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Haiti: Zwei chilenische Architekten als Therapeuten. Ein Beitrag von Jürgen Schübelin

In den Ruinen der eingestürzten Häuser und Gebäude von Port-au-Prince wird sechs Wochen nach der Erdbebenkatastrophe vom 12. Januar wieder intensiv gearbeitet: Überall sind Tausende von Männer, Jugendliche und Kinder wie Teile eines riesigen Ameisenheeres damit beschäftigt, alles, was an Metall- und Eisenteilen abzusägen, herauszubrechen oder freizulegen ist, zu ergattern, abzutransportieren und zu verkaufen. Die ganze Stadt gleicht einem gigantischen Steinbruch. Für Schrotthändler ist Port-au-Prince derzeit so etwas wie das El Dorado der Karibik.

Wer in dieser Stadt richtig Geld hat – und das sind vor allem die Banken, einige Supermärkte und Autohändler – aber auch große Firmen wie die alles beherrschenden Telefongesellschaften „Digicel“ und „Voilà“, die den Haitianern mit ihrem pre-paid-Handy-Systemen noch den letzten Gourde aus der Tasche ziehen, lassen ihre beschädigten Gebäude professionell abreissen und den Schutt entsorgen. Die Tages-Mietpreise für einen Bagger oder einen schweren Lastwagen haben astronomische Höhen erreicht. Aber – und das ist unübersehbar – die Schockstarre der ersten Wochen nach der schwersten Katastrophe in der Geschichte Haitis beginnt sich zu lösen, die Ab- und Aufräumphase hat begonnen.

Auch für Kindernothilfe: Während wir einerseits weiter mit aller Kraft daran arbeiten, das Kinderzentren-Programm auszuweiten und mit Notschul- und Trauma-Care-Projekten  inzwischen rund 2.318  Mädchen und Jungen erreichen, haben die beiden chilenischen Kollegen in unserem Team, Pablo Guzmán und Alvaro Arriagada, in dieser zu Ende gegangenen Woche mit ihren professionellen Ressourcen zur psychologischen Trendwende beigetragen. Pablo und Alvaro sind Architekten, Experten in Stadtteilentwicklung und erdbebensicherem Bauen – aber vor allem auch Kommunikationstalente.

„Wir kommen aus einem Land“, erklärt Pablo den fasziniert zuhörenden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus Coupeau, einer kleinen Berggemeinde südlich von Carrefour, dort, wo die von Kindernothilfe und der Dorfgemeinschaft selbst gebaute Schule am 12. Januar in sich zusammengestürzt ist, „wo es alle vier Jahre schwere Erdbeben gibt, viele von ihnen schwerer als das, das Ihr erlebt habt“. Die Chilenen, so seine Botschaft, hätten, um zu überleben, lernen müssen, erdbebensicher zu bauen, sich auf Katastrophen vorzubereiten und mit ihnen umzugehen.

Mitten in der Ruine der kleinen Schule, von der nur noch die Stützpfeiler und einige Mauerteile stehen, erläutert er gestenreich, wie beim Wiederaufbau vorgegangen werden muss, damit das Gebäude dem nächsten Erdbeben standhält, mit eisenbewehrten Stützopfeilern, soliden Trägern und Verstreben, die dem Gebäude Stabilität verleihen. „Wir kommen wieder“, verspricht er den Kindern und Jugendlichen – und ihren Eltern, „um mit Euch allen zusammen diese Schule wieder aufzubauen und mit Euch zu lernen, wie das auf eine erdbebensichere Weise geschehen kann.“

Nicht nur die Menschen in Coupeau sind von der Idee, dass aus den Ruinen wieder solide, sichere Gebäude entstehene können, wie elektrisiert: In „Fort National“, dem großen Bidonville (Armenviertel) in Delmas Deux, wo vor der Katastrophe eine der von Kindernothilfe finanzierten Heilsarmee-Schulen von Port-au-Prince funktionierte, beobachten die Nachbarn jeden Schritt, jede Handbewegung der beiden chilenischen Architekten, die sorgfältig Quadratmeter für Quadratmeter der Ruinenlandschaft um die Schule herum mit ihrem Laser-Messgerät abtasten und kartographieren. Ermina Brice (10), eines der Kindernothilfe-Patenkinder aus diesem Projekt und ihr Bruder Rony (12), wollen uns gar nicht mehr gehen lassen – sondern fragen immer wieder, wann denn es denn mit der Schule wieder losgeht. „Diese Schule ist alles, was die Menschen in diesem Armenviertel je hatten“, sagt uns der Pastor, der mit seiner Familie direkt neben dem Ruinenfeld lebt: „Zu sehen, dass Ihr und die Heilsarmee Euch Gedanken darüber macht, diese Schule neu zu erbauen, ist für uns ein Zeichen, dass das Leben weitergeht.“

Von allen Seiten werden die beiden Architekten bestürmt, zu erklären, wie denn die neue Schule von „Fort National“ aussehen wird. Doch dafür muss erst einmal das alte Gebäude, das angesichts seiner schweren baulichen Schäden nicht mehr zu retten ist, abgetragen – und all der Schutt entsorgt werden. Eine gigantische Aufgabe! „Drei Kinder aus dieser Schule sind gestorben“, sagt uns eine Mutter, „wir würden Alles dafür geben, dass sie noch am Leben wären.“ Insgesamt sind es nach dem bisherigen Erkenntnisstand sogar 19.000 Menschen, die allein in diesem Stadtteil ums Leben kamen. Kindernothilfe hat sich gegenüber ihrem Partner, der Heilsarmee, dafür verbürgt, die „Ėcole Fort National“, die einzige Schule in weitem Umkreis, wieder aufbauen zu helfen. Die beiden chilenischen Architekten, Pablo und Alvaro, werden von den Kindern und Erwachsenen wie Helden verabschiedet, per Handschlag und Umarmung.

Doch das größte und symbolträchtigste Bauvorhaben, zu dem wir uns verpflichtet haben, ist der Neubau einer Schule für 1800 Mädchen und Jungen auf dem Gelände der „Petites Soeurs de Sainte Thérèse de l’Enfant Jesus“ in Riviere Froide, im Süden von Carrefour – jenem Ort, an dem 150 Kinder, vier Ordensschwestern, fünf Lehrerinnen und Lehrern unter den Trümmern der komplett eingestürzten alten Schule der „Kleinen Schwestern“ starben. Über vier Wochen nach der Katastrophe hat es gedauert, bis wir mit den Schwestern über dieses Vorhaben sprechen konnten, vier Wochen behutsamer Trauerarbeit, kontinuierlicher Präsenz und diskreter Unterstützung mit dem Lebensnotwendigsten: Wasser, Planen, Lebensmittel. Drei Tage lang begehen Pablo und Alvaro zusammen mit den Schwestern das ausgedehnte Gelände, vermessen, zeichnen, lassen sich sagen, wie sich die tapfere Ordensgemeinschaft, mit der Kindernothilfe seit über acht Jahren kooperiert, ein neues Schulgebäude vorstellen könnte.

Klar ist, dass nicht dort gebaut werden soll, wie die alte Schule all die Kinder, Ordensfrauen und Lehrer unter sich begrub. An dieser Stelle wünschen die Schwestern eine Gedenkstätte, einen Platz mit schönen, großen Bäumen, mit einem Stein, auf dem die Namen aller Toten stehen.  

Die therapeutische Wirkung der Architektenpräsenz auf dem Hügel von Riviere Froide ist augenfällig: Immer engagierter diskutieren die Schwestern mit den beiden chilenischen Kollegen im KNH-Team, immer mehr Ideen und Vorschläge für die Ausgestaltung der neuen Schule werden entwickelt. Und immer mehr Kinder schreiben sich, während an den Plänen für dieses große Projekt geschmiedet wird, für den provisorischen Unterrichtsbeginn unter freiem Himmel und Zeltplanen ein. Am Ende dieser Woche sind es bereits 1200 Mädchen und Jungen.

Trotzdem ist dieser mutmachende Prozess immer wieder auch mit Tränen und Verzweiflung verbunden. Am Samstagabend, nach tagelangen Beratungen, sagt uns Soeur Giséle Chaperon, die tapfere Schulleiterin der Sekundarstufe: „Wir haben verstanden, dass wir am Ende Bagger und schweres Gerät brauchen, um den Schutt und die ganzen Betonteile wegzuräumen.“ Die ganze Zeit über hatten die Schwestern gehofft, dass es möglich sein würde, mit der Unterstützung ihrer Freunde, der Bauernfamilien aus den Dörfern rund um Carrefour, ein „Conbit“, eine Gemeinschafts-Aktion, zu organisieren, die Ruinen der Schule abzutragen und die Leichen der toten Kinder und Erwachsenen einzeln zu bergen.

Pablo Guzmán hatte die ganze Zeit über behutsam versucht, zu erklären, dass das mit aller menschlichen Arbeitskraft der Welt nicht möglich sein würde, dafür sind die tonnenschweren Betonplatten, die da in sich zusammenstürzten, einfach zu schwer. Am Ende verabschieden die Frauen die beiden chilenischen Spezialisten mit Umarmungen und Segenswünschen. Jetzt geht es darum, einen ersten Entwurf für die neue Schule von Riviere Froide zu entwickeln, dann kommen die Architekten wieder, um über die Details zu diskutieren. „Uns ist klar geworden, dass Kindernothilfe es wirklich ernst meint mit dem Neubau dieser Schule“, sagen uns Soeur Giséle und ihre Kollegin, die Schulleiterin der Grundschule, Soeur Evanette, „dieses Projekt ist für uns wie ein Zeichen dafür, dass es nach jeder Nacht einen Morgen gibt – und Gott nicht will, dass die Arbeit mit den Kindern aus Riviere Froide unter diesen Ruinen ein Ende gefunden hat.“

Jürgen Schübelin (21.02.2010)

„Mitten ins Herz.“ Ein Beitrag von Jürgen Schübelin aus Jacmel

„Das Schlimmste war“, sagt Stephanie, „dass ich mich überhaupt nicht mehr bewegen konnte und alles um mich herum einstürzte“. Das elfjährige Mädchen fügt leise hinzu: „Und danach auf der Straße die vielen toten Personen, und die Verletzten und all die weinenden und schreienden Menschen.“ Der neben ihr sitzende zehnjährige Anderson sagt ganz ernst: „Es tut mir so leid um all die vielen Kinder und Erwachsenen, die bei dem Erdbeben ums Leben kamen. Aber ganz oft hat es die Falschen getroffen – und nicht die wirklich bösen Menschen, die, die anderen weh tun…“

Es war gar nicht unsere Absicht gewesen, dass uns die Kinder aus der KNH-Partnerorganisation MHDR in Jacmel eines nach dem anderen von ihren ganz persönlichen Erfahrungen an diesem 12. Januar, nachmittags um 16:53 Uhr berichten sollten, aber je länger die Kinder sprechen, um so mehr spüren wir, wie außerordentlich wichtig es für sie ist, dass wir ihnen zuhören, ihnen eine Möglichkeit geben, noch einmal die entsetzlichen Stunden nach dem Erdbeben zu beschreiben. 

Jacmel liegt im Süden von Haiti. Vor der Katastrophe war es möglicherweise der einzige Ort in diesem Land mit so etwas wie einem gewissen touristischen Potential, schönen farbiggestrichenen alten Holzhäusern, Stränden mit Palmen, die haitianische Stadt, in der Simon Bolivar für seinen Kampf gegen die spanischen Besatzer einst voller Verzweiflung die Hilfe des ersten Landes in Lateinamerika, das sich 1804 aus dem Joch der Kolonialherrschaft hatte befreien konnen, erbat und von General Petion und den Bürgern des freien Haiti auch großzügig erhielt.

Jetzt liegt ein großer Teil von Jacmel in Trümmern, vor allem die Straßenzüge unten am Meer. Die Zahl der Leichen, die aus den zerstörten Häusern geborgen wurden, beläuft sich inzwischen auf 382. Die Stadtverwaltung hat mit Hilfe von Ingenieuren und Baustatikern alle Häuser untersuchen lassen – und ist damit deutlich weiter als die Behörden in der Hauptstadt Port-au-Prince.Ganz viele Gebäude tragen, obwohl sie bei dem Beben stehen blieben, ein großes rotes Kreuz, das heißt, sie müssen abgerissen werden, weil die Schäden an der Struktur und Substanz so groß sind, dass eine Reparatur unmöglich wäre.

Auch in Jacmel leben alle Familien auf der Straße, in endlosen Zeltreihen: „Wir vermissen unsere Häuser“, sagen die MHDR-Kinder, auf der Straße ist es gefährlich – nicht etwa, weil es in Jacmel eine besonders hohe Kriminalitätsrate geben würde, sondern weil immer wieder Unfälle passieren, auf der Straße schlafende Menschen von Autos oder Motorrädern angefahren werden, sich im Dunkeln verletzen. 

Für die drei Tage vom 12. bis 14. Februar hat die Regierung drei Gedenk- und Trauertage verordnet. Überall finden Gottesdienste statt, mit singenden, inbrünstig betenden und tanzenden Menschen. In Jacmel beeindruckt uns ein, über einem Straßenzug, von dem nur noch Schutthaufen übrig geblieben sind, gespanntes schwarzes Transparent, auf dem die Überlebenden die Namen ihrer toten Familienangehörigen und Nachbarn geschrieben haben. Oder an einer anderen Stelle der Stadt hängen große, weiße Papierbögen an den Mauerresten, mit liebevoll verfaßten Botschaften an die Verstorbenen.

In einem langen Zug ziehen Tausende, mit weißen Hemden gekleidete Menschen, schweigend durch die Stadt, durch all die Straßenzüge, in denen in Jacmel Familienangehörige und Nachbarn unter den Trümmern ihrer zusammengestürzten Häuser starben.

Zumindet hier, an diesem Ort im Süden des Landes, haben die Überlebenden einen Monat nach der größten Tragödie in der Geschichte Haitis offenbar einen Weg gefunden, endlich ihrer Trauer angemessen und würdig Ausdruck zu verleihen. Der Verkehr auf den Straßen -auch in der Hauptstadt Port-au-Prince – hat deutlich abgenommen und auch die internationale Helfergemeinschaft scheint einen Augenblick inne zu halten, um diese intensiven und emotionalen Stunden mit den Gottesdiensten an jeder Straßenecke – unter Zeltplanen oder einfach unter freiem Himmel – nicht zu stören.

Am Montag, 15. Februar, wird unsere Arbeit weiter gehen – unter anderen mit dem Start von zwei weiteren Kinderzentren, diesmal in Jacmel, in Kooperation mit dem örtlichen Kindernothilfe-Partner MHDR und seinem Team aus Sozialarbeitern und einem Psychologen – und zwar mit 60 Mädchen und Jungen aus dem eher ländlichen Morne Ogé und 60 weiteren aus La Mandú, mitten in der Stadt, dort, wo es die schwesten Zerstörungen gegeben hat. „Wir wünschen uns, bald wieder in die Schule gehen zu dürfen“, sagt die elfjährige Stephanie, „es ist nicht schön, den ganzen Tag zwischen den Trümmern der kaputten Häusern bleiben zu müssen.“ Die Arbeit der Kinderzentren ist auf dem Weg dorthin zumindest ein Anfang.

Jürgen Schübelin, Referatsleiter Lateinamerika und Karibik ist derzeit vor Ort und bloggt für uns, pressestelle@knh.info

Fotos: Jürgen Schübelin

Kampf gegen das Chaos: Ein Rückblick auf das Beben in Haiti

Gestern Abend bei einem prominenten Nachrichtenmagazin: Der Beitrag, der zum Thema Haiti läuft, dauert exakt 30 Sekunden und läuft irgendwo am Rande der  Nachrichtenlage. Man hat sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, neues Filmmaterial einzusetzen. Ich bin schier ensetzt: Es hat keine 2 Wochen gedauert, da ist eine Katastrophe eines solchen Ausmaßes schon wieder aus den Medien verschwunden.

Meine Kollegin Gunhild Ayiub und ich produzierten just zum Zeitpunkt der Katastrophe unser aktuelles Spendermagazin. Einige von Ihnen kennen es vielleicht. Aus aktuellem Anlass revidierten wir einen Artikel und schrieben einen neuen Text zur Lage in Haiti.  Um uns die Bilder noch einmal vor Augen zu halten, wie schlimm die Tragödie für das arme Land Haiti ist, lassen wir Sie noch einmal mit uns zurückblicken.

Dienstag, 12.01.2010
Es ist später Abend, als die ersten spärlichen Meldungen im Fernsehen, Rundfunk und Internet laufen: In der Hauptstadt Haitis, Port-au- Prince, hat es ein Erdbeben der Stärke 7,0 gegeben. Verletzte und Tote überall. Viele Kindernothilfe-Mitarbeiter hören von der Nachricht an diesem Abend. Geschockt. Besorgt. Unruhig. Sechs Kindernothilfe-Projekte sind in und um Port-au-Prince angesiedelt. Mitarbeiter versuchen Alinx Jean-Baptiste, Koordinator von KNH-Haiti, zu erreichen. Das Telefon bleibt tot.

Mittwoch, 13.01.2010
Das Ausmaß der Zerstörung wird erst jetzt richtig sichtbar. Die Meldungen überschlagen sich: Port-au-Prince liegt in Schutt und Asche. Tausende von Toten und Verletzten. Drei Millionen Menschen, die dringend Hilfe benötigen. Kindernothilfe-Paten rufen in der Zentrale an und wollen Informationen über ihr Patenkind. Aber die Kindernothilfe hat keine Informationen aus erster Hand. Denn Alinx Jean-Baptiste, bei jeder Katastrophe ein Fels in der Brandung, meldet sich nicht. Die Sorge in der Kindernothilfe-Zentrale, dass er sowie viele Mädchen und Jungen in den Projekten tot sein könnten, ist groß. Die Kindernothilfe sagt eine Soforthilfe von 50 000 Euro zu und beginnt mit der Koordinierung der Hilfe vor Ort.

Donnerstag, 14.01.2010
Am nächsten Morgen die Erleichterung: Jean-Baptiste meldet sich per Mail. Er und seine Familie haben überlebt. Später berichtet er: „Als das Beben begann, war ich mit unserem Buchhalter im Büro. Wir rannten auf die Straße, um uns zu retten. Wir rannten um unser Leben.“ Die Gebäude der Heilsarmee-Projekte in Port-au-Prince, die seit Jahrzehnten von der Kindernothilfe gefördert werden, sind schwer beschädigt worden, erfahren wir. Aus einem Projekt in Carrefour, in dem 400 Restavèks (Kinder, die in fremden Haushalten arbeiten müssen) betreut werden, fehlt jede Nachricht. Auch Angaben über Tote oder Verletzte unter den Patenkindern gibt es noch nicht. Da ist zum Beispiel das Patenkind der evangelischen Gemeinde in Warendorf. Sie unterstützt den Jungen seit vielen Jahren. Was aus ihm geworden ist, weiß bislang niemand.

Die Kindernothilfe stockt ihre Soforthilfe auf 100 000 Euro auf und beschließt eine Zusammenarbeit mit humedica, einem Verein, der sich mit Hilfe von Ärzten und Schwestern um die medizinische Versorgung in Katastrophenfällen kümmert. Der Kindernothilfe-Koordinator Ruben Wedel, der drei Jahre lang in Haiti gelebt hat, begleitet die Mediziner. Donnerstagabend bricht das Team, bestehend aus vier Ärzten, einer Krankenschwester, einem Pfleger sowie zwei Koordinatoren und Ruben Wedel, vom Frankfurter Flughafen auf Richtung Haiti. Im Gepäck: Medi-Kits, mit denen bis zu 3 000 Patienten erstversorgt werden können: Knochenbrüche, Wundversorgung, Not-OPs. Tabletten für die chemische Wasseraufbereitung für bis zu 100 000 Liter sind auch dabei. Ein kleiner erster Schritt auf einem langen Weg der Nothilfe. Abends berichten die Medien von der zunehmend angespannten Sicherheitslage. Weil die Nothilfe nur langsam anlaufe, seien viele Überlebende wütend und verzweifelt. Es komme auch zu Plünderungen. Die Menschen versuchen immer noch mit bloßen Händen, Überlebende auszugraben.

In der Geschäftsstelle stehen die Telefone nicht still. Immer mehr Menschen – Paten, Unternehmen, Gemeinden, Privatpersonen –  wollen sich engagieren, kündigen Aktionen an, um Spenden zu sammeln, bitten um Poster und Spendendosen. Die Online-Spenden haben die 100 000 Euro-Marke überschritten.

Freitag, 15.10.2010
Am nächsten Morgen steht der telefonische Kontakt mit Alinx Jean-Baptiste, der auf Hilfe drängt. Er berichtet von einer chaotischen Situation. Es fehle an Wasser, Medikamenten und an Treibstoff. Einer seiner Mitarbeiter habe mehrere Stunden wegen Benzin angestanden. Ohne Erfolg.
Das Ärzteteam und Ruben Wedel sind in der Zwischenzeit in der Dominikanischen Republik gelandet. Dort beladen sie ihren Konvoi mit den Hilfsmitteln und decken sich für zwei Wochen mit Lebensmitteln, Wasser und Treibstoff ein. Der Weg über den Zoll läuft reibungslos. Am frühen Nachmittag twittert Ruben Wedel: „Wir stehen jetzt im Stau und kommen nur langsam voran. Hoffen, Port-au-Prince noch heute zu erreichen.“ Von Deutschland aus hat die Kindernothilfe ihre Soforthilfe auf 200 000 Euro aufgestockt. Die Stiftung „Ein Herz für Kinder“ und viele andere sagen ihre Hilfe zu.

Samstag, 16.10.2010
Vier Tage sind jetzt seit dem Beben vergangen. Doch die Hilfe erreicht die Überlebenden nur schleppend. Für viele Verschütteten kommt jede Hilfe zu spät. Leichen liegen auf den Straßen, Verwesungsgeruch breitet sich über der Stadt aus. Die Regierung berichtet von bislang 50 000 Toten. Wie hoch die Zahl am Ende sein wird, wagt niemand zu sagen. Auf den Straßen befinden sich immer mehr unbeaufsichtigte Kinder. Aus Angst vor dem Ausbruch von Seuchen versucht man, die Leichen zu beseitigen. Auf dem Weg durch die Stadt kommen Ruben Wedel und Alinx Jean-Baptiste an einem Friedhof vorbei: „Hier verbrennen sie die Menschen einfach.“ Das Ärzteteam von humedica hat ein Notfallzentrum im „Krankenhaus der Hoffnung“ eingerichtet, behandelt Verletzte. Darunter ein Mädchen, das drei Tage unter den Trümmern begraben lag und schließlich gerettet wurde. Es gibt auch solche Augenblicke, die Hoffnung machen. Auch im College Verena, einer von der Kindernothilfe geförderten großen Heilsarmee-Schule für 2 000 Mädchen und Jungen, ist Hilfe dringend angezeigt. Die Helfer schlafen kaum und wenn, dann mit den Verletzten auf einem Fußballfeld unter freiem Himmel.

Air Berlin und die Stiftung „Ein Herz für Kinder“ sagen zu, einen Hilfstransport mit rund 30 000 Tonnen Hilfsgütern in das Krisengebiet zu organisieren. Ein Anfang. Doch was kommt danach? So lautet die bange Frage. Für Dr. Jürgen Thiesbonenkamp, den Vorstandsvorsitzenden der Kindernothilfe, ist eines besonders wichtig: „Unser Mandat sind die Kinder!“ Weil die Infrastruktur in Haiti komplett zusammengebrochen sei, dauere die Erstversorgung hier länger als bei anderen Katastrophen. Dennoch: „Haiti ist das Land der Restavèks. Wir müssen uns vor allem jetzt um die Mädchen und Jungen kümmern, die in dieser dramatischen Lage völlig schutzlos sind. Leider kommt es gerade in diesen Situationen immer wieder zu Übergriffen von Gewalt und Missbrauch.“

Sonntag, 17.01.2010
Die Arbeit in der Kindernothilfe-Zentrale in Duisburg geht für einige Mitarbeiter weiter. Journalisten werden informiert, Stiftungsrätin Christina Rau wird abends in der ARD-Talkshow bei Anne Will Rede und Antwort über die Situation der Kindernothilfe-Projekte stehen. Die Kindernothilfe ist Partner des Bündnisses „Entwicklung hilft“, für das während der Sendung zu Spenden aufgerufen werden soll. Die Online-Spenden über die Kindernothilfe-Website gehen mittlerweile im Zwei-Minuten-Takt ein und überschreiten am Nachmittag die 200.000 Euro-Marke.

Schätzungsweise 400 Familien sind auf dem Gelände des College Verena untergebracht. Jean-Baptiste: „Die Heilsarmee versorgt sie, so gut sie kann. Der Schulkomplex hatte auch eine Großküche mit einem Lebensmittellager – Reis, Öl, Bohnen. Heute wurde die letzte Mahlzeit gekocht – jetzt haben wir nichts mehr.“

Auf dem Gelände des College Verena bekommen Frauen unter freiem Himmel Kinder. 20 Meter weiter laden Menschen immer wieder Leichen vor der Tür der Heilsarmee ab. Die humedica-Ärzte arbeiten bis zur Erschöpfung. „Gestern, das war die Hölle“, sagt Alinx, „bis abends haben die Ärzte 500 Kinder und Erwachsene behandelt. Jetzt sind alle Medikamente verbraucht. Wir warten dringend auf Nachschub.“

Der ist auf dem Düsseldorfer Flughafen angekommen. In einem logistischen Kraftakt stellen die Stiftung „Ein Herz für Kinder“ und die Luftfahrtgesellschaft Air Berlin einen Hilfstransport für humedica und Kindernothilfe nach Puerto Plata in der Dominikanischen Republik bereit. 30 Tonnen, darunter Wasserfilter, Babynahrung, medizinische Versorgung, Nahrungsmittelzusätze und Hygiene-Artikel. 15 humedica-Ärzte begleiten die Hilfsgüter. Von der Dominikanischen Republik aus geht es auf dem Landweg weiter nach Haiti. Jürgen Schübelin, Kindernothilfe-Referatsleiter für Lateinamerika und die Karibik, ist vor Ort, um den Weitertransport zu organisieren. Auf dem Flughafen in Port-au-Prince landen zwar auch Maschinen mit Hilfsgütern. Doch an der Koordination scheitert es noch. „Es ist schwierig, Transportmöglichkeiten nach Haiti zu finden“, berichtet er aus Santo Domingo. „und wenn, dann nur zu horrenden Kosten.“ Aber er hat auch Positives beobachtet: „Die Katastrophe hat die Einstellung vieler Menschen und der Politiker hier, die den Haitianern bisher mit Ablehnung und Rassismus begegneten, verändert. Es gibt große Solidaritätsaktionen, viele Menschen engagieren sich, spenden Geld und Lebensmittel. Alle Fahnen hängen auf Halbmast…“

Dann erreicht uns eine Meldung von Ruben Wedel. Das Kindernothilfe- und humedica-Team hatte sich gestern bis nach Carrefour durchgekämpft. Ein nicht von der Kindernothilfe gefördertes Projekt und das Wohnhaus der „Kleinen Schwestern“, einem der Kindernothilfe-Partner, sind eingestürzt. 130 Schüler und einige Schwestern konnten nur noch tot geborgen werden.  Die Überlebenden sind so stark traumatisiert, dass sie bisher noch keine Nothilfe für die anderen Projekte organisieren konnten.. Die sechs Bildungszentren der Kindernothilfe in den Bergen sind auch alle eingestürzt. Gott sei Dank wurden keine Kinder verletzt. Das Verwaltungsgebäude eines weiteren Partners im Stadtzentrum sowie seine von der Kindernothilfe unterstützte Schule und die dazu gehörige Klinik in Carrefour wurden komplett zerstört. Es gibt immer noch kein Lebenszeichen von den Mitarbeitern dort.

Wen das ganze Magazin mit seinen lesenwerten Beiträgen interessiert: http://www.kindernothilfe.de/magazin_uebersicht-path-2,8.html

Gunhild Aiyub und Simone Orlik,
Redakteurinnen, pressestelle@knh.info

Helmut Michelis berichtet: Im Krankenhaus der Hoffnung in Haiti

Haiti: So viel Leben retten wie möglich – unter unvorstellbaren Bedingungen kämpfen sich die Ärzte vom Kindernothilfe-Partner Humedica, aus Nordrhein-Westfalen im Hospital „Espoir“ gegen die Zeit. Der Reporter der Rheinischen Post, Helmut Michelis, verbrachte einen Tag in der Klinik in Port-au-Prince.

7.30 Uhr: Die acht Ärzte der Hilfsorganisation „Humedica“ bereiten sich auf ihren Einsatz vor. Was sie jetzt nicht einpacken, auf das können sie in den nächsten Stunden nicht mehr zurückgreifen, denn Fahrzeuge sind Mangelware für die Helfer und der Weg zu Fuß ist zu gefährlich. Zeitgleich startet ein zweites Team von „Humedica“ mit dem Bonner Arzt Michael Brinkmann zur Erstaufklärung in das Epizentrum des Bebens nach Leograne, ein drittes Team betreibt ein weiteres Krankenhaus in Port-au-Prince.

8.00 Uhr: Abfahrt von der christlichen Schule, die den internationalen Helfern als Stützpunkt dient, zum Hospital „Espoir“ (französisch für Hoffnung) im Ortsteil Delmas, nur etwa drei Kilometer entfernt. Der dominikanische Fahrer der Hilfsorganisation „World Vision“ (man hilft sich untereinander) quält sich über Buckelpisten, vorbei an Zeltlagern für Erdbebenopfer und die Straßen säumende Menschenmassen.

8.14 Uhr: Mehrere laute Knalle sind zu hören. Schüsse? Oder nur eine Fehlzündung bei einem der unzähligen, sich vorwärts quälenden Autos, die aus europäischer Sicht schrottreif sind? Wir fahren einfach weiter, eine Flucht wäre ohnehin nur in Schrittgeschwindigkeit möglich. „Verlassen Sie die Klinik zu Fuß bloß nicht“, rät einer der Begleiter. „Das könnte gefährlich werden.“ Denn die Stimmung derer, die noch keine Hilfe bekommen haben, wird zunehmend aggressiver; schon die „normale“ Gewaltkriminalität ist eine Geißel Haitis.

8.27 Uhr: Ankunft am Hospital, das unerwartet aufgeräumt wirkt: Die Trauben Hilfesuchender der ersten Tage sind verschwunden, auf dem Hof liegen ordentlich aufgereiht unter Zeltdächern die Patienten. Gegenüber dem Tor haben vier haitianische Polizisten mit Gewehren Stellung bezogen. „Das ist schon beruhigend“, meint der Medizinstudent Simon Oeckenpöhler aus Moers, der sich wie alle anderen freiwillig zu diesem Einsatz gemeldet hat. Er hat das Hospital, eigentlich eine Kinderklinik, mit wieder geöffnet: „Das einheimische Personal hat nach dem Beben so lange weitergemacht, bis alles Material aufgebraucht war. Dann ist es geflohen.“

8.29 Uhr: Norman Hecker, Anästhesist aus Ratingen, bereitet die erste Operation vor, wühlt in Regalen und Kisten und meint augenzwinkend: „Das ist hier nicht wie in unserem Sankt-Marien-Krankenhaus.“ Auf dem Boden liegt ein Akku-Bohrer aus dem Baumarkt. Auch damit wird gleich operiert. „Da uns zunächst eine Knochensäge gefehlt hat, mussten wir  in den ersten Tagen Amputationen mit meinem Taschenmesser vornehmen“, berichtet
Oeckenpöhler. An der Decke im Gang klebt ein in der Mitte offenes Pflaster mit einer Glaslinse darin. Dieses einfache Einsturz-Warnsystem haben Experten des deutschen Technischen Hilfswerks im hinteren Gebäudeteil installiert. Fällt das Glas zu Boden, hat sich der Riss so vergrößert, dass das Gebäude schnell evakuiert werden muss.

8.31 Uhr: Der erste Patient wird auf den OP-Tisch gehoben. Der etwa 30-jährige Pierre Jean V. hat einen Oberschenkelbruch durch herabfallende Trümmer erlitten. Es wird langsam unangenehm warm in dem kleinen Raum, geschätzt sind es nach kurzer Zeit bereits 30 Grad. Der Mundschutz erschwert das Atmen zusätzlich.

8.45 Uhr: Die erste Operation an diesem Tag beginnt. Norman Hecker setzt eine Rückenmark-Narkose. Das OP-Team ist siebenköpfig, dazugestoßen sind inzwischen zwei Amerikaner. Deshalb wird Englisch gesprochen. Die Freiwilligen aus aller Welt kommen meist über eine der vielen privaten und kirchlichen Organisationen nach Haiti. Der Zahnarzt Stefan Rodi aus Erlangen ist schon eine Ausnahme: Er hatte kurzerhand auf eigene Faust einen Flug in die Karibik gebucht, als er von der Katastrophe hörte und stieß unterwegs eher zufällig auf das „Humedica“-Team. Es nahm ihn mit offenen Armen auf.

9.15 Uhr: Der Bohrer surrt. Die Mönchengladbacher Chirurgin Britta Merten zieht am Fuß, damit die gebrochenen Knochen sich nicht wieder verschieben. Peter aus Minnesota – hier sprechen sich alle nur mit Vornamen an – lässt sich den tropfenden Schweiß von der Stirn wischen.

9.44 Uhr: „We are finished“, ruft der Hamburger Chirurg Christian Queitsch. „Der Bruch steht jetzt so, dass er gut verheilen kann.“ Queitsch ist sicher, dass dieser Patient überlebt. Die Gefahr von Embolien durch die lange Liegezeit (das Erdbeben war am 12. Januar) wachse allerdings täglich. „Gestern ist ein frisch Operierter an einer Lungenembolie verstorben.“ Wohl jeder zweite noch lebende Schwerstverletzte hat mittlerweise keine Chance mehr.

10.12 Uhr: Mit einer Trage wird Pierre Jean V. aus dem Raum transportiert. Selbst das ist ein Kraftakt, weil es keine ausreichend breiten Türen gibt. Schwester Nancy Schmidt – die Amerikanerin ist mit einem Deutschen verheiratet – hat inzwischen liebevoll einen provisorischen Ruheraum hergerichtet und wird vom OP-Team mit Beifall bedacht.

10.30 Uhr: Ein Wasserfall spritzt von der Decke im Gang. „Beim Nachbeben ist der letzte Tank auf dem Dach geplatzt“, stellt Oeckenpöhler fest, während das Wasser bereits in den OP-Raum läuft. Queitsch schüttelt zornig den Kopf – „Die ganze Stadt hat kein Wasser, und hier läuft es sinnlos aus der Decke.“ Haitianische Helfer versuchen, dass kostbare Nass in Eimern und Schüsseln aufzufangen.

10.35 Uhr: Britta und Peter (er heißt Van Patten mit Nachnamen und stammt aus Oregon) tragen die nächste Patientin auf den OP-Tisch. „Wir könnten noch schneller sein“, meint Oeckenpöhler. „Aber der Engpass ist die Sterilisation der Instrumente.“

10.40 Uhr: Die junge Frau, sie mag um die 16 Jahre alt sein, hat furchtbare Schmerzen und schreit. Hecker legt tröstend den Arm um sie, während die Narkose langsam wirkt.

11.15 Uhr: Nach der Visite hat Ulrich Seemann aus Gifhorn ein paar Minuten Pause und erklärt sein freiwilliges Engagement für Haiti: „Enkelin Jemina-Sophie stammt von hier. Unsere Tochter hat sie als Baby adoptiert, als sie als ausgehungertes Neugeborenes vor die Missionsstation gelegt worden ist, wo unsere Tochter damals als Kinderkrankenschwester gearbeitet hat.“ Inzwischen sei Jemina-Sophie 14 Jahre alt und leide als Dunkelhäutige unter der Ausländerfeindlichkeit in Niedersachsen. „Ihr Traum ist es, wieder nach Haiti zurückzukehren.“

11.22 Uhr: Im Nebenraum hat Irmgard Harms aus Hindelang das OP-Programm für die nächsten Tage fertiggestellt. Die Namen von 20 Patienten stehen darauf. „Wenn wir wieder freie Kapazitäten haben, lassen wir das über das Lokalradio durchgeben.“

11.25 Uhr: Mit einem Fixateur, einem Metallgesell mit Schrauben, ist der Oberschenkelbruch von Natalie S. gerichtet. Vier weitere Operationen folgen. Bernd Domres aus Tübingen listet die Erfolgsliste der letzten Tage auf: „123 Menschen wäre ohne unsere Hilfe verstorben. Leider hatten wir auch vier Todesfälle.“ Über die ungleich höhere Zahl der ambulant Behandelten hat niemand Buch geführt.

17.30 Uhr: Die Arbeit des „Humedica“-Team muss zügig beendet werden: Ein Kleinbus wartet, es wirkt dunkel – um 18 Uhr beginnt die von der UN-Schutztruppe verhängte Sperrstunde. Erschöpft, aber zufrieden kommen die Helfer in die Schule zurück.

Haiti: „Lasst uns hoffen, dass daraus etwas Gutes wird!“

Als ich heute Morgen meinen Rechner anmache und meine E-Mails abrufe, nimmt die Liste der neuen Mails kein Ende. Was ich besonders beeindruckend finde: Menschen wollen nicht nur spenden, sondern sie überlegen sich auch, wie sie Andere davon begeistern könnten, bei der Hilfe für Haiti mitzumachen. Unternehmen, Künstler, Privatpersonen…..

Da sind zum Beispiel die Schüler vom Albert-Einstein-Gymnasium in Duisburg. Sie hatten vergangenen Samstag einen Tag der offenen Türe an ihrer Schule und haben ganz spontan für Haiti gesammelt. Vorige Tage standen sie dann in der Kindernothilfe-Zentrale und haben die Spendendosen vorbeigebracht:  2456,66 Euro haben sie gesammelt. Ich finde das toll! Danke für Euer Engagement.

Jemand, den sicher viele von Ihnen kennen: Der Gewinner der letzten Staffel bei DSDS:  Thomas Godoj. Er hatte schon vor Weihnachten eine seiner Jacken für die Kindernothilfe versteigert. Jetzt ließ er sich nicht lange bitten: Am 28. Januar gibt es ein Benefizkonzert von Thomas Godoj und der Neuen Philharmonie Westfalen im Ruhrfestspielhaus Recklinghausen. Tickets gibt es übrigens unter www.imvorverkauf.de

Bei all den Spenden ist es mir wichtig, auch an dieser Stelle zu betonen, was die Kindernothilfe mit den Spenden macht. Auf unserer Webseite liest man viel über die medizinische Notversorgung der Verletzten. Das hat im Fall einer Katastrophe wie der in Haiti immer erste Priorität und geschieht immer noch. Gerade sind weitere Ärzte von Humedica eingetroffen.  Nachdem man aufgrund des Nachbebens das Krankenhaus der Hoffnung evakuieren musste, hat der THW nun das Gebäude begutachtet und Ärzte sowie Patienten können wieder hinein.

Wichtig sind auch Wasser und Lebensmittel. Auch hier ist die Hilfe angelaufen, wenn auch immer noch und leider schleppend. Doch sauberes Wasser ist von immenser Bedeutung, gerade, wenn es um den Schutz vor Durchfall und anderen Infektionskrankheiten geht. Schmutziges Wasser und keine öffentlichen Toiletten sind meist Auslöser dessen.  

Wir als Kindernothilfe  haben natürlich vor allem die Kinder im Auge. Und zwar nicht nur diejenigen, die wir bereits vorher betreut haben. Viele Mädchen und Jungen haben in der Katastrophe ihre Eltern verloren und irren allein durch die Straßen von Port au Prince. Und so sind sie leichte Beute für Übergriffe von Kinderhändlern oder Missbrauch im Allgemeinen.  Unser Mitarbeiter vor Ort, Alinx Jean Baptiste, spricht von 50.000 bis 100.000 Kinder, die elternlos sein könnten. Eine unvorstellbare Zahl.

Um hier einen ersten Schritt zu gehen, hat die Kindernothilfe vor einigen Tagen auf dem Gelände des Projekts College Verena ein Kinderzeltlager errichtet. Im Prinzip handelt es sich hier um eine Bretterkonstruktion, über die man Bettlaken gegen die Sonne gespannt hat. Hier werden Drei – bis Sechsjährige behandelt und betreut. Die Mädchen und Jungen finden dort Schutz bekommen zu essen, ihre Wunden versorgt und durch zwei Psychologen betreut. Ein guter Anfang, den es jetzt auszubauen gilt.

Der Wiederaufbau in Haiti steht über allen Hilfsmaßnahmen und wird von allem am längsten dauern. Wir haben für diejenigen unter Ihnen, die sich langfristig für Haiti engagieren wollen, eine Patenschaft für Haiti eingerichtet, die sich speziell um diesen Wiederaufbau kümmert. Im Gegensatz zur Kinderpatenschaft kostet sie 25 Euro im Monat. Mehr Informationen finden Sie auf unserer Webseite.

Wir stehen jeden Tag im Kontakt mit unseren Mitarbeitern vor Ort und versuchen auch einzuschätzen, wie es Ihnen persönlich geht.  Jürgen Schüelin, Leiter des Referats Lateinamerika und Karibik, betreut gerade den Hilfstransport von Air Berlin und „Ein Herz für Kinder“ vor Ort und erzählt uns gestern am Telefon : „Ich freue mich zu sehen, dass unsere Partner und Mitarbeiter trotz allem so optimistisch sind.“ Man strahle hier Zuversicht trotz der dramatischen Lage aus. Das mache Hoffnung. „In einem Gespräch mit einem Journalisten sagte Kindernothilfe-Partner Alinx Jean Baptiste `Wir sind voller Hoffnung, dass aus dieser Situation etwas Gutes wird`.“

Ich würde uns allen wünschen, dass wir uns alle ein wenig von diesem Optimismus anstecken lassen.

Simone Orlik, Kindernothilfe,
pressestelle@knh.info

Haiti: Aufbau des ersten Kinderzentrums

19. Januar, 7 Uhr Ortszeit in Haiti. Ich spreche mit dem Kindernothilfe-Koordinator Ruben Wedel, der sich in Port-au-Prince gerade auf die Aktivitäten des neuen Tages vorbereitet. Seiner Stimme merkt man die Anspannung, den Stress und die Müdigkeit an. Hier sein Bericht:

„Auf dem Schulgelände, auf dem unser Team bisher kampiert hat, wird die amerikanische Armee jetzt einen Stützpunkt errichten und dann von hier aus die Verteilung von Lebensmitteln und Wasser organisieren.

Heute soll ein neuer Container mit Lebensmitteln kommen, der dringend gebraucht wird. Durch den Stützpunkt werden aber jetzt hoffentlich immer mehr Hilfslieferungen reinkommen. Die Verteilung muss von der Armee kontrolliert werden, damit es nicht zu Aufständen kommt. Die Sicherheitslage wird angespannter, was verständlich ist, die hungernden Menschen werden immer verzweifelter. Bis jetzt wurde die Arbeit des Kindernothilfe- und humedica-Teams davon jedoch nicht beeinträchtigt.

Hier wurde inzwischen der Ausnahmezustand ausgerufen – die Ausgangssperre gilt  von abends 18 Uhr bis morgens um 5 Uhr. Auf den Straßen dürfen dann nur noch Militär und die UN unterwegs sein.

Kinderzentren in Port-au-Prince:
Für heute ist geplant, das erste provisorische Kinderzentrum zu errichten. Dazu müssen wir Zelte organisieren. Wir werden klein anfangen, mit einem Zentrum für Kinder bis sechs Jahre. Wir können leider keine älteren Kinder aufnehmen, weil das unsere Kapazitäten sprengen würde. Nach und nach werden wir versuchen, weitere Kinderzentren zu eröffnen.

Bei den Zentren geht es um vier Hilfsangebote:

  1. Schutz – wir wollen dafür sorgen, dass Kinder, deren Eltern umgekommen sind, nicht orientierungslos umherirren oder womöglich von Kinderhändlern aufgegriffen werden
  2. Gesundheit – wir werden abklären, ob sie krank sind, ob sie ins Krankenhaus oder zu einem Arzt gebracht werden müssen, und dann dementsprechend handeln
  3. Ernährung – die Kinder bekommen zu essen, unterernährte Kinder spezielle Zusatznahrung
  4. Psychosoziale Arbeit – ein Kindernothilfe-Partner stellt einen Psychologen, der die Trauma-Arbeit organisieren wird

Die übrigen Mitarbeiter der Kinderzentren sind Lehrer von der Heilsarmee. Sie wohnen irgendwo in Flüchtlingslagern und haben sich bereit erklärt, mitzumachen.

Situation der Projekte in Jacmel:
Die Straße nach Jacmel ist zerstört – der Ort ist nur per Flugzeug oder Schiff erreichbar. Deshalb konnte das Team das Projekt bisher nicht besuchen.

Kindernothilfe-Partner in Carrefour:
Über die Deutsche Botschaft haben wir gestern eine Trinkwasserlieferung für unseren Partner ‚Die kleinen Schwestern‘ in Carrefour organisiert.

Hilfskonvoi wird heute erwartet:
Heute gegen 17 Uhr haitianischer Zeit erwarten wir den Konvoi mit den Hilfsgütern, der gestern mit Air Berlin auf die Reise geschickt wurde. Er wird von Kindernothilfe-Mitarbeiter Jürgen Schübelin begleitet.“

Wir, die wir in Deutschland im Büro sitzen und schon durch die Bilder und Berichte immer wieder schockiert und betroffen sind, wünschen dem Kindernothilfe- und humedica-Team viel Kraft und Gesundheit für die wichtige Arbeit, die es dort leistet!

Gunhild Aiyub, Redakteurin
Gunhild.Aiyub@knh.de

Der Tsunami 2004.
Als das Unfassbare Wirklichkeit wird

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Heute ist Montag, der 28. Dezember 2009. Während das Jahr dem Ende zugeht, sitze ich alleine als Vertreterin der Pressestelle in unserer Duisburger Zentrale. Es ist ruhig hier im Büro. Viele der Kollegen sind bei ihren Familien und Freunden geblieben. Draußen plätschert der Regen gegen die Scheibe – von weißer Weihnacht kann kaum die Rede sein. Ich aktualisiere unsere Webseite, arbeite mich durch lange liegen gebliebene Mails der Vorweihnachtszeit und organisiere die Produktion des anstehenden Januar-Magazins. Nebenbei schaue ich immer wieder die aktuellen Nachrichten durch. Alles ruhig. Einigermaßen. 

Vielleicht fragen Sie sich: Was mache ich eigentlich hier? Könnte ich nicht auch nach Hause gehen, wo doch alles ruhig ist? Falls Sie Zeit haben, lassen Sie uns doch einige Jahre in die Vergangenheit blicken. Um genau zu sein: 5 Jahre….

Es ist Sonntagmorgen, der 26. Dezember 2005. Gemeinsam mit meinem Mann sitze ich im Auto Richtung England. Wir haben einen Zug durch den Eurotunnel für Mittag gebucht. Wir wollen unsere Verwandtschaft in Birmingham besuchen, so wie jedes Jahr. Gerade sucht mein Mann einen passenden Sender, als wir durch Belgien fahren und wir hören erstaunt auf eine Meldung: Vor Sumatra hat es ein Seebeben gegeben, einen Tsunami. Es ist von hunderten Toten die Rede, darunter viele Touristen. Ich schaue meinen Mann an und nehme mechanisch das Telefon aus der Tasche, melde mich bei meinem Chef, der auch schon davon gehört hat. Eins ist klar: Die Kindernothilfe wird hier handeln müssen, zu groß scheint die Katastrophe. Aus meinen Weihnachtsgedanken gerissen, gehen wir die Sache an. Während in Deutschland die Drähte heiß laufen, fahren wir schon einmal den nächsten Rastplatz an, ich suche mir einen Internet-Zugang, um in unser Redaktionssystem zu gelangen. Noch eine Stunde später gibt unser Pressesprecher mir mündlich eine erste Eilmeldung und eine erste Soforthilfe der Kindernothilfe durch, die ich online setze.

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Danach geht die Fahrt erst einmal weiter. Die Opferzahlen erhöhen sich von Stunde zu Stunde und bald wissen wir, dass 300.000 Menschen der Katastrophe zum Opfer gefallen sind. Die indisch-australische Erdplatte hat sich unter die Sumatra-Platte geschoben und ein Beben der Stärke 9,1 auf der Richterskala erzeugt – das stärkste seit vier Jahrzehnten. So beschreibt es zumindest nüchtern die Wissenschaft.

Für uns bedeutet die Katastrophe etwas Anderes: Wir erhalten Bilder, dpa-Fotos, aber auch Bilder unseres eigenen Fotografen, später auch von unseren Partnern vor Ort. Sie zeigen Zerstörung, Traumata und Verzweiflung. Tod und Verlust. Viele Bilder können wir später nicht verwenden, weil sie die Grenze der Menschenwürde überschreiten. Die Bilder haben sich in meinem Kopf festgesetzt und werden dort immer bleiben.

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Was neben der Hilfe aus aller Welt folgt, ist eine unglaubliche Spendenbereitschaft in Deutschland. Das ist auch bei der Kindernothilfe nicht anders: In die Soforthilfe fließen 4,4 Millionen Euro, in den langfristigen Wiederaufbau insgesamt zwölf Millionen Euro. Für traumatherapeutische Maßnahmen gab die Kindernothilfe 1,3 Millionen Euro aus. Profitiert haben davon in Indien 237.157 Menschen, in Sri Lanka 133.424 sowie in Indonesien 26.740.  Auch heute noch mal ein herzliches Danke dafür.

Für die Kindernothilfe bedeutet das Geschehen in Südostasien auch eine Wende in der Katastrophenhilfe, in der sie sich zukünftig stärker als vorher engagiert. Der Blick liegt dabei auf den Kindern und Jugendlichen: Denn sie leiden ganz besonders unter den Folgen von Katastrophen. Oft sind die Erwachsenen so sehr damit beschäftigt, das Überleben an sich zu sichern, dass sie fast keine Zeit haben, sich über die seelischen Verletzungen ihrer Kinder zu Gedanken zu machen. Aber am einfachsten ist es, wenn die Mädchen und Jun gen die traumatischen Erlebnisse verarbeiten, indem sie schnell zu einem sicheren Umfeld und einem vertrauten Tagesablauf zurückkehren. Wo immer es möglich ist, errichten unsere Partner vor Ort Schutzräume für Kinder, wo sie spielen und lernen können sowie psychologisch betreut werden.

Mein Weihnachten in England war in jenem Jahr anders als sonst. Statt abends mit der Familie ein Glas Wein zu teilen und die Rede der Queen zu schauen, saß ich vor dem Computer, um Meldungen über neue Opferzahlen und weitere Warnungen zu aktualisieren und gemeinsam mit dem Webmaster darauf zu achten, dass die Kindernothilfe-Website wegen der vielen Besucher nicht zusammenbrach. Es hat mir nichts ausgemacht, wer war man mit den Gedanken und dem Herzen nicht sowieso bei den Menschen in Südostasien. 

In dieser Zeit haben wir gelernt, dass Katastrophen keine Rücksicht auf unsere Feiertage legen. Deswegen ist seither auch an zwischen Weihnachten und Neujahr unsere Pressestelle besetzt. Sicher ist sicher. Zurück am Schreibtisch in Duisburg plätschert der Regen immer noch gegen die Fensterscheibe und eine kleine Kerze leuchtet neben meinem PC. Spätzer fahre ich zurück zu meinen Kindern, um den Nachmittag gemeinsam zu genießen. Ein Blick in die Nachrichten zeigt: Es ist weiterhin überall ruhig und ich wünsche mir, dass es so bleiben wird.  

Simone Orlik
Redakteurin Kindernothilfe
pressestelle@knh.info

http://www.kindernothilfe.de/Rubriken/Presse/Pressearchiv/Meldungen_2009-p-4958/Kindernothilfe_Bilanz_f%C3%BCnf_Jahre_nach_dem_Tsunami_.html

Duisburg: Flötenspiel in der Fußgängerzone

IMG00042-20091031-1432Am Samstagnachmittag ging ich über die Königstraße und hörte plötzlich Flötentöne. Zwei Mädchen standen am Eingang zum Sonnenwall und spielten sehr gekonnt „My Bonnie is over the ocean“. Auf einem Schild zu ihren Füßen konnte ich lesen, für welchen Zweck die beiden spielten: Emma und Merle Niehues (8 und 7 Jahre) von der GGS Böhmerstraße waren Action!Kidz und sammelten Spenden für Kinderarbeiter in bolivianischen Bergwerken.

Ich war natürlich begeistert! Das waren die ersten Action!Kidz, die ich in diesem Herbst live und nicht nur auf Fotos gesehen habe. Ich habe Klaus Niehues, den Vater der Mädchen, gebeten, mit seinem Handy ein Foto zu machen und mir zu mailen, denn die beiden haben es verdient, hier auf der Homepage zu stehen. Und da sind sie!

Und, wie ihr Vater schrieb, waren die beiden supererfolgreich: Sie haben mehr als 200 Euro gesammelt!

Ein ganz dickes Dankeschön an Emma und Merle!

Gunhild Aiyub, Kindernothilfe-Redakteurin

Kochalarm bei der Kindernothilfe

Der WDR-Kochalarm war heute, Donnerstag 23. Juli 2009, zu Gast bei der Kindernothilfe in Duisburg. Der Fernsehkoch Patrick Jabs stand mit dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Kindernothilfe, Rolf-Robert Heringer, am Herd und schwang mit ihm die Kochlöffel. Ziel der Aktion war es, eine gesunde Alternative zum täglichen schnellen Mittagessen zu bieten. Zehn hungrige Mitarbeiter aus allen Abteilungen durften das Ergebnis verspeisen und waren begeistert.

 

Patrick Jabs und Rolf-Robert Heringer beim Kochalarm. Foto: Krämer
Patrick Jabs und Rolf-Robert Heringer beim Kochalarm. Foto: Krämer

Schon um 9 Uhr begann der doch außergewöhnliche Vormittag in der Zentrale der Kindernothilfe. Da die Küche in unserer Duisburger Zentrale doch recht klein geraten ist, funktionierte das WDR-Team kurzerhand die „Oase“, ein Aufenthaltsraum für Mitarbeiter, in ein Kochstudio um. Auf mobilen Kochplatten und Tischen begannen Patrick Jabs und Rolf-Robert Heringer aus so ungewöhnlichen Zutaten wie Kokosmilch, Galgantwurzel, Udonnudeln oder auch Kaffirlimettenblättern ein exotisches Gericht zu kochen. Schon nach kurzer Zeit verbreitete sich im gesamten dreistöckigen Haus ein wunderbar würzig-süßer Duft, der allen Mitarbeitern das Wasser im Munde zusammenlaufen ließ. Wer zwischendurch einmal ins Kochstudio blickte, sah, wie die zwei Chefköche auf kleiner Fläche gekonnt mit Kochlöffeln, Messern und Töpfen hantierten. In Windeseile klopften sie Zitronengras weich und hackten Chilis, Pilze und Limetten klein. Alle Köstlichkeiten verarbeiteten sie zu einer asiatischen Suppe. Das Endprodukt trug den Namen „Tom Ka Gai“, sehr gelb und sehr scharf.

Die zehn glücklichen Mitarbeiter, die das kulinarische Kunstwerk verspeisen durften, waren alle begeistert. „Endlich mal eine tolle Alternative zum täglichen Einheitsbrei!“ Schade nur, dass Patrick Jabs nicht jeden Tag Zeit hat, uns etwas Gesundes zu kochen. Aber bestimmt werden wir noch einmal gemeinschaftlich ein Tom Ka Gai kochen, dann auch für die Kollegen, die heute nicht dabei sein konnten.