“Eine eigene Schule ist das Beste, was wir unseren Kindern mit auf den Weg geben können”

Text und Fotos: Jürgen Schübelin, Referatsleiter Lateinamerika und Karibik, zurzeit Haiti

Duisburg/Daveau – Haiti (11.10.2014) Das Ziel ist nicht zu verfehlen: Die leuchtendblau gestrichene neue Schule von Daveau auf dem Sattel zwischen zwei Bergkämmen sieht man bereits aus mehreren Kilometern Entfernung. Trotzdem sind es gerade die letzten 250 Höhenmeter beim Aufstieg über einen steilen, unangenehm steinigen Pfad, die noch einmal alle Kraft und Konzentration verlangen. Zum größten Ereignis in der Geschichte der kleinen Bauerngemeinde von Daveau kamen dennoch alle Nachbarn und auch Gäste aus den anderen Dörfern dieser kargen Gebirgslandschaft im Süden der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince. „Kinder, nutzt diese Schule aus“, rief Christoph Dehn, der Programm- und Projektvorstand der Kindernothilfe, der zur Schuleinweihung nach Daveau aufgestiegen war, den 125 Mädchen und Jungen aus den sechs Klassen zu, „sie wird euch eine gute Grundlage für alles, was ihr aus eurem Leben macht, geben.“

Genauso sahen das auch die Eltern, als sie vor über zwölf Jahren ein Komitee gründeten und nach Unterstüt- zungspartnern für ihren Plan suchten, in Daveau eine Schule zu errichten. Jolice Cicero, der Elternbeirats-vorsitzende, erinnerte an diese Zeit, als die Mädchen und Jungen um fünf Uhr aufbrechen mussten, um über fünf Kilometer zur nächsten Schule zu laufen und abends völlig erschöpft erst nach 17 Uhr wieder nach Hause zurückkehrten. Mehrere Kinder aus Daveau kostete damals dieser extrem gefährliche Schulweg das Leben, als sie in der Regenzeit bei dem Versuch, den Momance-Fluß zu durchqueren, von den Wassermassen mitgerissen wurden. 2006 errichtete die Gemeinde ein erstes provisorisches Schulgebäude aus Holz mit einem Wellblechdach. Die Kindernothilfe finanzierte das Gehalt der Lehrer und die Baumaterialien. Als bei dem Erdbeben vom 12. Januar 2010 diese Holzkonstruktion einstürzte, konnte der Unterricht nur noch unter Zeltplanen und im Schatten von Bäumen stattfinden. Und während der Regenzeit war es praktisch überhaupt nicht möglich, mit den Kindern zu arbeiten.

„Wieder haben wir die Kindernothilfe gefragt, ob sie uns helfen könnte“, berichtet Monsieur Cicero vom Elternkomitee. Bereits wenige Wochen nach dem Erdbeben reifte der Plan, mit Unterstützung der Eltern all die kleinen Bergschulen, die ähnlich wie in Daveau zerstört wurden, nach und nach wieder auf zu bauen. Im Betriebsrat von ThyssenKrupp, bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dort sowie bei der Geschäftsleitung fand die Kindernothilfe einen solidarischen und engagierten Partner, um dieses logistisch aufwändigste und komplizierteste Projekt in der 55-jährigen Kindernothilfe-Geschichte anzugehen.  Bereits Ende 2010 war mit Coupeau die Pilotschule wieder aufgebaut.  Danach folgten Bois Matin, Dicou, Volant und jetzt Daveau. Das Arbeitsprinzip war bei allen Schulen immer das Gleiche: Die Kindernothilfe finanzierte die Baumaterialien und den Lohn des Baumeisters und seiner Poliere sowie einen Teil der Kosten für den Materialtransport. Die Menschen in den Dörfern steuerten das Gelände für die Schule und ihre Arbeitskraft bei, um die neuen Schulgebäude zu errichten.

Anderthalb Jahre dauerten die Bauarbeiten in Daveau. Jeder Zementsack, das gesamte Baumaterial, die Dachplatten – und am Ende auch die Tafeln und Schulbänke – hatten auf dem Rücken von Eseln und Maultieren und auf den Schultern und Köpfen der mitarbeitenden Eltern über zwei Bergrücken hinweg und durch zwei Flüsse hindurch nach Daveau transportiert werden müssen. Jedes Kind, das vom Tal hinauf zum Unterricht unter den Zeltplanen kam, brachte jeden Tag rund acht Liter Wasser mit, um den Zement für die Fundamente anrühren zu können. Engagiert legten aber auch Nachbarn aus den Gemeinden, deren Schulen bereits zu Ende gebaut worden waren – und diejenigen aus Bouvier, wo derzeit noch gearbeitet wird, immer wieder mit Hand an. Combit nennt man in Haiti dieses eindrucksvolle System von Hilfe auf Gegenseitigkeit.

Errichtet wurde die neue Schule von Daveau in einer Kombination aus soliden Fundamenten, einer Fachwerkkonstruktion mit Holzwänden und einer Wellblechverschalung zum Schutz vor Sonne, Wind und Regen. Liebevoll hatten die Handwerker traditionelle haitianisch-kreolische Bauelemente, wie die geschwungenen Holzverzierungen an den Dächern, eingebaut. Neben den vier Klassenzimmern gibt es einen Schlafraum für die vier Lehrer, die die Woche über in Daveau unterrichten, einen kleinen Raum für die Schulleitung sowie Sanitäranlagen für Kinder und Lehrer. Teil des Projektes ist – wie in allen Bergschulen – aber auch ein Schulgarten, den Schüler, Lehrer und Eltern gemeinsam bestellen.

Eingeweiht wurde die Schule von Daveau mit einem feierlichen Gottesdienst, vielen Liedern, der von den Kindern inbrünstig vorgetragenen haitianischen Nationalhymne und einem ganztägigen Fest, das die 125 Kinder aus den sechs Klassenstufen, Eltern und Lehrer gemeinsam vorbereitet hatten. Christoph Dehn berichtete in seiner Einweihungsrede von den 50.000 Großplakaten, auf denen auch Kinder aus Haiti zu sehen sind, mit denen die Kindernothilfe in Deutschland auf Straßen und Plätzen mit dem Satz „Bildung ändert alles“ für das Menschenrecht auf Bildung wirbt. „Dass es,“ so Dehn, „diese Schule an diesem Ort gibt, zeigt, wie wichtig uns dieses Anliegen ist.“

Jetzt liegt vor dem Team von Wilner Jean-Baptiste, dem Baumeister im Kindernothilfe-Haiti-Büro in Port-au-Prince, gleich die nächste Herausforderung: gemeinsam mit den Eltern auch noch vollends die Schule von Bouvier wieder aufzubauen. Waren es in Daveau vier bis fünf Stunden, die man für den steilen Aufstieg benötigt, sind es in Bouvier volle zehn Stunden. Anfang 2015 soll dann auch diese Aufgabe abgeschlossen sein. Damit verfügen fast 500 Mädchen und Jungen aus sechs Bergdörfern wieder über eine eigene, ordentlich ausgestattete Schule: „Darauf sind wir unendlich stolz, das ist das Beste, was wir unseren Kindern mit auf den Weg geben können“, sagt Monsieur Cicero vom Elternkomitee aus Daveau zum Abschied.

Interamerikanischer Menschenrechtsgerichtshof verurteilt Chile wegen der Anwendung von Anti-Terrorgesetzen gegen Mapuche

Von Jürgen Schübelin, Referatsleiter Lateinamerika und Karibik 

San José/Santiago (21.08.2014) – Gute Nachrichten aus San José, der Hauptstadt von Costa Rica: Der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte (Corte IDH) hat den chilenischen Staat wegen der eklatanten Verletzung von Menschenrechten an Angehörigen des Mapuche-Volkes verurteilt und entsprechende Reparationsleistungen verfügt. Die fortwährende Anwendung von sogenannten Anti-Terrorismus-Gesetzen gegen Mapuche-Aktivisten verletzt, so das Gericht, das Rechtsstaatsprinzip, die Unschuldsvermutung gegenüber den Angeklagten – sowie die universalen Prinzipien von Gleichheit vor dem Gesetz und der Nicht-Diskriminierung.

“Auf dieses Urteil haben wir lange gewartet”, sagt José Horacio Wood, der Direktor der Kindernothilfe-Partnerorganisation Fundación ANIDE, in Santiago: “Wir hoffen, dass diese Entscheidung der internationalen Justiz endlich dazu beiträgt, die unsägliche Anwendungspraxis der sogenannten Anti-Terrorismus-Gesetze in Chile gegen Aktivisten aus sozialen Organisationen und ethnischen Minderheiten zu beenden – und diese Gesetze ganz abzuschaffen.”

Chilenische Menschenrechtsanwälte hatten – unterstützt von einem breiten Bündnis sozialer Organisationen, darunter auch ANIDE – den Fall von acht Angehörigen des Mapuche-Volkes, die von chilenischen Gerichten unter Anwendung der Anti-Terrorgesetzte und den damit verbundenen Einschränkungen von Verteidigungsmöglichkeiten sowie der Einbeziehung anonym bleibender Zeugen, wegen angeblicher “terroristischer Bedrohungen” und “terroristischer Brandstiftungen” 2002 und 2003 zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden waren, vor die Corte Interamericana de Derechos Humanos gebracht. Die Urteile dieses von Richtern aus dem ganzen Kontinent besetzten Tribunals sind – ähnlich wie die Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte in Straßburg im Blick auf die Mitgliedsstaaten des Europarates – für alle Regierungen der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) verbindlich.

Bereits seit Jahren werfen Menschenrechtsorganisationen der chilenischen Polizei und Justiz die rassistische Diskriminierung von Angehörigen des Mapuche-Volkes in Form der Kriminalisierung sozialer Proteste und der berechtigten Forderung, illegal angeeignetes Land, das sich jahrhundertelang im Besitz von Mapuche-Gemeinden befunden hatte, zurück zu erlangen, vor. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen im Süden Chiles stehen dabei vor allem immer wieder große Forstunternehmen, die auf ehemaligem Mapuche-Land industriell bewirtschaftete Eukalyptus- und Pinienwälder angelegt haben, damit gewaltige ökologische Schäden – etwa in Gestalt von Grundwasserabsenkungen – verursachen und so den verbliebenen Mapuche-Gemeinde die Lebensgrundlagen entziehen.

Die Kindernothilfe engagiert sich gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation ANIDE seit über fünf Jahren im Rahmen des Projektes “Pichikeche” (zu deutsch: Mädchen und Jungen – 92051) für die Eindämmung von Polizeigewalt gegen Mapuche-Kinder und die Verbesserung der Kinderrechtssituation von Mädchen und Jungen aus dem Mapuche-Volk. In diesem Zusammenhang bilden die Advocacy-Anstrengungen, mitzuhelfen, die chilenischen Behörden, vor allem Polizei und Justiz, zu einer Beendigung von Repression und exzessiver Gewalt gegen Mapuche-Gemeinden zu bewegen, eine wichtige Komponente. “Wir sind unendlich froh über diese Entscheidung aus San José”, sagt José Horacio Wood, “trotzdem dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren, dass damit die massiven Verletzungen der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte der Kinder und Erwachsenen aus indigenen Völkern in diesem Land noch lange nicht beendet sind.”

Links zum Weiterlesen:
Kindernothilfe: Unsere Arbeit in Chile 
Kindernothilfe-Projekt für Mapuche-Kinder in Chile 
Aide-Mémoire 2011 Chile
Kindernothilfe-Magazin 4/2011 
Chile: Gewaltsame Polizeiaktion in Temucuicui
Chile: Erneute Anwendung der Antiterror-Gesetzgebung auf einen Jugendlichen
Projekt- und Programmberaterin aus Chile in der Kindernothilfe-Geschäftsstelle

Fußball-Weltmeisterschaft 2014 – Glückwünsche aus unseren Partnerländern

                                                                                                                                              Ein weltmeisterlicher Tag braucht auch einen weltmeisterlich langen Blogeintrag, finden wir. Hier kommen die gesammelten Glückwünsche aus unseren Partnerländern zur gewonnenen Fußballweltmeisterschaft:

Dear KNH Staff,
Couldn’t resist sending this email – CONGRATULATIONS on last nights performance by Die Mannschaft! I’m sure you are all feeling very good this morning and taking the day off to celebrate what doesn’t happen very often in one’s life time. What I think all loved about Germany, was their consistent application of sound ‘Mannschaft’ practices – a good example for our team effort to fight against poverty and it’s impact on vulnerable children world-wide! Enjoy the ‘sunshine’ of the ‘moment’! With warm regards, Gerald (Südafrika)

Dear All KNH Staff,
Greetings and prayerful wishes from Dr. I.Sebastian!
I am nervous wreck now, because of the last night match. What an emotional drain for 2 1/2 hours? However my favorite Germany Prevailed. Congratulations.
Dr.I.Sebastian (Indien)

¡¡¡¡ FELICIDADES CAMPEONES !!!!!!
“HOY SI PAPA” La cuarta ya está en sus manos…. bien merecida…. e oe oe oe oe, e oe oe oe oe,
Dr. Elmer Villeda (Honduras)

Greetings from Lilongwe! I write to congratulate all KNH staff, through your office, for the successes which the Germany national football team has achieved in Brazil. Germany had broken a number of records, including beating Brazil by 7 goals to 1, winning the prestigious FIFA World Cup in that continent and bringing it to Europe, and having a player (Klose) who has scored more goals at the World Cup than any other player in the history of the World Cup. These are no mean achievements and once again I say, congratulations.
Regards,
Anderson (Malawi)

I must tell you that although I’m not a football fan, my son eats, drinks, sleeps and dreams football 24 hours a day, 7 days a week, even at the expense of his academic performance in school. For this reason I have been following the world cup this year and yesterday I stayed up particularly to watch the match between Germany and Argentina. CONGRATULATIONS to you all on being crowned the 2014 World Cup Champions after such a tense match, we are VERY PROUD TO BE ASSOCIATED WITH GERMANY!!!
Warm regards,
Celina (Kenia)

Greetings from the beautiful Kingdom of Swaziland. Writing this email to extend our appreciations for winning the world cup. The Germans have made history by winning this very important tournament. Congratulations.
Themba (Swasiland)

Yes it great! With blood, breaking bones and all ha ha ha!!
Like watching a movie I couldn’t move to get water!
(Südafrika)

Felicidades!!! Congratulations!!! Gratulation!!!!
Pero los chee!!! se quedaron en segunda, arriba Alemania!!!
Me uno a la gran fiesta de nuestros queridos amigos de la kindernothilfe y de toda la linda gente de Alemania, a nuestros queridos padrinos y a toditititos los demas…!!!! Fue un super juego!!!
De nuevo, felicidades!!!!
Doris (Honduras)

Gratulation Germany team for winning the FIFA World Cup 2014!
Greetings from the KNH Philippine Team (Philippinen)

Just to congratulate us all for the wonderful match which the team lifted the World Cup Champions!!!!.
We were so happy, slept around 1am.
Regards
Meliga (Simbabwe)

I hope you are fine and doing well.
HAWCA congratulates you, KNH team and your country on wining FIFA World Cup 2014. May your country continue to prosper and progress.
All he best
Yours truly
M.D. (Afghanistan)

Sí, hoy sí Papa! Que partido! Saludos del Fridas de Antigua (casi solos aquí ya que la mayoría eran aficionados de Argentina),
Paola y Judy (Guatemala)

I must tell you that although I’m not a football fan, my son eats, drinks, sleeps and dreams football 24 hours a day, 7 days a week, even at the expense of his academic performance in school. For this reason I have been following the world cup this year and yesterday I stayed up particularly to watch the match between Germany and Argentina, having also keenly watched the one Germany played with and seriously embarassed the Brazilians! CONGRATULATIONS to you all on being crowned the 2014 World Cup Champions after such a tense match, we are VERY PROUD TO BE ASSOCIATED WITH GERMANY!!! (#Kenia)

Greetings from wintery Victoria Falls, although the skies a blue and the sun is out, it is quite crisp outside, more crisp inside without heating. I bet Germany must be on a World Cup high!!! All of us didn’t sleep last night – what an amazing game and how wonderful for our team. I feel sorry for Argentina though, but today to my surprise they celebrated in the streets of Rio that they made it this far.
Again, we did well and I am sure our boys well- deserved it.
Warm regards,
Elisabeth (Simbabwe)

Herzlichen Glückwunsch zum WM-Titel, den die deutsche Mannschaft durch ein souveränes, gekonntes, sauberes, faires und natürlich erfolgreiches Spiel wirklich verdient hat.
Susanne Gerling (Brasilien)

Guten Morgen!
Erstmal herzliche Gratulation zu dem verdienten Sieg und Weltmeistertitel! Auch aufgrund der guten Leistungen im Vorfeld war für mich Deutschland der Wunschsieger an der WM. Jetzt ist es geschafft!
(Schweiz)

Greetings!
Congratulations for World Cup win of German Team. It was excellent team work throughout the tournament-every player contributed.
Sajid (Pakistan)

Mis felicitaciones por ustedes!!! Fue un partido emocionante yo estaba por Alemania a pesar de ser latina, pero los Argentinos no son mucho de mi agrado, además Alemania se lo merecía.
Muchos saludos,
Carmen (Peru)

Hello World Champions!
Glückwünsche from all of us.
Enjoy the partying. See you again in 2018!
Cheers!
Zarina (Pakistan)

Parabéns à você e aos demais colegas pelo tetracampeonato alemão! De fato, foi uma linda história conquistada e viva o trabalho futebolístico coletivo!!
Abraços solidários,
Raimunda (Brasilien)

Disfruten el triunfo que bien merecido lo tienen….
Saludos cordiales
Sherly (Peru)

A VERY BIG CONGRATULATIONS TO ALL OF YOU WORLD CHAMPIONS!
It was really a wonderful game. Beginning to the last minute it was filled with tension and excitements. Hats off to all the players. Poor Messi he could not show of his skills in taking the ball to the net. I was hoping Mueller would get the Golden Shoe. I think winning was the focus in the last match.
Hope you all would be celebrating the victory. Did any of you witness the match in person at Brazil?
Please convey my wishes and greetings to all the friends whom I know. Wishing you all a very happy celebration.
Regards…Sathish (Indien)

I am humbled to celebrate with all Germans, particularly KNH staff on your victory. Pass my congratulatory message to your colleagues. Kind regards
Immaculate (Ruanda)

Felicitaciones por la Copa!!!!! Campeones merecedores y mucho!
Claudia (Brasilien)

Felicitaciones también por el triunfo de Alemania, se lo merecen porque tuvieron una excelente participación durante todo El Mundial.
Un fuerte abrazo,
Gloria (Peru)

Congratulations for your thumping victory!
It was an amazing match to watch Germany excel in the extra time and take home the Champion Trophy after 60 years from the Latin American host into Europe. Apart from the playing they were also prayers offered and we were delighted to watch the match with zeal and cheers.
You created a history again!!
Our good wishes and we need to celebrate.
Warm Regards
(Indien)

On the behalf of my self and all staff members, i would like to congratulate all KNH staff and the whole nation for the victory Germany got in the World cup. I have conducted an assessment as to know whom do our staff members support . The result was that all of them were supporting Germany. On last Friday, the staff members informed me to pass their congratulations message if Germany Win the cup. Accordingly, i am passing the congratulations message of our staff members. Wish you good celebration and enjoyment of the victory.
Best regards
Tesfa (Äthiopien)

Merecidos campeones del mundo!!!!
Álvaro (Chile)

Muchísimas Felicidades por el logro del equipo alemán!!!!! La copa está en su casa!!!!!!!!
Un abrazo fuerte,
KNH-Guatemala (Guatemala)

Felicitaciones por el título mundial de fútbol, se lo merecían, fue el mejor equipo del mundo y con juego en equipo, eso es lo más preciado creo yo.
Un abrazo,
Marcela, Antonieta y Richar (Peru)

Greetings from Choma and please receive our warm heartfelt congratulatory messages for conquering the whole world in terms of football. We are proud of Germany. Not only have you achieved the greatest in terms of football but also poverty reduction in Zambia specifically in Choma. We join our leaders and the whole world in saying to the German people well done for winning the world cup! You deserved it, your team was awesome.
Best regards!
Cornwell (Sambia)

Muchas felicidades a todos los amigos del futbol en Alemania por haber ganado por cuarta vez el campeonato mundial! Abrazos de parte de todo el equipo de la oficina de KNH-Bolivia en Cochabamba
Melissa (Bolivien)

Congratulations. I am just imaging how the mood is in Germany this time after winning the world cup. They deserve it, well done.
Best,
Kelly (Sambia)

Dear All
Congratulation for winning the World Cup 2014!!!
We are happy
The team really deserve!
(Äthiopien)

Dear all foot ball lovers at Kindernothilfe,
Congratulations Germany on winning the World Cup!! It was a great game. Keep it up!!!
Thomas (Indien)

Que alegre!!!!muchas felicitaciones. Celebramos con Ustedes!!!!. Bravooooo!!!!
Alba (Guatemala)

Greetings!
We wish to extend our appreciation and join you in celebrating the Championship of your country in the World Cup yesterday.
We celebrate with you and we share your happiness.
Thanks
Anthony (Uganda)

I saw it coming, even though not so sure if they will be able to maintain their energy. The nation must be proud of their own team! Congratulations!!!! Yes its been tough and everybody kept guessing what might happen. It’s over now, history will always have it on record that the German is the world champion for 2014, we can only wait to see if history shall repeat itself in the next world cup, 2018??
Regards
Enock (Swasiland)

hey, all German peoples, I am one of supporters & admiring of German national foot ball team. congratulation Brazil 2014 world cup championships. We were grown by supporters of German peoples /kindernothilfe/ in Ethiopia child care center, so we are happy when German won Brazil 2014 world cup championships.
(Äthiopien)

Congratulations that the Germany football team won the FIFA 2014 championship. The team really deserves to be be champion of the game. (Äthiopien)

Congratulations for the winning the world cup – it was some struggle but at last the German team won. Nice week ahead!
Yours
Felix (Kenia)

Dear Colleagues!
I trust you are all keeping well! Congratulations for taking the world soccer cup! Silvia I know u were watching ..it was a game to watch!
Asia, Nils, did you watch? The boys made your country shine soccer fun or not ! Congrats!
Best regards
Grace (Südafrika)

Abschied von einer ungewöhnlichen Frau

Ein Nachruf  von Jürgen Schübelin

Soeur Marthe Vanrompay, die Gründerin unserer Restavèk-Partnerorganisation „Mouvman Vin Plis Moun“ (MVM) in Carrefour Feuilles, ist am 3. Juli verstorben.

Soeur Marthe, die der 1862 in Scheut bei Brüssel gegründeten Ordensgemeinschaft der Schwestern vom unbefleckten Herzen Marias (CICM) angehörte, ist sicherlich eine der ungewöhnlichsten und beeindruckendsten Persönlichkeiten, die wir im Zusammenhang mit der Kindernothilfe-Haiti-Arbeit kennengelernt haben. Mit all ihrer Kraft, ihrer Kreativität und ihrem geradezu unglaublichen Talent als unermüdliche Netzwerkerin kämpfte sie jahrzehntelang sehr erfolgreich für die Rechte von Restavèk-Kindern in den bidonsvilles von Carrefour Feuilles und den umliegenden Stadtteilen im Westen von Port-au-Prince.

Zusammen mit ihrem Team entwickelte sie eine pädagogische Methode, um mit diesen Kindern – selbst unter widrigsten und prekärsten Umständen – mit Hilfe eines Systems von „moniteurs“ Schulunterricht organisieren zu können. Am 21. Oktober vergangenen Jahres hatten Kerstin Zippel, Michaela Gerritzen, Julia Burmann und ich letztmals die Gelegenheit, Soeur Marthe gemeinsam zu besuchen und ihr von unseren Eindrücken von den Begegnungen mit den MVM-Kindergruppen von Madame Mouscardan und Madame Jaques in den bidonville oberhalb der Place Jérémie zu berichten.

Odana, das Kind, dessen Tagesablauf unsere ehemalige Kollegin Toni Hutter und der Fotograf Jakob Studnar 2010 unter anderem für die Kindernothilfe-Robinson-Seiten dokumentiert haben, kam aus dem MVM-Programm.

Soeur Marthe war – und das hat mich immer mit am meisten beindruckt – eine außerordentlich politisch engagierte Persönlichkeit, ganz fest verortet in der karibischen Variante der lateinamerikanischen Theologie der Befreiung, mit einem klaren Bewusstsein für die Würde und die Rechte der Kinder, für die sie sich engagierte, aber auch einem profunden Wissen um die Ursachen von struktureller Gewalt, denen die Menschen in Haiti ausgesetzt sind. Sie liebte – bei aller pointierten Kritik an den Herrschenden und den Verhältnissen in Haiti – dieses Land und seine Menschen bedingungslos: „Nie und nimmer würde ich von hier weggehen!“, sagte sie uns am 21. Oktober 2013 beim Abschied.

Die Kindernothilfe fördert das von Soeur Marthe initiierte Projekt zur alternativen Schulbildung von 1.495 Restavèk-Kindern und zum Schutz ihrer Rechte seit dem Januar 2010. „Mouvman Vin Plis Moun“ (frei übersetzt: Bewegung für mehr Menschlichkeit) ist das größte Restavèk-Partnerprojekt der Kindernothilfe in Haiti.

Zu Weihnachten 2010 veröffentlichten wir folgende Reportage über Soeur Marthe und ihre Kinder: http://blog.kindernothilfe.org/de/page/8

Soeur Marthe wurde am 7. Januar in Carrefour Feuilles beigesetzt.

Chile: Auf den verbrannten Hügeln von Valparaíso

Von Jürgen Schübelin, Referatsleiter Lateinamerika, zurzeit Santiago de Chile                                                                                  

Wellblechwand mit handschriftlichen Zetteln daran, im Hintergrund ein Berghang mit verbrannten Hütten.

Hilferufe nach der Brandkatastrophe. Foto: Jürgen Schübelin

Jürgen Schübelin besuchte Familien, die bei der Brandkatastrophe im April ihr Zuhause verloren haben.

Die Adresse steht auf einem Blatt Papier – Los Chonos 86 B – an einen Wellblechzaun geklebt, dazu eine Handy-Nummer. Darüber ein Hilferuf: „Eine Hütte –  dringend! Bitte! Unsere Kinder brauchen ein Dach über dem Kopf.“ Seit vier Wochen lebt Familie Díaz nun schon in einer provisorischen Behausung aus Plastikplanen und einem winzigen Zelt. Alles, was das gewaltige Feuer vom 12. und 13. April von ihrem kleinen Haus auf dem Cerro Las Cañas übrig gelassen hatte, sind 15 von der Hitze verformte und verbeulte Wellblechplatten, feinsäuberlich aufgestapelt. Sieben Mal haben sie bereits die endlosen Fragebögen und Formulare ausgefüllt, um eine Notunterkunft zu erhalten. Bislang ist nichts geschehen.

Estrella Díaz, die an jenem apokalyptischen Samstagabend allein mit ihren Kindern zu Hause war, schaffte es im letzten Moment, mit ihren kleinen Jungs die enge, kurvige  Straße hinunterzurennen, ehe die Flammenwand sie erfassen konnte. Ein älteres Ehepaar in der Nachbarschaft hatte weniger Glück und starb in dem kleinen Häuschen, das jahrelang sein Zuhause gewesen war. „Es ging alles so entsetzlich schnell“, berichtet eine der Nachbarinnen, „innerhalb einer Minute erfasste das Feuer hier in unserer Straße zehn Häuser hintereinander. Wir hatten keinerlei Chance, irgendetwas zu retten.“

Die Dimension dieser gewaltigen Feuersbrunst, die in drei Tagen 13.000 Hektar Wald- und Wohnflächen vernichtete, wird erst aus der Nähe fassbar. Foto: Jürgen Schübelin

Die Dimension dieser gewaltigen Feuersbrunst, die in drei Tagen 13.000 Hektar Wald- und Wohnflächen vernichtete, wird erst aus der Nähe fassbar. Foto: Jürgen Schübelin

Auch etwas mehr als einen Monat nach dem verheerenden Großbrand, der 15 Menschenleben gekostet und über 13.000 Bewohner der Viertel auf sechs Hügeln oberhalb der chilenischen Hafenstadt Valparaíso obdachlos gemacht hatte, ist das Chaos und auch eine gewisse Willkür bei der Verteilung von staatlicher Hilfe und Unterstützung augenfällig. Die Katastrophe hat erneut auf schmerzhafte Weise deutlich gemacht, wie begrenzt, prekär und unkoordiniert die Kriseninterventionsmechanismen der zuständigen staatlichen Institutionen funktionieren.Die Menschen auf den vom Feuer verwüsteten Hügeln von Valparaíso haben dafür ein feines Gespür: Auf ihren Transparenten danken sie den freiwilligen Feuerwehrleuten für ihren heroischen Einsatz, den Studenten, die zu Tausenden unmittelbar, nachdem nach dramatischen 72 Stunden die Flammen endlich gelöscht waren, bei der Schuttbeseitigung und dem Abtragen der Ruinen mithalfen – oder den Gewerkschaften und anderen sozialen Organisationen, die als Erste landesweite Kampagnen zur Versorgung der Überlebenden mit Kleidung, Decken und Nahrung organisierten und die Spenden nach Valparaíso schafften. Ein Dank an die Regierung und die zuständigen staatlichen Stellen ist hingegen auf keiner der zahlreichen auf Pappkartons und Mauerreste geschriebenen Botschaften zu finden.

Viele Familien hausen in aus Plastikplanen und Zelten gebauten Notunterkünften. Foto: Jürgen Schübelin

Viele Familien hausen in aus Plastikplanen und Zelten gebauten Notunterkünften. Foto: Jürgen Schübelin

Kentyi Cheung, Psychologe, erfahrener Straßensozialarbeiter und seit dreieinhalb  Wochen im Auftrag des Kindernothilfe-Partners ACHNU verantwortlicher Koordinator des Humanitäre Hilfe-Projektes in der Katastrophenzone von Valparaíso (9200CZ), bringt es auf den Punkt: „Der chilenische Staat lädt die Verantwortung für die Unterstützung und Betreuung der traumatisierten Menschen bei den sozialen Organisationen, den vielen Freiwilligen oder auch dem Personal der öffentlichen Schulen ab.“ So wurde etwa den Lehrerinnen und Lehrern der unmittelbar neben der Großbrandzone auf dem Cerro Las Cañas liegenden David-Ben-Gurion-Schule kurzerhand die Verteilung der Baumaterialien für die provisorischen Hütten übertragen – selbstverständlich zusätzlich zum inzwischen wieder laufenden Unterrichtsbetrieb.Indes drängen die Menschen mit aller Gewalt aus den albergues, den Notunterkünften unten auf dem plan (dem flachen Teil von Valparaíso), zurück auf die Hügel. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass das Feuer gezielt gelegt worden sei, um den Immobilienspekulanten den Zugriff auf die dicht besiedelten Cerros mit dem grandiosen Blick über die Bucht von Valparaíso zu ermöglichen. Obwohl Chiles Präsidentin Michelle Bachelet erklärt hatte, dass ihre Regierung diesmal alles unternehmen werde, um – wie nach dem Erdbeben vom 27. Januar 2010 in der Provinz Concepción geschehen – zu verhindern, dass Immobilien-Haie sich mit teilweise kriminellen Methoden die Grundstücke überschuldeter und verzweifelter Erdbebenüberlebender für einen Apfel und Ei unter den Nagel rissen, ist die Angst mit Händen zu greifen, dass in Valparaíso am Ende genau das doch erneut geschehen könnte.

Ein steiler Berghang, an dem Hütten aus Sperrholzplatten errichtet werden.

Auf den Fundamenten der vom Feuer zerstörten Häuser errichten die Anwohner ihre provisorischen Behausungen. Foto: Jürgen Schübelin

Deshalb wurden in den zurückliegenden zwei Wochen von Bewohnern der Katastrophenzone – unterstützt von unermüdlichen, meist sehr jungen Freiwilligen -  bereits Hunderte mediaguas, kleine aus nur einem Raum bestehende Holzhütten errichtet, um den Platz zu besetzen, auf dem zuvor die von dem Feuer vernichteten Häuser und Unterkünfte standen. Mit einem Meer aus chilenischen Fahnen, Transparenten und selbst gemalten Schildern mit den Namen der Familien und ihrer Anschrift markieren die damnificados, die durch den Großbrand obdachlos Gewordenen, die kleinen Flächen an den steilen Hängen und ihren Anspruch darauf, hier auch in Zukunft leben zu können.

Die tief eingeschnittenen kleinen Täler der Hügel von Valparaíso wirkten wie Kamine, um die Flammen zusätzlich anzufachen. Foto: Jürgen Schübelin

Die tief eingeschnittenen kleinen Täler der Hügel von Valparaíso wirkten wie Kamine, um die Flammen zusätzlich anzufachen. Foto: Jürgen Schübelin

Das Ausmaß der Verwüstungen dieser Feuerwalze kann nur nachvollziehen, wer zu Fuß stundenlang auf den sechs abgebrannten Hügel unterwegs ist. Das Inferno vernichtete innerhalb von Minuten alles, was sich die Menschen in Jahren aufgebaut hatten. Die kleinen engen Täler, die die Hügel oberhalb von Valparaíso durchfurchen, wirkten wir Kamine, durch die der Wind vom Pazifik her den Flammen immer wieder neu anfachte. Und die zahlreichen Eukalyptus-Bäume verwandelten sich mit ihren ätherischen Harzen in riesige Fackeln, die die gewaltige Hitzeentwicklung noch verstärkten. Von all dem ist in weiten Teilen nur der blanke Boden übriggeblieben, ohne jegliche Vegetation, völlig schutzlos dem starken Regen während der jetzt beginnenden Wintermonate und den entsprechenden Erdrutschrisiken ausgesetzt.

 In dem kleinen Gemeindezentrum von Las Cañas hat der Kindernothilfe-Partner ACHNU eines der Kinderzentren eingerichtet. Foto: Jürgen Schübelin

In dem kleinen Gemeindezentrum von Las Cañas hat der Kindernothilfe-Partner ACHNU eines der Kinderzentren eingerichtet. Foto: Jürgen Schübelin

Wie sehr der Schock über das Erlebte den Menschen von den Cerros in den Knochen sitzt, wird deutlich, wenn man mit den Kindern im Centro Comunitario Las Cañas zusammen ist. Dort hat ACHNU, angeleitet und beraten von dem erfahrenen Team der chilenischen Kindernothilfe-Partnerorganisation ANIDE, bereits wenige Tage nach dem Großbrand damit begonnen, ein Kinderzentrum aufzubauen, in dem zurzeit 120 Mädchen und Jungen betreut werden, die mit ihren Familien wieder auf den Hügel zurückgekehrt sind. Das kleine Gemeindezentrum ist das einzige Gebäude in ganzen Umkreis, das kein Raub der Flammen wurde. Während Freiwillige im Auftrag der Nachbarschaftsorganisation auf den Fluren und dem kleinen Sportplatz gespendete Hilfsgüter sortieren und ihre Verteilung vorbereiten, arbeitet das ACHNU-Team in einem der Räume mit den Kindern, die an diesem Vormittag gekommen sind, um sich von Jeanette und Jota, zwei Theaterleuten, kleine Geschichten vorspielen zu lassen, in denen es in Variationen immer um das gleiche Thema geht, nämlich darum, dass Kinder es den Erwachsenen zeigen – und in absolut aussichtslosen Lagen mit kreativen und pfiffigen Einfällen in der Lage sind, das Blatt zu wenden. Mitten im Spiel hängen sich zwei Jungs wie die Kletten an Jeanette, die sie behutsam wieder an ihren Platz begleitet. Hinterher gibt es etwas zu essen und Kakao zu trinken, dann stürmen die Kinder mit einem der Betreuer und einem zerknautschten Fußball aus dem Raum, um auf den paar freien Metern zwischen den gespendeten Kleidungsstücken und einem improvisierten Büro der Nachbarschaftsorganisation zu kicken.

Gabriela, eine der Psychologinnen aus dem Team des Kindernothilfe-Partners ACHNU ist jeden Tag unterwegs, um mit den Kindern und Eltern, die auf die Hügel zurückgekehrt sind, zu sprechen. Foto: Jürgen Schübelin

Gabriela, eine der Psychologinnen aus dem Team des Kindernothilfe-Partners ACHNU ist jeden Tag unterwegs, um mit den Kindern und Eltern, die auf die Hügel zurückgekehrt sind, zu sprechen. Foto: Jürgen Schübelin

Gabriela, eine der Psychologinnen aus dem ACHNU-Team, kennt diesen Hyperaktivismus, aber auch Phasen von Apathie und Aggressivität inzwischen genau: Die Kinder leben immer noch in einem permanenten Ausnahmezustand. Ihre Welt, so wie sie vor dem Feuer aussah, gibt es nicht mehr. Das auf sechs Monate angelegte Programm, das Kindernothilfe unterstützt, will erreichen, die betroffenen Kinder psychisch zu stabilisieren und ihnen zu helfen, ihre traumatischen Erlebnisse während und nach der Katastrophe zu verarbeiten.Dazu gehört aber auch eine enge Kooperation mit den Lehrerinnen und Lehrern an den Schulen rund um die niedergebrannte Fläche – und deren Weiterbildung, um im Unterricht mit Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Verletzungen der Kinder angemessen umgehen zu können. Wie dringend notwendig die Unterstützung der Lehrerkollegien und Schulleitungen ist, machen die ACHNU-Erfahrungen der zurückliegenden Wochen deutlich: „Wir haben miterlebt, wie Kinder vom  Cerro Las Cañas plötzlich mutterseelenallein in Schulen in ganz anderen, weit entfernten Stadtteilen von Valparaíso geschickt wurden“,  berichtet Kentyi Cheung vom ACHNU-Team, „und darauf extrem verunsichert und eingeschüchtert reagierten.“ Ein kleiner Junge aus dem ACHNU-Betreuungsprogramm versteckte sich sogar morgens, um nicht in eine fremde Schule zu müssen. „Alles, was für die Kinder in dieser Situation zusätzlichen Stress bedeutet, was sie zusätzlich verunsichert“, ist Kentyi überzeugt, „müssen wir unbedingt verhindern.“Zwei weitere Kinderzentren wird ACHNU in den kommenden Tagen eröffnen – insgesamt sollen durch dieses Humanitäre Hilfe-Projekt, dem das ACHNU-Team den Namen „Sichere Räume für Kinder“ (Espacios Seguros para Niños) gegeben hat, 2.000 Mädchen und Jungen erreicht werden. Das Problem ist bislang, auf den Hügeln Räume zu finden, in denen mit den Kindern gearbeitet werden kann. Deshalb finden ganz viele der Aktivitäten, solange die Witterung es zulässt, draußen statt.

Auch stabil und solide errichtete Häuser konnten den Flammen nicht standhalten. Foto: Jürgen Schübelin

Auch stabil und solide errichtete Häuser konnten den Flammen nicht standhalten. Foto: Jürgen Schübelin

In den von der Regierung einberufenen Expertenrunden wird erbittert über einen Masterplan für den Wiederaufbau gestritten. Der Bürgermeister von Valparaíso und der Regierungspräsident der V. Region, zu der die Hafenstadt gehört, liefern sich öffentlich Gefechte über die jeweiligen Zuständigkeiten. Im Hintergrund hat längst das Feilschen um die Kuchenstücke an den in Aussicht gestellten staatlichen Fördermittel begonnen. Währenddessen durchleiden die Kinder und Erwachsenen auf den sechs abgebrannten Hügeln eine ganz schwierige Zeit: „Wir sind mitten in einer Krisenphase nach dem Ende der ersten Hilfseuphorie“, erklärt der ACHNU-Psychologe Kentyi Cheung, „Valparaíso ist wieder aus den chilenischen Medien verschwunden. Jetzt dreht sich alles um die bevorstehende Fußballweltmeisterschaft. Das verletzt die Menschen.“ Die Regierung hat die Freiwilligeneinsätze weitgehend gestoppt – mit der Begründung, dass nicht genügend mobile Toiletten zur Verfügung stünden. Es fehlen Helfer, um die verbleibenden Ruinenreste und den Brandschutt zu entsorgen und beim Errichten der Behelfsbehausungen mit Hand anzulegen. Und für viele Familien, die bisher in einem eigenen kleinen Haus gelebt haben und sich jetzt in einer winzigen Hütte aus eilig zusammengezimmerten Pressspanplatten wiederfinden, „ist das einfach nur Stress pur“, fügt Kentyi hinzu.

Das achtköpfige ACHNU-Team ist jeden Tag auf den Hügeln unterwegs, erklärt den Erwachsenen, worin die Arbeit mit den Mädchen und Jungen in den Kinderzentren besteht, tröstet und berät, wie man sich in dieser Situation im Dschungel der staatlichen Zuständigkeiten zurechtfinden kann, stellt Kontakte zu anderen Institutionen her und motiviert, sich gerade jetzt an den Nachbarschaftsorganisationen zu beteiligen, um Stimme und Gewicht beim Wiederaufbau einbringen zu können. Gabriela, die zweite Psychologin im Team, setzte außerdem eine Idee um, die bei den Familien auf den verwüsteten Cerros extrem gut ankommt: Sie hat liebevoll alle Mädchen und Jungen aus dem Kinderzentrum, aber auch Eltern und Geschwister portraitiert, und den Familien Farbabzüge geschenkt, weil mit dem Hab und Gut in den Häusern und Hütten ja auch alle fotographischen Erinnerungen an das frühere Leben vernichtet wurden.

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Muttertag

Was wünschen sich die Mütter dieser Welt?

Foto: Frank Peterschröder

Foto: Frank Peterschröder

Am Sonntag, den 11. Mai, ist Muttertag. Die Mütter stehen mit im Fokus der Arbeit der Kindernothilfe, da sie eine zentrale Rolle für den Familienzusammenhalt und die Versorgung und Entwicklung der Kinder spielen. Sie sind häufig auch für das Einkommen der Familie zuständig. Wir denken besonders an die Mütter auf allen Kontinenten, auf denen die Kindernothilfe mit ihrer Arbeit hilft. Während es bei uns in Deutschland an diesem Tag darum geht, den Müttern Danke zu sagen und ihnen eine kleine Freude zu machen, wollen wir wissen, was sich Mütter in Afrika, in Asien oder in Lateinamerika für  ihre Kinder wünschen, wovon sie träumen und wofür sie so hart kämpfen. Unsere Partner vor Ort haben mit den Müttern gesprochen.

Foto: Christoph Engel

Foto: Christoph Engel

Die Mütter auf den Philippinen, die an den Selbsthilfegruppen teilnehmen, versuchen, ihren Kindern den Weg zu ebnen. Eine Teilnehmerin aus Kabankalan sagt: “Ich wünsche mir für meine Kinder eine gute, eine bessere Zukunft. Ich möchte lernen, wie ich für sie sorgen kann und was ich tun kann, um ihr Leben zu verbessern.“ Und eine andere Mutter aus Manjuyod erzählt uns: „Ich habe gelernt, meine Talente zu erkennen und einzusetzen, um meinen Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. Sie sollen zur Schule gehen und es einmal besser haben.“ Diese Frauen haben durch die Projekte der Kindernothilfe gelernt, zusammenzuhalten und so gemeinsam mehr zu bewirken.

Foto: Christian Herrmanny

Es sind oft ganz einfache Dinge, die sich die Mütter für ihre Kinder wünschen und die für uns in Deutschland oder anderen westlichen Industrienationen schon zu Selbstverständlichkeiten geworden sind: regelmäßige Mahlzeiten, Gesundheit und die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Die Mutter von Tigest, einem zwei Jahre alten Mädchen aus dem Norden Äthiopiens, erzählt: „Bei uns im Dorf entsteht gerade eine neue Schule und es werden Pumpen für frisches Trinkwasser gebaut. Ich selbst bin nie zur Schule gegangen, wünsche mir aber für meine Tochter, dass sie später nicht nur lesen, rechnen und schreiben kann, sondern auch einen sicheren Beruf erlernt, der sie und ihre Familie gut versorgt.“

 

Foto: Jakob Studnar

Foto: Jakob Studnar

Bellancila (48 Jahre) aus Ruanda hat vor 20 Jahren den schrecklichen Genozid überlebt. Sie ist eine unglaublich starke Frau, die in die Zukunft blickt. Heute kümmert sie sich um fünf eigene Kinder und drei Kinder von verstorbenen Familienmitgliedern. Mittlerweile kann sie das Geld für regelmäßige Mahlzeiten und eine medizinische Grundversorgung aufbringen. Das hat sie aus eigener Kraft geschafft. Auch ihr großer Wunsch für ihre Kinder ist es, dass sie alle zur Schule gehen und einen Schulabschluss machen. Wie wahrscheinlich alle Mütter dieser Welt, so wünschen sich auch die befragten Mütter in Asien, in Afrika oder in Lateinamerika nur das Beste für ihre Kinder. Sie  wünschen sich vor allem, dass ihre Kinder es einmal besser haben als sie, und dass sie die notwendigen Hilfestellungen – wie beispielsweise eine grundlegende Bildung - bekommen, um der Armut zu entfliehen.

Foto: Christian Herrmanny

Foto: Christian Herrmanny

So beschreibt auch Girasols Mutter (aus dem Hochland von Peru): „Unser Leben ist oft wirklich beschwerlich.  Als Wäscherin verdiene ich nur sehr wenig Geld, es reicht kaum für meine Familie. Wir Mütter können im Bäckerei-Projekt von IINCAP [Kindernothilfe-Partner, Anm.d.Red.] backen und so etwas hinzuverdienen. Davon können wir die Schulbücher und -gebühren für unsere Kinder bezahlen. Unsere Kinder sollen es einmal besser haben.“

Der Muttertag ist für uns ein Anlass, um die Rolle und den Kampfgeist dieser Mütter und aller Mütter dieser Welt zu würdigen, an sie zu denken und sie zu feiern. Der Muttertag macht uns aber auch bewusst: Die Arbeit der Kindernothilfe zeigt Wirkung! Und wir werden uns auch in Zukunft dafür einsetzen, dass die Wünsche dieser Mütter für ihre Kinder in Erfüllung gehen.

Feuersbrunst in Valparaiso macht 10.000 Menschen obdachlos

Escuela de Arquitectura Universidad de Valparaíso

Escuela de Arquitectura Universidad de Valparaíso

Von Jürgen Schübelin, Referatsleiter Lateinamerika und Karibik Die UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt Valparaiso wurde an diesem Wochenende von einem der verheerendsten Großbrände in der jüngeren Geschichte Lateinamerikas heimgesucht: 15 Menschen starben, Hunderte erlitten Rauchvergiftungen, über 2500 Häuser wurden ein Raub der Flammen – und mehr als 11.000 Bewohner mussten vor dem Feuer fliehen oder evakuiert werden. In den von dem Großbrand verschonten Bereichen der Hafenstadt am Pazifik versuchen die Behörden seit Samstagnacht, Notaufnahmezentren zu improvisieren. Der chilenische Kindernothilfe-Partner ANIDE arbeitet intensiv daran, für die traumatisierten Kinder in den Notunterkünften und den an die zerstörten Viertel angrenzenden Bereiche ein Betreuungsprogramm zu organisieren.Gegenüber der Flammenmauer, die sich – von Pazifikwinden verstärkt – seit Samstagnachmittag in rasender Geschwindigkeit über acht dichtbesiedelte Hügel ausbreitete, waren Feuerwehr und Einsatzkräfte zunächst scheinbar machtlos. Die nationale Katastrophenschutzbehörden Chiles mobilisierte 24 Löschflugzeuge und Hubschrauber aus dem gesamten Land, um die Feuersbrunst zu stoppen. Am Sonntag, dem zweiten Tag der Katastrophe, kämpften bis zu 1.250 Feuerwehrleute  und mehr als 2.000 Polizisten und Soldaten darum, Anwohner zu evakuieren und die Brandherde einzudämmen. Aber auch 48 Stunden nach dem Ausbrechen des Großbrandes entfacht der Wind immer wieder neue Feuernester. Der Direktor der nationalen Natur- und Brandschutzbehörde, CONAF, Aarón Cavieres, erklärte am Dienstagvormittag: “Wir haben das Feuer auf den Hügeln von Valparaiso immer noch nicht unter Kontrolle”.

Das Ausmaß der Feuersbrunst war, wie chilenische Medien berichten, sogar aus dem All zu erkennen. Insgesamt wurden bislang Stadtviertel mit einer Ausdehnung von 1.145 Hektar vernichtet – also dem Sechsfachen der Fläche des Fürstentum Monaco – zum erheblichen Teil mit Siedlungen aus kleinen Holzhäusern, die die Anwohner die steilen Hügeln hinauf errichtet hatten, zum Teil aber auch Bereiche mit einer konsolidierten Baustruktur. Ebenfalls den Flammen zum Opfer fiel ein modernes, erst vor wenigen Jahren eingeweihtes Gesundheitszentrum, eine Polizeiwache – aber auch Schulgebäude und weitere kommunale Infrastruktur.

Chiles Präsidentin Michelle Bachelet, die bereits am Sonntag mit mehreren Ministern nach Valparaiso reiste, sprach von der vermutlich verheerendsten Katastrophe, die die Hafenstadt am Pazifik in ihrer 470-jährigen Geschichte je erlitten hat. In insgesamt acht Auffangzentren und Notunterkünften werden seit Samstagnacht diejenigen Obdachlos-Gewordenen betreut, die nicht bei Verwandten oder Freunden unterkommen konnten – oder in den Krankenhäusern der Region weiter mit Rauchvergiftungen und Brandverletzungen behandelt werden müssen.

Sozialarbeiterin Silvia Vallejo aus Valparaiso schreibt am Montagabend  in einer Notiz an die Kindernothilfe: “Alles hier ist Desaster, Asche, Verzweiflung, Rauch. Einfach entsetzlich. Das Feuer machte keinen Unterschied zwischen alten und neuen Häusern, zwischen solchen, die aus solidem Material und solchen, die aus Brettern und Holzresten gebaut wurden, so wie eben Valparaiso ist, wo Reiche und Arme in unmittelbarer Nachbarschaft zusammenleben. Hier organisieren sich die Menschen, um nach und nach ein Haus zu bauen. Sie verschulden sich. Die staatlichen Hilfen decken nur einen kleinen Teil der Baukosten ab. Und jetzt haben sie alles – außer ihren Hypothekenschulden – verloren. Tausende Familien in dieser Stadt stehen vor dem Nichts.” Sie schildert das Schicksal ihrer Berufskollegin Paulina , die jetzt mit ihren Kindern ihr Haus zum zweiten Mal verlor, nachdem sie es nach dem Erdbeben von 2010 mühsam wiederaufgebaut hatte: “Paulina ist nicht einmal der Schlüssel ihres Hauses geblieben. Auf dem Cerro La Cruz hat kein einziges Gebäude das Feuer überstanden.”

Escuela de Arquitectura Universidad de Valparaíso

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Was genau die Ursache dieser Katastrophe war, ist noch nicht bekannt. Chilenische Medien berichteten am Montag unter Berufung auf die Feuerwehr, dass der Brandherd vermutlich auf einer Müllhalde im Nordosten der Stadt liegt – und sich von dort aus das Feuer angesichts der wochenlangen Trockenheit mit rasender Geschwindigkeit verbreiten konnte. Immer wieder waren die Behörden in den vergangenen Jahren von Fachleuten gewarnt worden, dass die unzureichende Infrastruktur der Viertel auf den Hügeln, die fehlende Stadtplanung und Steuerung der Bebauung zu einer tödlichen Gefahr für die Bewohner werden könnte. Aber auch die vielfach sehr prekäre Ausstattung der freiwilligen Feuerwehr in Chile, wo Feuerwehrleute regelmäßig mit Sammelbüchsen auf den Straßen unterwegs sind, um Spenden für die eigene Ausrüstung zu erbitten, wird in den Medien des Andenlandes seit Sonntag immer wieder als krisenverschärfendes Element benannt.

Von der Kindernothilfe in Chile geförderte Projekte sind durch die Feuersbrunst nicht betroffen. Geographisch am nächsten – in acht Kilometern Entfernung zum Brandherd – liegt die alternative Musikschule “Escuela Popular de Artes” (Projekt 92003) auf den Hügeln von Achupallas in der Nachbarstadt Viña del Mar. Eine Gefahr für dieses Zentrum besteht jedoch nicht. Seit den frühen Morgenstunden des Montags arbeitet das Team des Kindernothilfe-Partners Fundación AN DE  intensiv daran, mit einer der Organisationen, die bereits nach der Erdbebenkatastrophe vom 27. Februar 2010 gemeinsam mit den von der Kindernothilfe unterstützten Projektträgern in der Region um Concepción engagierte psychosoziale Trauma- und Stabilisierungs-Arbeit mit Kindern geleistet hatte, jetzt ein Soforthilfe-Programm für die Mädchen und Jungen in den Notaufnahmequartieren in Valparaiso auf die Beine zu stellen. “Wir haben”, erklärt José Horacio Wood, der Leiter von ANIDE, am Montagabend am Telefon, “damals nach dem Erdbeben gelernt, uns auf die psycho-pädagogische Arbeit mit den Kindern, die diese Katastrophe überlebt haben, zu konzentrieren. Darin sehen wir auch jetzt in Valparaiso wieder unsere wichtigste Aufgabe.”

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Philippinen: Erfolgreiche Selbsthilfegruppen

Von Ute Rabenau, Referat Asien und Osteuropa

„Mein persönliches Ziel war, einen Kiosk zu eröffnen und dadurch mein Einkommen zu erhöhen. Das habe ich jetzt geschafft.“ Stolz erzählt Tina (Name geändert), Mitglied einer Selbsthilfegruppe auf den Philippinen, was sie durch die Gruppe erreicht hat.

Die Selbsthilfegruppe „Vanda“ hatte sich ein gemeinsames Ziel gesteckt – alle kranken Kinder in ihrem Dorf sollten medizinisch gut versorgt sein. Das Ziel ist erreicht – die Familien im Dorf werden jetzt regelmäßig von Gesundheitshelferinnen besucht und die Kinder können in einem nahe gelegenen Gesundheitszentrum untersucht und behandelt werden.

Wie man sich realistische Ziele setzt, was man tun muss, um sie zu erreichen, und wie man überprüfen kann, wo man auf dem Weg zu seinem Ziel steht, das haben viele Frauen in Selbsthilfegruppen in Asien im letzten Jahr gelernt und setzen es nun erfolgreich um.

Viele solcher positiven Erfahrungen mit den Selbsthilfegruppen in ihren Ländern konnten die Selbsthilfe-Koordinatorinnen der Kindernothilfe aus sechs asiatischen Ländern bei einem Workshop vom 25.Februar bis 4. März auf den Philippinen berichten. An dem Treffen nahmen auch einige Mitarbeiter aus der Geschäftsstelle in Deutschland teil.

Neben dem Austausch und dem gemeinsamen Lernen beim Besuch von Selbsthilfegruppen ging es auch darum, wie man die bisherigen Erfahrungen mit den Selbsthilfegruppen noch besser auswerten und für andere nutzbar machen und wie man die Arbeit weiterentwickeln kann.

Mit guten Ergebnissen und neuer Motivation ausgestattet für die Weiterarbeit in ihren Ländern fuhren die Kolleginnen und Kollegen wieder zurück.

Vor einem halben Jahrhundert begannen Brasiliens 21 bleierne Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jürgen Schübelin, Leiter unseres Referates für Lateinamerika und die Karibik, erinnert an die Opfer der Militärdiktatur in Brasilien, die vor 50 Jahren mit einem Putsch begonnen hatte.

Vor 50 Jahren, am 31. März 1964, riss eine Gruppe brasilianischer Generäle durch einem Putsch gegen Präsident João Goulart die Macht an sich, um sie über zwei Jahrzehnte lang, bis 1985, nicht mehr aus der Hand zu geben. Hunderttausende litten unter der blutigen Repression, mit der das Militärregime das Land überzog. Allein während der ersten zwölf Monate nach dem Staatsstreich wurden 50.000 Menschen verhaftet, Tausende gefoltert – und Hunderte ermordet.

Der von dem Heeresgeneral Olympio Mourão Filho im brasilianischen Herbst 1964 angezettelte Putsch gegen Präsident Goulart und gegen seine Pläne für eine Agrarreform sowie für ein demokratischeres Wahlrechts bildete den Auftakt für die Machtübernahme der Militärs in fast allen lateinamerikanischen Staaten und der Beginn der dunklen Jahrzehnte des kontinentalen Staatsterrorismus mit Hunderttausenden von Opfern. In Brasilien installierte das Regime der Generäle einen effizienten Unterdrückungsapparat, der als Erstes Wahlen und politische Parteien verbot – und dann die Jagd auf diejenigen eröffnete, die als Regimegegner eingestuft wurden: Oppositionspolitiker, Gewerkschafter, Menschen aus sozialen Organisationen – und engagierte Christen aus der brasilianischen Basisgemeinden-Bewegung, die sich mit der Theologie der Befreiung identifizierten.

Für all diese Gewalt gegen das eigene Volk gab es ein starkes Motiv. Eduardo Galeano, der uruguayische Journalist und unbeugsame Chronist der Abhängigkeits- und Unterdrückungsgeschichte Lateinamerikas, formuliert es so: „Es ging darum, die sozialen Reformen, die von der demokratisch gewählten Regierung von João Goulart gerade durchgeführt wurden – um das ungerechteste Land der Welt etwas gerechter zu machen – ein für alle Mal zu beenden und zu begraben.“

Zu den bekanntesten Opfern der Repression gehörte der Dominikaner-Priester Frei Betto. In ihm sahen die Militärs einen gefährlichen Terroristen, weil er – zusammen mit weiteren Dominikaner-Padres – und -Schwestern – sowie Angehörigen anderer Ordensgemeinschaften – Verfolgten, deren Leben bedroht war, half, über die Grenze nach Uruguay oder Argentinien zu fliehen. Verhaftete Geistliche und Ordensangehörige wurden sadistisch gefoltert. Frei Betto selbst bezahlte sein Engagement mit über vier Jahren Kerkerhaft. Auch die heutige Staatspräsidentin Brasiliens, Dilma Rousseff, geriet als junge Frau in die Fänge der Geheimpolizei und ihrer Terrorbrigaden, wurde entführt, gefoltert und wegen ihres politischen Engagements jahrelang inhaftiert.

Der Ökumenische Rat der Kirchen in Genf (ÖRK) richtete als Antwort auf die Praktiken des Militärregimes ein Dokumentationszentrum ein, in dem bereits sehr früh Belege und Aussagen über Menschenrechtsverbrechen in Brasilien gesammelt wurden. Die ÖRK-Dokumente belegen, dass in dem Land zeitweise bis zu 242 Folterzentren betrieben wurden. Ähnlich wie wenige Jahre später in den Nachbarländern Uruguay, Chile und Argentinien wurde Folter von den Militärs als Terrorinstrument und Strategie zur massiven Einschüchterung der gesamten Bevölkerung eingesetzt. Eine der in den ÖRK-Papieren dokumentierte Methoden bestand darin, Regimegegner in Gegenwart ihrer Ehepartner, teilweise sogar ihrer Kinder, zu foltern und – 20 Jahre vor Srebrenica und den Verbrechen der Balkankriege –  die systematische Vergewaltigung von weiblichen Gefangenen ebenfalls als bewusste Terror-Technik einzusetzen.

1971 rang sich endlich auch die UN-Vollversammlung zu einer Menschenrechts-Resolution gegen die brasilianischen Militärherrscher durch, die sich unter dem Schutz der USA, aber auch dem ihrer Verbündeten in vielen europäischen Regierungen und zahlreichen internationalen Konzernen – darunter Volkswagen und  Mercedes-Benz – unantastbar fühlten. Solidarität und Engagement mit und für die Verfolgten und die Opfer der dramatischen Verarmung im Gefolge der Finanz- und Wirtschaftspolitik des Regimes gab es vor allem aus den Kirchen und der internationalen Zivilgesellschaft: So begann etwa Kindernothilfe ab 1971 in Kooperation mit ihrem damaligen Partner diacononia, einem ökumenischen Zusammenschluss von sozial engagierten Kirchen, Kindertagesstätten-Programmen vor allem in den Favelas urbaner Ballungszentren – aber auch in verarmten ländlichen Regionen – aufbauen zu helfen. Innerhalb weniger Jahre entstand ein Netzwerk von Projekten, die der wachsenden Verelendung und der prekären Ernährungs- und Gesundheitssituation von Kindern durch eine engagierte Sozialarbeit entgegentreten wollten – aber auch die Funktion hatten, dort, wo andere Organisationsstrukturen verboten waren, einen gewissen Schutz für nachbarschaftliches Engagement zu bieten.Nach Schätzungen der brasilianischen Bischofskonferenz starben während der Zeit des Militärregimes im Nordosten des Landes im Gefolge einer Dürreperiode zehn Millionen Kinder an Hunger, Durst und Mangelkrankheiten. Als 1985 die Generäle endlich abtraten und eine Phase des demokratischen Übergangs möglich wurde, fiel die soziale Bilanz dieser bleiernen 21 Jahre – und der Gleichgültigkeit des Regimes gegenüber sozialen Problemen –  katastrophal aus: Die Welternährungsorganisation (FAO) schätzte 1985, dass zwei Drittel der brasilianischen Bevölkerung unterernährt sind – und die durchschnittliche Lebenserwartung eines Kindes aus einer Favela auf 46 Jahre abgesunken war. Nach einer Untersuchung der Universität Campinas verfügten zu diesem Zeitpunkt 45 Prozent aller Haushalte über keinerlei ersichtliche Einkommensquellen. Die Armen standen in einem tagtäglichen Überlebenskampf, den sie oft genug verloren.

Es kostete Jahrzehnte, um die Armut zurückzudrängen und das System der Korruption, das für das Finanzgebaren des Militärregimes so charakteristisch war, zu bekämpfen. Vieles ist seit 1985 erreicht worden. Unbestreitbar und augenfällig ist Brasilien heute ein anderes Land. Aber im Gegensatz zu anderen lateinamerikanischen Gesellschaften, die sich viel früher und sehr viel engagierter um die Aufklärung und Aufarbeitung der Menschenrechtsverbrechen während der Diktaturjahre bemühten, gelang es erst 2012, auch in Brasilien eine Wahrheitskommission zu konstituieren, die die Menschenrechtsverletzungen zwischen 1964 und 1985 untersuchen soll. Anders als in Argentinien, Uruguay oder Chile, wo in Morde und andere Verbrechen verwickelte Offiziere und Folterer zu teilweise langjährigen Haftstrafen verurteilt wurden, gewährt in Brasilien ein 1979 von den Militärs selbst verabschiedetes Amnestiegesetz den Tätern von damals lebenslange Straffreiheit. Alle Versuche der überlebenden Opfer, daran etwas zu ändern, sind bislang gescheitert.

Reaktionen unserer südafrikanischen Partner auf den Tod Nelson Mandelas

Wir sind mit unseren Gedanken bei Nelson Mandela, der am 5. Dezember mit 95 Jahren starb. Uns erreichen auch Nachrichten von unseren südafrikanischen Partnern, die ihren Respekt und ihre Trauer mit uns teilen:

 

We had a joint session at the office this  morning and most colleagues were really down but after realizing that we already started living the legacy of Madiba back in July when the news of his serious illness started making media, colleagues were proud of what we did back then and found strength to do more going forward.

I personally know what I could have been if he did not walk out of that jail on that day and if he was not to be elected the president of the democratic SA. I also know that we owe the next generation much more if we were to start the work of finishing what he started! But we are aware that for no fault of us, goodness skips a generation and I pray that the next generation of South Africa finds another leader close to Madiba because ‘akekho oyofana naye! (no one will ever be like him!)

Simanga

It is indeed a great loss for our country but the camaraderie he has evoked is remarkable and South Africans appear to be more united than ever before. He truly represented freedom & a born free generation to all of us!

Karen

We feel sad but very hopeful because we start to remember once again clearly what his legacy is, and people tell the stories of hope.

Wilna

So beautiful that we can all celebrate the power of his life, and the sorrow of his passing together. His life has changed our world!

His contribution to South Africa and the World represents the best of Humanity. He will be missed and cherished.

Rachel

We have been expecting the report but even now it seems so unreal.

I think Helen Zille, the leader of the DA said it very well, we must all live up to the legacy of a man who spent his life in the service of others and that we must insure his legacy continues to be fulfilled.

I just pray what he has started others will rise up and see fulfilled in the next generation and that all he fought for will not fall by the way side.

Lou

We celebrate his life today and are so grateful that he is now at peace!

Sally

It’s a day of sadness at his passing, yet also one of celebration of a life well lived and a wonderful legacy left for all South Africans.

Phil

Hello from a mourning South Africa as we remember our wonderful Mandela!

Sarah