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Äthiopien: Ankunft im Jahr 2007

Kindernothilfe-Direktorin Katrin Weidemann bei einer Frauen-Selbsthilfegruppe in Äthiopien. (Quelle: Karl Pfahler)

Kindernothilfe-Direktorin Katrin Weidemann bei einer Frauen-Selbsthilfegruppe in Äthiopien. (Quelle: Karl Pfahler)

Katrin Weidemann, seit August Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe, ist zu ihrem ersten Projektbesuch in Äthiopien angekommen und berichtet hier im Blog von ihren Eindrücken und Erlebnissen.

Montag, 24. November 2014

Nach vier Monaten an der Spitze der Kindernothilfe der erste Projektbesuch. Es geht in ein Kernland unserer Arbeit: nach Äthiopien. Mit im Reisegepäck habe ich die Erfahrung von fünf Jahren Leben und Arbeiten in Tansania.  Jetzt bin ich gespannt auf dieses für mich neue Land Afrikas. Zusammen mit Karl Pfahler, dem für Afrika zuständigen Referatsleiter, verlasse ich Duisburg im Morgengrauen.

Ankunft am Flughafen Addis Abeba kurz vor 22 Uhr Ortszeit. Nein, nach lokaler Zeit ist es die vierte Stunde Nacht. Der Tag beginnt hier  bei Sonnenaufgang um 6 Uhr morgens und zählt 12 Stunden Tag und dann 12 Stunden Nacht. Ich zähle ab jetzt also anders. Auch die Jahre. Man schreibt hier das Jahr 2007. So rechnet es der in Äthiopien verwendete Julianische Kalender.  Beim ersten Schritt aus dem Flugzeug spielt das keine Rolle. Es riecht nach Holzfeuer, ein warmer Wind umschmeichelt uns, zeitlos vertraut. Wie schön, hier zu sein.

 

Äthiopien: Eine Schule für die Kinder von Langano Shalla

Die äthiopischen Kinder freuen sich über den Besuch von Katrin Weidemann. (Fotos: Karl Pfahler)

Die äthiopischen Kinder freuen sich über den Besuch von Katrin Weidemann. (Fotos: Karl Pfahler)

Treffen mit Schulkomitees, Elternvertretern und Lehrern.

Treffen mit Schulkomitees, Elternvertretern und Lehrern

Katrin Weidemann, seit August Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe, ist zu ihrem ersten Projektbesuch in Äthiopien angekommen und berichtet hier im Blog von ihren Eindrücken und Erlebnissen.

Mittwoch, 26. November 2014

Heute ist Sportfest und deshalb kein Unterricht in der Schule von Langano Shalla. Ich treffe mich mit Mitgliedern des Schulkomitees, Elternvertretern und Lehrern in dem flachen Schulgebäude, während draußen die Mädchen und Jungen über den Fußballplatz rennen. Dass sie hier, entlang des afrikanischen Grabenbruchs im südlichen Äthiopien überhaupt eine Schule besuchen können, ist eine besondere Erfolgsgeschichte. Denn Langano Shalla ist eine der am meisten unterversorgten und von Armut betroffenen Gemeinden der Region. Lange gab es weder Schulen noch andere Infrastruktur.

Bis unser Kindernothilfe Partner ein erstes Lernzentrum startete. Das klingt imposant, tatsächlich trafen sich die Kinder anfangs unter dem großen Schattenbaum, um lesen, schreiben und rechnen zu lernen. Der Baum reichte bald nicht mehr aus, bei Regen war an Unterricht nicht zu denken. Also zog die Gruppe übergangsweise in die Kirche. Und jetzt half die ganze Dorfgemeinschaft mit. Sammelte Feuerholz, zimmerte Bänke. Zusammen mit unserem Partner schafften sie es, ein kleines Schulzentrum für ihre Kinder zu errichten.

Unterricht in der Schule von Langano Shalla.

Unterricht in der Schule von Langano Shalla

Stolz erzählen uns die Delegierten die Entstehung “ihrer” Schule. Die mittlerweile übrigens schon um weitere fünf Klasszimmer erweitert werden musste. Und – das ist besonders beeindruckend – die nach langen, mühevollen Verhandlungen schließlich vom Distrikt als staatliche Schule übernommen wurde. 2.500 Kinder haben so in Langano Shalla Zugang zu formaler Bildung erhalten. Und die Schule wächst weiter…

 

Äthiopien: 16 Frauen, 16 besondere Geschichten

Kindernothilfe-Vorstandsvorsitzende Katrin Weidemann bei einer Frauen-Selbsthilfegruppe in Äthiopien. (Fotos: Karl Pfahler)

Kindernothilfe-Vorstandsvorsitzende Katrin Weidemann bei einer Frauen-Selbsthilfegruppe in Äthiopien. (Fotos: Karl Pfahler)

Katrin Weidemann, seit August Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe, ist zu ihrem ersten Projektbesuch in Äthiopien angekommen und berichtet hier im Blog von ihren Eindrücken und Erlebnissen.

Dienstag, 25. November 2014

Heute soll ich das Erfolgsmodell Selbsthilfegruppe (SHG) kennenlernen. Wie organisieren sich Frauen in Selbsthilfegruppen? Wie funktioniert ihr Sparmodell? Welche Ziele geben sie sich? Wie wirkt sich ihr Engagement auf ihre Kinder aus? Den ersten Theorieinput bekam ich gestern schon im Flieger. Zwischen Jeddah und Addis einen Powervortrag über Gemeinwesenprojekte im Allgemeinen und Selbsthilfegruppen im Speziellen. Heute Vormittag liefern die Mitarbeiter unserer Partnerorganisation im Viertelstundentakt eine Präsentation nach der anderen. Vor allem zu SHGs. Mehr als 9.000 Gruppen gibt es in Äthiopien. Mit ganz genau  166.291 Mitgliedern. 440.000 Kinder profitieren davon. Die will ich jetzt kennenlernen! Zuvor noch ein Gespräch mit Mulu. Sie ist Leiterin einer Partner-NGO in Addis und wurde kürzlich ausgezeichnet als eine der “most influental women in Africa”. Eine beeindruckende Frau, die sich für die Ärmsten der Armen starkmacht!

Katrin Weidemann bekommt von den Kindern ein Ständchen getrommelt. (Quelle: Karl Pfahler)

Katrin Weidemann bekommt von den Kindern ein Ständchen getrommelt.

Nachmittags bei der Society for Women and Aids in Africa. Ihr Name mag irreführend sein (wer wird hier unterstützt, wer bekämpft?), ihr Ziel  ist klar und eindeutig: in drei Jahren einen  spürbaren Beitrag zu leisten, HIV/Aids in Äthiopien zu bekämpfen und die Situation der Betroffenen zu verbessern. Wir besuchen ihren Stützpunkt, der mitten in einem sozialen Brennpunkt liegt.  Prostitution und Gewalt gegen Frauen und Kinder sind hier an der Tagesordnung. Die Kinder der Trommel und Tanzgruppe empfangen uns. Manche nutzen die Angebote des Hauses schon seit Jahren. Ihre mit Fell umwickelten Trommeln auf Blecheimerbasis bearbeiten sie mit Konzentration und offensichtlicher Freude. Was ihnen am meisten im Center gefällt? Die gut 20 Kinder und Jugendlichen sind sich einig: ihre Trainer! Die zeigen ihnen nicht nur den Umgang mit den Drums und die richtigen Tanzschritte. Die hören ihnen auch zu! Die  nehmen sich Zeit für ihre Fragen. Und geben ihnen mit Ernährungstipps und Hinweisen zur Gesundheitsfürsorge hilfreiches Wissen für ihr Überleben. “Das sind Lebenstrainer”. Für diese Kinder entscheidende Ankerpersonen, die ihnen Selbstvertrauen und  Perspektive geben. Und herzlichen Dank für das Center an die Kindernothilfe, das singen uns die Mädchen und Jungen vielstimmig zu!

Katrin Weidemann schneidet ein äthiopisches Brot an. (Quelle: Karl Pfahler)

Katrin Weidemann schneidet ein äthiopisches Brot an.

Im Takt ihrer Trommeln schneide ich ein wagenradgroßes Brot an. Ganz wichtig: in Kreuzform! Wir essen alle davon, Kinder, Mitarbeiter, Gäste, und nicht nur das Brot an diesem Nachmittag macht uns satt.
Die SHG Frauen warten. 16 Frauen, 16 besondere Geschichten. Vor fünf Jahren lebten sie buchstäblich von der Hand in den Mund. Trauten sich kaum, laut darüber nachzudenken, ob sie das könnten: ihr Leben und das ihrer Familie verbessern. So fing es an. Maleda nannten sie ihre Gruppe – Morgendämmerung.

Das Sparheft der Frauengruppe

Das Sparheft der Frauengruppe

Sie lernten das SHG Sparmodell kennen. Centbeträge zurücklegen. Jede Woche. Ins grüne Heft kommen die Cents für Notfälle. Sie dürfen nur bei Krankheit angetastet werden oder wenn der Schulbesuch des Kinds sonst an der fehlenden Schuluniform scheitern würde. Im gelben Heft werden die Spareinlagen für das eigene kleine Geschäft notiert. Für die Wollfäden, die zu Tuch verwebt werden können Für Lehm, aus dem sich Deckel für die traditionellen Fladenöfen töpfern lassen. Es sind kleine Beträge für kleine Geschäftsideen. Sie bewirken bei diesen Frauen Großes. Während sie erzählen, trinke ich den vierten nach traditioneller äthiopischer Zeremonie zubereiteten Kaffee an diesem Tag. Mein Herz klopft deutlich schneller als sonst. Nicht wegen des Kaffees, da bin ich mir sicher. Es ist die pure Freude.

Handarbeit de Frauengruppe

Handarbeit der Frauengruppe

 

“Unsere Schule war wie ein totes Tier”

Drei Glockenschläge, dann eine Pause, und noch einmal holt der schmächtige Junge mit dem Klöppel aus und schlägt an die kleine Glocke. Noch vor einem Jahr stand hier, am Strand von Asgad in der Gemeinde Salcedo, eine eindrucksvolle Kirche. Dann, am frühen Morgen des 8. November 2013, walzte ein gigantischer Wirbelsturm über die Insel Samar und schlug eine Schneise der Verwüstung quer durch die Philippinen. Vor sich her schob er baumhohe Flutwellen, die die Kirche von Asgad in wenigen Augenblicken zur Ruine machten. Noch sind die Toten, die Taifun Haiyan, der hier Yolanda genannt wird, forderte, nicht endgültig gezählt. Es werden zwischen 6.000 und 10.000 sein. Allein hier, im Dorf Asgad und dem Nachbardorf Jagnaya, verloren 21 Menschen in Sturmflut und einstürzenden Gebäuden ihr Leben.

Anstelle der stolzen Kirche dient nun ein niedriger Behelfsbau aus verblichenem Sperrholz als Gottesdienstraum. Vor dem Eingang hängen, mit rostigem Armiereisen befestigt, die beiden kleinen Glocken der alten Kirche. Drinnen stehen die lädierten, notdürftig geflickten Heiligenfiguren. Es ist der 8. November 2014. Die Gemeinde hat sich versammelt, um ein Jahr nach der Katastrophe ihrer Toten zu gedenken und einen Sinn in all dem zu finden.

Bei meiner Fahrt nach Salcedo habe ich noch viele eingestürzte Häuser gesehen, Schulen, deren Dächer mit grauen Plastikplanen notdürftig abgedichtet waren, Zelte, die als Klassenzimmer dienen. Mehrere internationale Organisationen bauen gerade auf den Inseln Leyte und Samar, die von dem Taifun besonders schwer betroffen waren, Behelfshäuser aus Bambusmatten und Wellblech. Wie lang werden diese Hütten dem tropischen Wetter mit seiner schwülen Hitze und den unberechenbaren Stürmen standhalten?

Die zerstörte Grundschule im November 2013. (Quelle: Kidlat de Guia)In Salcedo und den Nachbargemeinden Mercedes und Guiuan ist etwas ganz anders. Zwei Tage zuvor bin ich in der großen Grundschule in Salcedo gewesen, an der 585 Kinder in sechs Klassenstufen und einer Vorschulklasse unterrichtet werden. Im November 2013 hatte ich hier in Ruinen gestanden. Die meisten Dächer waren davongeflogen, die eisernen Dachkonstruktionen hatten sich wie ein Haufen Spaghetti ineinander verdreht. Edgar, ein munterer Sechstklässler, beschreibt seinen Eindruck so: „Als ich das erste Mal nach dem Taifun zurück kam, sah die Schule aus wie ein totes Tier.“

Aber nun herrscht Feststimmung. Die Bühne auf dem Schulhof ist bunt dekoriert, ein Lehrer hält eine Rede, die Kinder führen Tänze auf, ein elfjähriger Junge in glänzendem dunklen Anzug singt herzzerreißend schön. Alle danken sie der Kindernothilfe und unseren Spenderinnen und Spendern für den Wiederaufbau der Schule, und vor allem für das neue, zweistöckige Gebäude mit sechs Klassenzimmern, das auch als Versammlungshalle für die Gemeinde und – noch wichtiger – als Evakuierungszentrum genutzt werden kann. Edgar und seine Klassenkameradin Cylla erinnern sich an die Zeit im Schulzelt. Da war es heiß und stickig, sie konnten sich kaum konzentrieren. Nun, in den neuen und wiederhergestellten Klassenzimmern, ist es viel kühler. Und es gibt ordentliche Toiletten, wie sie betonen. Edgar fügt noch hinzu: „Ich wollte immer auf eine Privatschule gehen, weil die zweistöckige Schulgebäude haben. Nun haben wir in unserer Schule auch so ein Gebäude!“ Der Stolz ist ihm anzusehen.

Der philippinische Präsdient Aquino begrüßt Kindernothilfe-Vorstand Christoph Dehn. (Quelle: Kidlat de Guia)Auch in Guiuan, dem Ort, in dem der Taifun zum ersten Mal auf Land traf, und der fast völlig zerstört wurde, hat unsere Partnerorganisation AMURT mit ihrem genialen Organisator Kurt Behringer die East Central Elemetary School für ihre 2.075 Schülerinnen und Schüler wieder aufgebaut. Dazu mussten 16 Klassenzimmer neu gebaut und 25 weitere, sowie zwei Büroräume, repariert und renoviert werden. Nun ist alles fertig und strahlt in frischen Farben. Das ist auch der Regierung nicht entgangen, und so kommt am Morgen vor dem Jahrestag der Katastrophe der philippinische Staatspräsident Benigno S. Aquino zu Besuch. Bei seinem Rundgang durch die Schule habe ich Gelegenheit, ihm die Arbeit der Kindernothilfe zu erläutern. Der Präsident bedankt sich herzlich und lobt bei seiner späteren, von den nationalen Fernsehstationen übertragenen Pressekonferenz die Kindernothilfe für ihre Wiederaufbauarbeit.

Mit den Mitteln der vielen Tausend Spenderinnen und Spender der Kindernothilfe sind in weniger als einem Jahr 23 Kindergärten in der Gemeinde Salcedo neu gebaut oder repariert und renoviert worden. Außerdem sind in den Gemeinden Salcedo, Mercedes und Guiuan insgesamt 228 Klassenzimmer an 23 Schulen neu gebaut oder repariert worden. Wie der wendige Schulrat der Provinz Samar, Bernardo Adina, etwas bedrückt zugeben muss, sind das fast genau doppelt so viele Schulräume wie das Erziehungsministerium in der Provinz bisher neu gebaut hat. Zudem kostet der Neubau eines Klassenzimmers durch AMURT mit Mitteln der Kindernothilfe exakt die Hälfte dessen, was das Erziehungsministerium braucht. Wo genau der Differenzbetrag hingeht, darüber braucht man in den Philippinen nicht lange nachzudenken.

Das Neubaugebiet Jagnaya. (Quelle: Kidlat de Guia)Die Gemeinde Salcedo verfügt seit einigen Wochen auch über eine neue Touristenattraktion. In den Dörfern Jagnaya und Asgad sind mit aktiver Beteiligung der Gemeindeverwaltung unter ihrem tatkräftigen und unbestechlichen Bürgermeister Melchor Melgar zwei Neubaugebiete entstanden. Hier, in sicherer Entfernung vom Meer, aber nur wenige Hundert Meter von den alten Häusern entfernt, die der Taifun mit sich gerissen hatte, sieht man die neuen, sturmfesten und erdbebensicheren Häuser. AMURT hat mit Mitteln der Spenderinnen und Spender der Kindernothilfe 115 Wohnhäuser neu gebaut. Während in vielen anderen Gemeinden noch Behelfshütten entstehen, werden hier in wenigen Wochen alle Familien, die ihr Heim verloren hatten, in die neuen Häuser mit Bad, Toilette, Küche und kleinem Garten eingezogen sein. Außerdem wurden 59 Häuser in den beiden Dörfern repariert.

Ivan, der Sohn einer Familie, die schon in ihr neues Haus eingezogen ist, erinnert sich nicht mehr gern an die Monate im Zelt. Da war es stickig; wirklich dicht hielt die Plane nicht, und bei Sturm hatte er immer Angst, dass auch das Zelt, wie zuvor das Haus, wegfliegt. Nach Taifun Haiyan sind in den Katastrophengebieten der Philippinen insgesamt 452 permanente Häuser neu gebaut worden. Ein Viertel davon durch Kindernothilfe/AMURT.

Bei der Feier zum Jahrestag des Taifuns in der Grundschule in Guiuan singen die Lehrerinnen und Lehrer der Kindernothilfe ein Danklied. Es geht um ihre Hoffnungslosigkeit und Ohnmacht in den Trümmern, die der Wirbelsturm hinterlassen hatte. Und darum, wie mit der Hilfe der Kindernothilfe auch Hoffnung und Zuversicht bei ihnen wieder eingekehrt sind. Ich sehe die strahlenden Kinder in den hellen neuen Klassenzimmern und weiß: Der neue Anfang, hier ist er gelungen.

Manila, den 10.11.2014
Christoph Dehn

 

Selbsthilfefrauen verurteilen Attentat auf 14-jährige Kinderrechtsaktivistin

Unsere mutigen pakistanischen Selbsthilfefrauen: Diese Gruppe verurteilt öffentlich das Attentat der Taliban auf die 14-jährige Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai – im Namen von 1000 Frauen, die bei unseren Selbsthilfegruppen in Pakistan mitmachen. Malala Yousafzai wurde am Dienstag (9. Oktober) von Taliban niedergeschossen – weil sie unter anderem dafür kämpft, dass Mädchen zur Schule gehen können. Sie schwebt noch immer in Lebensgefahr. http://bit.ly/PpK73z

“Ganz Pakistan ist geschockt”

“Ganz Pakistan ist geschockt”, schreibt Anees Jillani, Gründer unseres pakistanischen Partners Sparc, über die unfassbare Bluttat vom Dienstag: Taliban hatten die 14-jährige pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yusafzai niedergeschossen – weil sie unter anderem dafür kämpft, dass Mädchen zur Schule gehen können. Jillani mahnt: Der Einfluss der Taliban in Pakistan wächst und somit die Unterdrückung jeglicher freien Meinungsäußerung. Um eine “sehr ernsthafte Krise” im Land zu verhindern, müssten vor allem die demokratische Strukturen massiv gestärkt werden. 

Von Anees Jillani 

Malala Yusafzai, born in 1998, is only an eighth-grade student from the town of Mingora in Swat District in the Frontier Province which is now called Khyber Pakhtunkhwa. At such a young age, she proved to be a threat to the Taliban and conservative forces as she stood for the right of girls to go to school.

On October 9, masked Taliban gunmen stopped her school van while it was dropping children home. The gunmen first specifically asked for Malala and then sprayed her with bullets. She was shot in the head and neck; two other girls were also injured. Malala is now fighting for her life at the Combined Military Hospital in Peshawar where after being airlifted there.

A Taliban spokesman, Ehsanullah Ehsan, confirmed by phone that Taliban was responsible for the attack, calling Malala’s crusade for education rights an “obscenity.” “She has become a symbol of Western culture in the area; she was openly propagating it,” Taliban spokesman said, adding that if she survives, the militants would certainly try to kill her again. “Let this be a lesson.”
Malala became gained notability for championing the cause of female education and criticizing the Taliban for opposing it. She wrote a weekly blog for the BBC under a pseudonym “Gul Makai” about the atrocities of the Taliban under the leadership of Maulvi Fazlullah who was a simple lift operator before rising to prominence in 2007 through an FM radio station that espoused Islamist ideology.

Malala while writing the weekly diary for the BBC lived in Mingora, Swat, when it was occupied by the Taliban before they were ousted in a military operation in 2009. During the Taliban occupation, education was banned and many townspeople were executed. Schools were destroyed, and girls’ schools bore the brunt.

For her courageous and outstanding services for the promotion of peace under extremely hostile conditions, she was awarded the first National Peace Award by the Pakistani government in December 2011.

The whole Pakistani nation is shocked, angry and praying for her. Most are expressing their indignation at the government for not providing her adequate security. The authorities say that they had offered her security but her family turned down the offer. Although the family refutes this claim but it should not be surprising considering that security, particularly by the police, is most of the time a liability rather than affording any protection.

It is not fair to blame the government if a prominent person is shot. This can happen anywhere in the world. However, what is shocking about Pakistan is the extent of the lawless elements possessing arms ranging from a simple pistol to sometimes an anti aircraft gun and then freely using them. Pakistan is perhaps now the only country in the world where almost every adult male could be seen carrying a submachine gun upon crossing the provincial border into any one of the seven tribal agencies; drugs are also openly sold there.

The tribal areas are a smugglers’ paradise as the Pakistani police has no right to enter. It is thus a common occurrence that cars are stolen and people are kidnapped and moved from Pakistan to the tribal areas and the police remain helpless. The military never entered these areas until recently when it was forced by the NATO Alliance in Afghanistan to crack down on the Taliban based in these areas. The military operation, however, was limited in scope and the army’s writ is really confined to the main roads and it usually remains within its camps and moves only in convoys and usually after imposing a curfew near the roads.

It is a sad but a serious situation for Pakistan. The country is suffering due to the various fundamentalist forces carrying out terrorist activities throughout the country and the question of any kind of economic activity, what to talk of foreign investment, in such an environment is out of question. As shown by the shooting of Malala in Swat, it is becoming very difficult to speak against the fundamentalists who do not believe in democracy and freedom of expression. They believe in complete elimination of all opposition which apart from expressing their indignation is meant to teach the whole community a lesson. And they have succeeded to a large extent in the country which will prove to be disastrous for the country in the long run.

It is now almost impossible for a female to move around in certain areas of Pakistan without covering her head. The wearing of trousers has become an impossibility. The interaction between males and females is becoming difficult and the whole atmosphere smacks of suppression.

The Government is totally clueless about the situation. The ruling People’s Party is supposedly a liberal party but it has hardly done anything to improve the situation. The same is the case with the Provincial Government of Khyber Pakhtunkhwa which ostensibly espouses secular values but hardly does anything to alleviate the claustrophobic atmosphere.

Many blames themselves and the civil society for the current situation but it is unfair to do so as one side is heavily armed and believes in total violence and utter destruction. It is natural for everybody to look towards the armed forces for salvation to get them out of this repression.

The position of the military in this respect is intriguing. It divides the militants into good and bad ones. `Bad’ ones are those who attack the army and the domestic targets within the country. The `good’ ones are those who may be based in Pakistan but only concentrate on the targets outside the country.

This is what bothers the West and explains the constant American drone attacks on North Waziristan. The West kept quiet about this anomaly but has now started criticizing this policy as hypocritical and stabbing in the back posture.

The military is failing to realize that even the `good’ Taliban have a creeping influence on the society including even the armed forces as is shown by the involvement of the armed forces’ own personnel in almost every attack on its bases and installations. Additionally, it does not take long for the `good’ ones to turn on their benefactors following a disagreement as has happened in the case of many groups. After all, many of the present `bad’ ones were once considered the `good’ ones by the military authorities.

Pakistan is facing an extremely serious crisis but it is not without a solution. What the solution needs is a clear visionary and courageous thinking which compels every person within its border to disarm unless the arms are licensed; and obliges everybody without exception to operate within the perimeters of law and democratic norms. It is the only solution otherwise the few Malalas that are left in Pakistan will also be silenced, forever.

 

Chile: Wiederaufbau-Aktivist stirbt bei Flugzeugabsturz – Kindernothilfe und Partner trauern

Felipe Cubillos

Seit Freitagabend, 2. September, stehen die Menschen in Chile wie unter Schock: Beim Absturz einer Propeller-Maschine der chilenischen Luftwaffe vor der Steilküste der zum Juan-Fernández-Archipel gehörenden Robinson-Crusoe-Insel im Südpazifik kamen alle 21 Passagiere und Besatzungsmitglieder ums Leben. Unter den Verunglückten befindet sich auch der Unternehmer und Erdbeben-Wiederaufbau-Aktivist Felipe Cubillos, mit dem Kindernothilfe und ihre chilenische Partnerorganisation ANIDE im vergangenen Jahr – nach der „terremoto“- und Tsunami-Katastrophe – bei der Neuerrichtung des völlig zerstörten Kindertagesstätten- und Stadtteilprojektes „El Pescador“ in Coronel-Lo Rojas (92042) intensiv zusammengearbeitet haben.

Cubillos und weitere fünf Mitarbeiter der von ihm nach dem Erdbeben vom 27. Februar 2010 gegründeten Stiftung „Desafío Levantemos Chile“ (Herausforderung Chile-gemeinsam-wieder-auf-die-Beine-zu-bringen) waren zusammen mit einem Team des Fernsehsenders TVN – „Televisión Nacional de Chile“ – sowie des „Consejo Nacional de Cultura y de las Artes“ (Nationaler Rat für Kultur und Künste) zum Juan-Fernández-Archipel geflogen, um dort die Fortschritte beim Wiederaufbau des nach dem Beben von Tsunami-Wellen zerstörten Dorfes San Juan Bautista zu begutachten und weitere Unterstützungsprojekte für die Menschen auf der rund 670 Kilometer vom chilenischen Festland entfernt gelegenen Inselgruppe zu initiieren.

Der Pilot der zweimotorigen Luftwaffenmaschine CASA C-212 hatte am Freitagabend, kurz vor 18 Uhr, chilenischer Zeit, zweimal vergeblich versucht, auf der nur 800 Meter langen Landebahn des Archipels aufzusetzen, war jedoch durch starke Böen abgedrängt worden und verlor danach offenbar die Kontrolle über das Flugzeug, das schließlich ins offene Meer stürzte. Trotz einer umfangreichen Rettungs- und Suchaktion durch die chilenische Luftwaffe und Marine – sowie die Bewohner des Juan-Fernández-Archipels – konnte niemand von den 21 Personen an Bord lebend geborgen werden.

Die zerstörte Kindertagesstätte El Pescador

Als am 27. Februar 2010 ein verheerendes Erdbeben, das mit einer Magnitude von 8,8 zu den sechs schwersten Katastrophen in der Geschichte der seismischen Forschung gehört, das Gebäude des seit Ende der neunziger Jahre von Kindernothilfe geförderten Stadtteil- und Kindertagesstätten-Projektes „El Pescador“ völlig zerstörte – und nur noch die Möglichkeit eines Totalabrisses blieb, bot Felipe Cubillos mit seiner Initiative „Levantemos Chile“ großzügig Hilfe an. Innerhalb weniger Monate gelang es mit vereinten Kräften und dem Engagement von Spendern aus Deutschland, Norwegen und Chile, für den „Pescador“ und die unter äußerst prekären Bedingungen vom Fischfang lebenden Familien aus Lo Rojas zumindest eine Teillösung zu entwickeln. Dank eines innovativen Container-Baukasten-Systems konnte ein halbes Jahr nach dem Erdbeben in einer ersten Phase der Kindergarten-Bereich des Projektes wieder in Gang gebracht werden.

„Wir haben damals, in den dramatischen Wochen nach dem Erdbeben, Felipe Cubillos kennen- und schätzen gelernt“, erinnert sich José Horacio Wood, Direktor des Kindernothilfe-Partners ANIDE, „dieser Mann brannte geradezu für die Aufgabe, Schulen und anderen Projekten mit Kindern aus Armenvierteln zu helfen, wieder auf die Beine zu kommen und erneut ein Dach über dem Kopf zu haben.“ Dabei war der Unternehmer und leidenschaftliche Hochseesegler eigentlich jemand, dem, was seine familiäre Herkunft anbelangt – sein Vater diente dem Pinochet-Regime als Außenminister –, soziales Engagement nicht gerade in die Wiege gelegt worden war.

Felipe Cubillos unterstützte den Wiederaufbau von El Pescador

Doch Felipe Cubillos hielt sich, wann immer er mit Ungerechtigkeiten konfrontiert wurde, nie zurück: In einer seiner letzten öffentlichen Äußerungen vor dem Flugzeugabsturz kritisierte er mit ätzender Schärfe die betrügerischen Praktiken einiger chilenischer Unternehmen, die vor allem Kunden mit kleinen und kleinsten Einkommen durch manipulierte Kreditverträge auspressen. Cubillos sah sich selbst stets als Brückenbauer in einem Land, in dem es praktisch keine Berührungspunkte zwischen den Lebenswelten der Reichen und denen der Armen gibt. „Die Kinder aus Lo Rojas, ihre Familien und das gesamte Team des Pescador-Projektes haben“, so José Horacio Wood, „diesem Mann, seiner Kreativität und seinem rastlosen Engagement sehr viel zu verdanken.“

Dieser Würdigung und diesem Dank für eine ungewöhnliche Partnerschaft schließen uns auch wir von der Kindernothilfe an.

Jürgen Schübelin, Referatsleiter Lateinamerika,  z.Zt. Santiago de Chile (03.09.2011)

Demonstationen in Malawi: Mindestens 18 Tote

In Malawi kam es in den vergangenen Tagen zu
schweren regierungskritischen Protesten, bei denen nach Zeitungsangaben über 18 Menschen zu Tode kamen. Unser Landeskoordinator in Malawi, Anderson M. Kamwendo, berichtet darüber in einer E-Mail:
 

There were demonstrations in the major cities of Malawi yesterday.  Due to some reasons, including anger by people since they were told when they had already gathered to start the demonstrations that an injunction was obtained by someone to stop the demonstrations at 01 00 hours, and the brutal way in which some Police Officers especially in Lilongwe handled the matter, and general anti-president sentiments. Eventually the injunction was vacated the demonstrations started. It is believed that some people were killed, how many we do not know, and that some Police Stations were burned, cars burned and some shops looted.

Today I have been unable to go to town because some roads blocked angry mobs and Police Officers have been firing at people as they tried to clear the roads and disperse the crowds.

The demonstrations are related to the following concerns of the people which have gone unaddressed by the government:

  • Increasing Fuel Shortages
  • High Food Prices
  • Increase in Taxes
  • 40% Loss in Donor Funding (British, German, Netherlands) related to suppression of human rights, the deportation of the British Ambassador and poor governance.

Abuse of Human Rights:

  • A New Law giving the government the right to silence/ban the media if the media disagrees with the government
  • A New Law that forbids anyone to seek an injunction against the government
  • A New Law requiring those who would like to peacefully demonstrate to pay $15,000 for a permit
  • Civil Servants have not been paid in several months
  • Lack of Forex in the country due in part to artificially inflating the kwacha

Dürre am Horn von Afrika

Unser Mitarbeiter Dietmar Roller ist am Horn von Afrika, um die Nothilfe zu koordinieren. Seine ersten Eindrücke aus Äthiopien:

Die Not ist überall sehr groß, im Vergleich mit der letzten Dürre 2007 ist dieses Jahr viel schlimmer, so hat es während der letzten Regenzeit etwa im Distrikt Bale nur etwa zwei bis drei Tage geregnet. Eine Familie dort berichtet, dass sie von ihren 50 Kühen 49 durch die Trockenheit verloren hat und nun vor dem Nichts steht.

Schulen funktionieren nur noch teilweise, weil Familien die ganze Kraft aufs Überleben konzentrieren, viele der Kinder zeigen deutliche Spuren von Unterernährung, Menschen sterben.

Mitarbeiter unserer langjährigen äthiopischen Partnerorganisation Rift Valley Children and Women Development Organisation berichten von tragischen Szenen: Ein Jugendlicher, der von der Boarding School nachhause kam, um die Ferien dort zu verbringen und, wie es üblich ist, sich durch Arbeit einen Teil des Schulgeldes zu verdienen. Als der Junge zuhause ankam, fand er seine Familie verhungert vor. Dies sei kein Einzelfall, sondern zeige, wie extrem angespannt die Situation ist.

Die Regierung agiert und hilft teilweise mit ein bisschen Weizen und in einigen Regionen unregelmäßig mit Wasser aus Tankwagen. Das ist alles längst nicht genug.

Mit Act Positive nach Südafrika: 18.10.2010

Fünf Jugendliche berichten über ihre Reise mit der Kindernothilfe nach Südafrika. Sie hatten bei Act Positive mitgemacht und werden nun für ihr außergewöhnlich großes Engagement belohnt. Die Reise wird komplett mit einem EU-Zuschuss für die Kampagne finanziert.

Pablo, 20, aus Selb:
Angekommen am „Khajalethu- Projekt“ von Youth for Christ in Pietermaritzburg, empfangen uns die misstrauischen Blicke sechs Straßenkinder, im Alter von 14 bis 23. Sofiso, einer der Street Worker, lockert die Stimmung mit Akustikklampfe (an die ich auch mal durfte) und Gesang auf. Um das Eis endgültig zu brechen, kam es zum Länderspiel Südafrika gegen Deutschland. Auch wenn die Sonne, gleich einem Feuerball, das sicher selbst bald erledigt hätte.

Hier die Ergebnisse des ersten Spieltags:
1. Deutschland vs Südafrika: 2:0
2. Südafrika vs Deutschland: 2:0
Klares Unentschieden für Südafrika.

„Khajalethu“ (Zulu: „Unser Haus“), von der Kindernothilfe unterstützt, ist ein „Übergangsheim“ für Jungs, die ein Leben auf der Straße führen. In Sofisos Worten: „It is a bridge to a better life.“ Die Einrichtung ist offen für jeden Jungen – es gibt Waschräume, regelmäßige Mahlzeiten und bietet Raum für Freizeitgestaltung (z. B. Musik, Kicker, Fußball, etc…).
Die Street Worker sind ständig auf der Straße unterwegs und versuchen ins Gespräch mit den Kindern zu kommen und suchen dann nach einer individuellen Lösung der Probleme der Kids. Ziel ist es, die Kinder wieder in ihre Familien – soweit vorhanden – zu integrieren oder eine neue für sie zu finden. Aber es sind auch Rückschläge zu verzeichnen: so trafen wir bei dem gemeinsamen Rundgang durch einen Stadtteil Pietermaritzburgs einen Straßenjungen, der bereits zweimal einer neuen Familie vermittelt wurde, aber immer wieder ausriss. Für mehr als Handshake, Namentausch und ´ne Kaugummi-Packung für ihn, hat dann die Zeit nicht gereicht und ich hoffe, dass sich die Street Worker sich seiner weiterhin annehmen – trotz der Rückschläge.

Bloß warum landen die Kids überhaupt auf der Straße?
Die HIV-Rate beträgt in den Townships über 30%. Deshalb verlieren viele der Kinder ihre Eltern durch Aids. Weiterhin reißen viele Kids aus, mit der Vorstellung, dass sie auf der Straße durch Betteln oder kleine Hilfsdienste mehr Geld verdienen, als es daheim vorhanden ist.
Außerdem scheitert oft der Schulbesuch an bürokratischen und/oder finanziellen Hürden. Viele der Straßenkinder besitzen zum Beispiel keine Papiere und werden deshalb an regulären Schulen nicht aufgenommen. Youth for Christ vermittelt diese Kinder an spezielle Partnerschulen, wo auch für diese Kids eine Ausbildung möglich ist.
Zurück von den Besuchen der Communities, bin ich doch ein bisschen traurig: man könnte so viel helfen, aber übermorgen geht’s schon wieder ab in die Lüfte. Aber um das zu relativieren: Act Positive lebt weiter!

Julian aus Bochum und Oli aus Duisburg:
Sehr dankbar waren wir, heute den Tag nicht in Durban, sondern in dem ungefähr eine Stunde entfernten Pietermaritzburg verbringen zu dürfen. Erneut haben wir die Arbeit von „Youth for Christ“ besucht. Unter anderem hatten wir die Gelegenheit, einen Township aus der Nähe (nicht aus dem Auto) zu betrachten. Als wir ankamen wurden wir sofort von dem Herz und der Seele der Community, Mama Nana, begrüßt. Sie ist seit 6 Jahren in der Community tätig, hat aber vorher bereits den Menschen in anderen Communities zur Seite gestanden. Ihre Arbeit besteht darin, sich um die Kinder der ausgelasteten Eltern und um die Waisen zu kümmern.
Als bewundernswert empfanden wir den großen Zusammenhalt und die enorme gegenseitige Unterstützung dieser Leute. Zum Beispiel wurde uns die Lehmhütte eines 16-jährigen Jungen gezeigt, deren Einrichtung bei einem Feuer vollständig zerstört wurde. Zusammen hat die Gemeinschaft dafür gesorgt, dass die Hütte wieder in einen bewohnbaren Zustand gebracht wurde, damit der Junge sich weiterhin möglichst sorgenfrei um seine schulische Laufbahn kümmern kann.
Anschließend führte uns Mama Nana zum Community Center des Townships. Ein umzäuntes Areal mit einem größeren Steinhaus für die Kleinsten, einem Spielplatz, sowie einem Container, in dem die Schulkinder nachmittags bei den Hausaufgaben betreut wurden und mit den Jüngeren gebastelt haben. Als es zu Gruppenspielen kam, entdeckten auch wir wieder die Kinder in uns und hatten genauso viel Spaß wie alle anderen.
Obwohl die Kinder oft keine Eltern haben, oder die Eltern sich nicht kümmern können, waren wir von der unglaublichen Lebensfreude und Fröhlichkeit der Kinder angetan. Die Community ist wie eine große Familie und auch wir wurden, nachdem das erste Eis gebrochen war, wie Mitglieder dieser wundervollen Familie behandelt und spielten und lachten mit den Kindern.
Als es schließlich hieß Abschied zu nehmen, fiel es uns und den Kindern schwer einander loszulassen. Dieser Tag hat uns wieder einmal gezeigt, was für fantastische Menschen diese Leute trotz ihres oft trost- und perspektivlosen Lebens sind.