Artikel vom April 2009

Birma: Ein Jahr ist keine Zeit

Ruprecht Eser

Ruprecht Eser

Ich habe damals noch als ZDF-Korrespondent in London gelebt, als die ersten Bilder aus Birma/Myanmar kamen und ich wollte nicht glauben, was ich da sah. Irgendwie hatte Myanmar immer so geklungen wie eine Mischung aus Ende der Welt und Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Jetzt war es wie der Blick in eine Hölle aus Trauer und Leid: mit 215 km/h war der Zyklon Nargis über das flache Irrawaddy-Delta gefegt, zwölf Stunden lang in jener Nacht vom 2. auf den 3. Mai.
Ich wollte nicht glauben, was ich hörte, bis ich es sah in den Bildern, die die Welt erschütterten: wie Zehntausende in einer 5 Meter hohen Flutwelle ertranken, Hunderttausende obdachlos wurden und wochenlang vergeblich auf Hilfe warten mussten, weil die Militärjunta ausländische Hilfsorganisationen nicht ins Land ließ und später behinderte, vor allem bei den Hilfs- Aktivitäten im Delta.

Interview:  Ruprecht Eser live aus Birma (Deutschlandfunk)

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50 Jahre Geschichte in zwei Ordnern

Das Ehepaar Knost mit Fotos ihrer Patenkinder

Das Ehepaar Knost mit Fotos seiner Patenkinder

Martin Knost aus Rahden ist einer der ersten Kindernothilfe-Paten: 1959 übernahm er die Patenschaft für das neunte Kind in einem indischen Projekt. Sein Engagement für junge Menschen steckte an – in Familie und kirchlichen Kreisen begann man schon bald, Spenden für weitere Patenkinder zu sammeln.

„Ich war beim Bund und gerade auf Wochenend-Urlaub zu Hause“, erinnert sich der 70-Jährige. „Da zeigte mir meine Mutter eine Patenschafts-Anzeige der Kindernothilfe. Ich hab‘ gleich gesagt: Das ist es! Persönliche Hilfe, die Möglichkeit, die Entwicklung des Kindes zu verfolgen anhand von Briefwechsel und Projektberichten. Und das Kind wird nicht nur ernährt und gekleidet, sondern bekommt eine Schul- und eine Berufsausbildung. Für mich war das die Idealform der Entwicklungshilfe. Und obwohl ich wenig Geld hatte, hab‘ ich gesagt: Das machst du!“ Der 21-Jährige übernahm die Patenschaft für Pansy Francis (9) aus Bhiwani im Punjab. Als er 1960 seine Frau Ingrid kennenlernte, finanzierten die beiden die Patenschaft gemeinsam. 1964 übernahmen sie ein zweites Patenkind. Den ganzen Beitrag lesen »

Wirklich die Welt verändern? Yes, we can

Mein alter Freund Hajo Friedrichs (der verstorbene „Tagesthemen“-Moderator) hat einmal den immer wieder zitierten Satz gesagt: „Man soll sich mit keiner Sache gemein machen, auch nicht mit einer guten.“
Nun hört ein Journalistenleben zwar nicht mit der Pensionierung auf, aber als ich letztes Jahr in London 65 wurde und zumindest mein ZDF-Leben beendet habe, da wollte ich genau das tun: mich mit einer guten Sache gemein machen, nicht nur Betrachter und Reporter, sondern auf neue und andere Weise dabei sein. Christina Rau schlug die Kindernothilfe vor und nun bin ich dabei und gehe als Neuling die ersten Schritte mit der Kindernothilfe und für sie.

Ende März, bei der 50-Jahr-Feier der Kindernothilfe, sprach die Bundeskanzlerin davon, dass weltweit 600 Millionen Kinder in Armut leben, 566.000 werden von der Kindernothilfe gefördert, in Asien, in Afrika, in Lateinamerika und anderswo.

Und jetzt, gerade jetzt, begegnet mir das Motto „Ich verändere die Welt.“ Und in jedem Moment des Krisenjahres 2009 konfrontiert uns die Kindernothilfe mit diesem Satz und erzwingt von uns allen schmerzliche Einsichten und Veränderung. Wir suchen eine globale Antwort auf die globale Krise und können gerade jetzt neue Nähe und Nachbarschaft lernen. Die Welt verändern, gerade jetzt? Den ganzen Beitrag lesen »