Wie Kinder kaputt gemacht werden
Der Einfallsreichtum der Ausbeutung ist groß: Den Hammer müssen sich die Kinder selbst kaufen. Allein um ihn bezahlen zu können, sind schon mal sechs Wochen Arbeit notwendig. Die Acht- bis Vierzehnjährigen arbeiten auch deshalb, damit sie das Schulgeld bezahlen, sich Schuluniform und Hefte leisten können. Die teuflische Logik dieses Systems ist, wenn du nicht in die Schule gehst, musst du auch nicht im Steinbruch arbeiten. Das ist eine neue, heimtückische Variante der Zukunftsvernichtung für Kinder.
Die Politik versagt. Sie kümmert sich nicht um die Kinder, die zerstört werden. Jeder Schlag mit dem Hammer auf die Steine von La Cangana ist ein Schlag in die Gesichter der Kinder von Chota. Wann erfüllen die Regierungen endlich die Verträge, die sie unterschrieben haben? Wann wacht endlich die internationale Arbeitsorganisation über die Einhaltung dieser Konventionen? Und wann kümmern sich die Gewerkschaften um Kinder in Not?
Die Kinder von La Cangana rufen nach Hilfe, so wie die Kinder aus Tausenden anderer Steinbrüchen der Erde.

Dr. Norbert Blüm mit Kinderarbeitern im Steinbruch
