterschiede in ihrem Engagement fest. So erkannten sie, dass ihre Aktivitäten stets den sozikulturellen, politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in ihren jeweiligen Heimatländern angepasst werden müssen, um möglichst effizient handeln zu können. Während sich die Initiativen der Mädchen bislang auf ihre Heimatländer konzentrierten, möchten sich sie künftig stärker vernetzen. Menschen in Industrieländern sollen detaillierte Informationen über das Engagement in Entwicklungsländern erhalten. Die Bevölkerung aus Lateinamerika und Afrika soll einen Einblick in die Arbeit der Mädchen in Nordamerika, Europa und Australien erhalten.

Sehr erfreut zeigten sich die Mädchen über die große Medienresonanz, welche sie seit Beginn der Klimakonferenz erfahren haben. In zahlreichen Interviews standen sie Pressevertretern zur Verfügung.

Viele Grüße,
Stefan Ernst, Kindernothilfe